Inspirationen auf dem Lebensweg
Kinkakuji in Japan

Japanische Sprüche und ausgewählte Tanka

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Selbst ein Weg von tausend Meilen
beginnt mit dem ersten Schritt.

Volksweisheit / Volksgut

Das Glück tritt
gern in ein Haus,
wo gute Laune
herrscht.

Volksweisheit / Volksgut

Wasser ist gleichzeitig
geordnet und flexibel:
Es behält seine Identität,
doch es passt sich
den Umständen
um sich herum an.

Volksweisheit / Volksgut

Den Augen eines Verliebten
sind selbst Pockennarben Grübchen.

Volksweisheit / Volksgut

Augenblick der Geburt
beginnt für die Eltern der Abschied.

Volksweisheit / Volksgut
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Beim Betrachten der Natur
werden die Gefühle geboren.

Volksweisheit / Volksgut

Die Lebensspanne ist dieselbe,
ob man sie lachend
oder weinend verbringt.

Volksweisheit / Volksgut

Zögere nie,
wenn es gilt,
Gutes zu tun.

Volksweisheit / Volksgut

Die Schönheit ist
die Blüte des Glücks.

Volksweisheit / Volksgut

Wenn du vergnügt sein willst,
umgib’ dich mit Freunden;
wenn du glücklich sein willst,
umgib’ dich mit Blumen.

Volksweisheit / Volksgut

Die Liebe gleicht einem Ring,
und der hat kein Ende.

Volksweisheit / Volksgut

Visionen ohne Taten sind Tagträume.
Taten ohne Visionen sind Alpträume.

Volksweisheit / Volksgut

Wer lächelt statt zu toben,
ist immer der Stärkere.

Volksweisheit / Volksgut

Kein Boden, der nicht Früchte brächte.
Sä’ nur, und harre in Geduld!
Und klagst du an die Schicksalsmächte,
ob eines Lebens voller Tränennächte,
glaub’ mir: Dein eigen Herz hat Schuld!

Volksweisheit / Volksgut

Leider ist das Wort “Schuld” in der deutschen Sprache negativ belegt. Vielleicht wäre der letzte Satz schöner, wenn man freier übersetzt sagen würde: “Glaub’ mir, du besitzt innere Stärke und kannst dein Schicksal wenden” (allerdings reimt sich das Gedicht dann nicht mehr). Schuld sein an der eigenen Misere ist weniger ein Trost.

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Urteile nicht über Dinge,
von denen du nur Schatten
und Echo kennst.

Volksweisheit / Volksgut

Der Frosch im Brunnen
weiß nichts vom Ozean.

Volksweisheit / Volksgut

Der Rabe, der den
Kormoran nachahmt,
muss viel Wasser schlucken.

Volksweisheit / Volksgut

Ich habe Brot gebacken und
Rosen geschenkt bekommen.
Wie glücklich bin ich, beides
in meinen Händen zu halten.

Volksweisheit / Volksgut
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Erst wenn man selbst Kinder hat,
erkennt man der eigenen Eltern Güte.

Volksweisheit / Volksgut

In einem Haus,
in dem die Freude herrscht,
zieht auch das Glück gerne ein.

Volksweisheit / Volksgut
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Fürchte Dich nicht
vor langsamen Veränderungen,
fürchte Dich nur vor
dem Stillstand.

Volksweisheit / Volksgut

Auch durch ein Nadelöhr
kann man den Himmel sehen.

Volksweisheit / Volksgut
Baby, das über eine kleine Schnecke lacht

Das Glück
kommt zu denen,
die lachen.

Volksweisheit / Volksgut
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Ying und Yang: Gegensätze vereint

Nur die Gegensätze
lehren einen die Welt kennen:
Wer nicht um das Dunkel weiß,
kann das Licht nicht erkennen.

Volksweisheit / Volksgut

Wer zwei Hasen jagt,
wird keinen davon fangen.

Volksweisheit / Volksgut

Ein Mensch lernt wenig
von seinem Siege, aber viel
von seiner Niederlage.

Volksweisheit / Volksgut

Unter dem Himmel
des neuen Jahres
ist das Meer ganz still.

Volksweisheit / Volksgut

Man kann auf dem richtigen Weg sein,
aber nicht der richtige Mensch für diesen Weg.

Volksweisheit / Volksgut

Es ist schädlich, nur Siege und
keine Niederlage zu kennen.

Volksweisheit / Volksgut

Dieser Spruch ist tröstlich zu hören: auch Niederlagen gehören zum Leben. Wir dürfen sie als wichtigen Bestandteil in unser Leben integrieren. Die eigenen Niederlagen letztendlich zu akzeptieren und sie wohlwollend zu sehen, ist eine eigene Lebenskunst. Diese Einsicht kann uns inneren Frieden mit uns selbst schließen lassen.

Fels in Petra, der sich querstellt über Treppe

Ein starker Wille
durchdringt einen Felsen.

Volksweisheit / Volksgut

Eigenes Tun – eigener Lohn.

Volksweisheit / Volksgut

Staub, der sich anhäuft,
wächst zu einem Berg.

Volksweisheit / Volksgut

Folge der Arbeit,
und lasse Dich
nicht von ihr
verfolgen.

Volksweisheit / Volksgut

Ein großer Kessel
kocht langsam.

Volksweisheit / Volksgut

Gute Erinnerungen
tragen unser Leben.

Volksweisheit / Volksgut
Handabdruck als Beispiel für Muttertagsspruch

Wenn die Kinder
von zuhause ausziehen,
nehmen sie einen Abdruck
der Hand ihrer Mutter
mit sich mit.

Volksweisheit / Volksgut

Wasser hat die Kraft,
Steine zu zerreiben.

Volksweisheit / Volksgut

Alt werden, das ist Gottes Gunst,
jung bleiben, das ist Lebenskunst.

Volksweisheit / Volksgut

Das Glück
kommt gern in ein Haus,
wo Freude herrscht.

Volksweisheit / Volksgut
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Wahrheit benötigt nur
wenige Worte.

Volksweisheit / Volksgut
Japische Kirschblüte

Hyakunin isshu: die japanischen Gedichte der Heian-Zeit

Das Hyakunin isshu 百人一首 (wörtlich: „100 Menschen, ein Gedicht“, übertragen „von 100 Menschen je ein Gedicht“) ist eine sehr bekannte japanische Gedichtanthologie, kompiliert von Fujiwara Teika um 1235. Sie umfasst 100 durchnummerierte formgleiche Gedichte, die sich aus der Perspektive Adliger am Hofe Kyotos meist mit der Schönheit der Natur oder Liebesdingen auseinandersetzen. Die meisten der Gedichte stammen aus der Epoche des Klassischjapanischen (10. bis 12. Jahrhundert), manche sind jedoch noch älter.

Bei der Gedichtform des Hyakunin isshu handelt es sich um Tanka 短歌 – eine sehr alte japanische Gedichtform, die (ähnlich der moderneren Gedichtform Haiku) durch die Silbenanzahl definiert wird. Tanka haben klassischerweise fünf Verse, die dem Silbenschema 5-7-5-7-7 folgen.

Bis heute erfreut sich die Anthologie großer Popularität. Das liegt wohl vor allem daran, dass es die Grundlage des traditionellen japanischen Spiels karuta カルタ ist, welches von der Person gewonnen wird, die die Gedichte des Hyakunin isshu am besten auswendig beherrscht: Karten, auf denen jeweils eines der 100 Gedichte notiert ist, werden vor den Spielern ausgebreitet und ein zufälliges der Gedichte laut vorgelesen. Wer das Gedicht am schnellsten identifizieren und die entsprechende Karte abklatschen kann, gewinnt die Karte und somit einen Punkt.

Natürlich hat sich die japanische Sprache seit der Epoche des Klassischjapanischen stark gewandelt, das Schriftbild im Hyakunin isshu ist jedoch dem Gegenwartsjapanischen sehr ähnlich und kann problemlos von heutigen Japanerinnen und Japanern gelesen werden. Aus diesem Grund wurde sich hier bei jeglicher Umschrift an modernen Aussprachestandards orientiert, solange es das Schriftbild nicht explizit anders angibt. Die Gedichte wurden dem Werk „Einführung in das Klassische Japanisch“ von Jens Rickmeyer entnommen, die Übersetzungen wurden auf der Grundlage dieses Lehrbuches von der Viabilia-Redaktion angefertigt.

Karuta playing cards

Alte japanische Karten zum Spiel karuta, wahrscheinlich aus der Taisho-Zeit.

Japanisch - Hyakunin isshu - vom Herbst ergriffen

Vom Herbst bin ich ergriffen,
wenn ich die Stimme
der röhrenden Hirsche höre,
tief in den Bergen
das Laub durchschreitend.

Hyakunin isshu Nr. 5, Übersetzung der Viabilia-Redaktion

Sarumaru Dayû

Übersetzung von der Viabilia-Redaktion

Oku-yama ni
momiji fumi-wake
naku shika no
kowe kiku toki zo
aki wa kanashiki

Die Umschrift in lateinischen Buchstaben orientiert sich an modernen Aussprache-Standards.

Dieser Spruch stammt aus dem Hyakunin isshu, einer japanischen Gedichtanthologie, die vor rund 800 Jahren von Fujiwara Teika kompiliert wurde – manche der Gedichte sind jedoch wesentlich älter. Dieses Gedicht (Nr. 5 im Hyakunin isshu) stammt aus dem 8. oder 9. Jahrhundert.

Grammatikalisch kann sich „tief in den Bergen das Laub durchschreiten“ auf das lyrische Ich oder die röhrenden Hirsche beziehen.

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Japanisch Hyakunin isshu - das Ruder bricht, der Weg der Liebe ist ungewiss

Den Schiffsleuten, die die
Meerenge von Yura durchqueren,
bricht das Ruder und
wo es hingeht, ist ungewiss –
und genauso ungewiss ist,
ach, der Weg der Liebe.

Hyakunin isshu Nr. 46, Übersetzung der Viabilia-Redaktion

Sone no Yoshitada

Übersetzung von der Viabilia-Redaktion

Yura no to o
wataru funabito
kaji o tae
yuku e mo shiranu
koi no michi ka na

Die Umschrift in lateinischen Buchstaben orientiert sich an modernen Aussprache-Standards.

Dieser Spruch stammt aus dem Hyakunin isshu, einer japanischen Gedichtanthologie, die vor rund 800 Jahren von Fujiwara Teika kompiliert wurde – manche der Gedichte sind jedoch wesentlich älter. Dieses Gedicht (Nr. 46 im Hyakunin isshu) stammt aus dem 10. Jahrhundert.

Die Phrase „nicht wissen, wo es hingeht“ bezieht sich grammatikalisch gleichzeitig auf die Schiffsleute wie auch auf den Weg der Liebe (Paronomasie; ein häufiges Stilmittel im Hyakunin isshu) und vergleicht diese so miteinander. Auch in „kaji o tae“ versteckt sich eine kleine Doppeldeutigkeit: Entweder kann der Ausdruck als „das Ruder bricht“ oder als „das Ruderseil reißt“ interpretiert werden.

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Hyakunin isshu: Nacht alleine

Wie lang die Zeit ist,
bis die Nacht, in der ich
immerfort traurig alleine liege,
hell wird – weißt du das?

Hyakunin isshu Nr. 53, Übersetzung der Viabilia-Redaktion

Mutter von Michitsuna

Übersetzung von der Viabilia-Redaktion

Nagekitsutsu
hitori nuru yo no
akuru ma wa
ika ni hisashiki
mono to ka wa shiru

Die Umschrift in lateinischen Buchstaben orientiert sich an modernen Aussprache-Standards.

Dieser Spruch stammt aus dem Hyakunin isshu, einer japanischen Gedichtanthologie, die vor rund 800 Jahren von Fujiwara Teika kompiliert wurde – manche der Gedichte sind jedoch wesentlich älter. Dieses Gedicht (Nr. 53 bzw. 54 im Hyakunin isshu) stammt aus dem 10. Jahrhundert. Leider sind die tatsächlichen Namen vieler Urheberinnen heute nicht mehr überliefert.

Wahrscheinlich hat dieses Gedicht einen romantischen Hintergrund. Aufgrund der Gepflogenheiten am japanischen Hof war die Zahl der gemeinsamen Nächte eines Liebespaares oft stark beschränkt.

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Spruch
des Tages