Weiihnachtsbriefe schreiben

Beispiele für echte Weihnachtsbriefe

von Betina Graf

Weiihnachtsbriefe schreiben

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Weihnachtsbriefe zu schreiben, das ist etwas ganz Besonderes in der heutigen Zeit. Denken Sie nur an sich selbst: Wann haben Sie das letzte Mal einen echten Brief in Händen gehalten? Wir schreiben uns viel, aber eher in kleinen Stücken, die wir dann zum Beispiel als Weihnachtsgrüße via WhatsApp verschicken. Aber einen längeren Weihnachtsbrief? Weil es selten und damit besonders wertvoll ist, wir das Weihnachtsbriefe-Schreiben aber gar nicht mehr gewohnt sind, finden Sie hier Weihnachtsbrief-Beispiele.

Denken Sie bitte nur daran: Jeder Weihnachtsbrief, den Sie im Folgenden auf dieser Seite finden, dient zu Ihrer Orientierung und Inspiration. Der Empfänger bzw. die Empfängerin Ihres Briefes würde es wahrscheinlich befremdlich finden, wenn er oder sie Worte von Ihnen erhält, die nicht nach Ihnen klingen. Vermeiden Sie es deshalb, die Textvorlagen einfach abzuschreiben, und geben Sie ihnen stattdessen Ihren persönlichen Stempel und Stil. In anderen Worten: Lassen Sie sich inspirieren und nutzen Sie unsere Anregungen für Ihre eigenen, ganz persönlich gehaltenen Briefe.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Schreiben Ihrer Weihnachtsbriefe!


Top Tipps für gelungene Weihnachtsbriefe

Bevor Sie mit dem Schreiben Ihrer Weihnachtsbriefe beginnen, ein paar wichtige Tipps vorab:

  • Nutzen Sie stimmungsvolles, schönes Weihnachtsbriefpapier und dazu passende Briefumschläge. Sie müssen kein spezielles Briefpapier-Set benutzen – bei uns finden Sie viele schöne Weihnachtsbriefpapier-Vorlagen kostenlos zum Ausdrucken. Verlassen Sie sich einfach auf Ihren eigenen Geschmack und suchen Sie sich das für Sie schönste Weihnachtsbriefpapier aus.
  • Das gilt auch beim Format: nirgendwo steht, dass Sie immer eine A4-Seite nutzen müssen. Werden Sie kreativ und machen Sie das Briefelesen für Ihre Lieben zu einem ganz besonderen Erlebnis.
  • Schreiben Sie von Herzen und ehrlich. Anregungen können Sie weiter unten auf dieser Seite finden. Machen Sie sich keine Sorgen, für welche Bewertungen Ihr Brief beim Gegenüber sorgen könnte, sondern denken Sie stattdessen darüber nach, was Sie mitteilen wollen. Es kann eine gute Idee sein, den Brief zunächst auf einem Schmierzettel zu formulieren, sodass Sie ihn nur noch auf das Briefpapier übertragen müssen.
  • Kümmern Sie sich rechtzeitig um Ihre Weihnachtspost, damit Sie Weihnachten ohne Weihnachtsstress erleben können. Bedenken Sie, dass der Postverkehr im Dezember üblicherweise am äußersten Limit ist. Schicken Sie Ihren Brief lieber zu früh als zu spät ab.
  • Falls Sie vom Empfänger bzw. von der Empfängerin nichts als Antwort auf Ihren Brief hören, sollten Sie erst behutsam nachfragen, ob er denn überhaupt angekommen ist, ehe Sie enttäuscht sind. Oft steckt dahinter keine böse Absicht, sondern ein Fehler der Post.

Muster-Weihnachtsbriefe an verschiedene Empfänger:innen

Lesen Sie im Folgenden beispielhafte Weihnachtsbriefe. Die Briefe bitte nicht wort-wörtlich übernehmen, sondern nutzen Sie die Idee hinter dem Weihnachtsbrief und schreiben Sie einen ganz persönlichen Brief an Ihre Lieben. Die Idee hinter dem Weihnachtsbrief haben wir immer nach dem jeweiligen Brief erläutert.

Die folgenden Weihnachtsbriefe-Muster sind nur Beispiele und müssen daher von Ihnen persönlich abgewandelt werden. Am Ende jedes Weihnachtsbriefes beschreiben wir kurz, worauf es bei diesem Brief ankommt und worauf Sie Ihr Augenmerk richten können, wenn Sie selber einen Weihnachtsbrief verfassen.


Weihnachtsbrief 1: Ein Weihnachtsbrief von Freundin zu Freundin

In dem folgenden Weihnachtsbrief bringt die Verfasserin ihre tiefen Gefühle der Dankbarkeit und Wertschätzung für eine langjährige Freundin zum Ausdruck. Sie reflektiert über die Bedeutung echter Freundschaft. Ein inspirierendes Weihnachtslied aus Haiti fängt die Essenz des Weihnachtsfestes ein: Liebe, Hoffnung und gegenseitige Unterstützung.

Die Verfasserin nutzt die Gelegenheit, die Weihnachtszeit als einen Moment der Besinnung zu betrachten. Sie erkennt für sich, was im Leben wirklich zählt: die Zeit, die man mit geliebten Menschen verbringt, und die kleinen Gesten der Liebe und Fürsorge, die wir nicht nur zu Weihnachten machen können. Sie betont die Einzigartigkeit ihrer Freundschaft, die nicht von der Häufigkeit der Treffen oder Gespräche abhängt, sondern von der tiefen Verbundenheit und dem gegenseitigen Verständnis, das sie teilen.


Beispiel-Weihnachtsbrief von Sabine Bröckel

Liebste Freundin,

so oft habe ich in den letzten Tagen an dich gedacht und daran, dass ich die Zeit viel zu selten nutze, dir zu schreiben. Vielleicht ist es auch unzeitgemäß, einen Brief zu verfassen, denn heute textet oder postet man, twittert oder simst. Bestenfalls schreibt man Nachrichten.

Trotzdem möchte ich das bevorstehende Weihnachtsfest zum Anlass nehmen, dir einen “richtigen” Weihnachtsbrief zu schreiben.

Beginnen möchte ich mit einem Weihnachtlied aus Haiti, das mich sehr berührte und mich inspirierte, dir diese Zeilen zu schicken:

Es ist Weihnachten,
wenn alle bereit sind für das Fest.
Weihnachten heißt: mit Hoffnung leben.
Wenn sich Menschen die Hände
zur Versöhnung reichen,
wenn der Fremde aufgenommen,
wenn einer dem anderen hilft,
das Böse zu meiden und das Gute zu tun,
dann ist Weihnachten.

Weihnachten heißt: die Tränen trocknen,
das, was du hast, mit anderen zu teilen;
jedes Mal, wenn die Not eines Unglücklichen
gemildert ist, wird Weihnachten.

Jeder Tag ist Weihnachten
auf der Erde, jedes Mal, wenn einer
dem anderen Liebe schenkt;
wenn Herzen zufrieden und glücklich sind,
ist Weihnachten;
dann steigt Gott wieder vom Himmel herab
und bringt das Licht.

Bekanntes Weihnachtslied aus Haiti

Als ich dieses Weihnachtslied fand, dachte ich an dich und ich wusste, dass ich dir nun schreiben möchte, denn es kann nicht wirklich Weihnachten werden, ohne dass ich dir diese Zeilen schicke.

Dieses Weihnachtslied erinnerte mich vor allem daran, dass wir nicht die Welt verändern können, sondern nur uns selbst.

Es mag dich nun erstaunen, dass ich mich vom „Fest der Liebe“ dazu mahnen lasse, nicht mein Kontingent an täglicher Zeit entscheiden zu lassen, wie viel ich davon investieren kann, um unsere Freundschaft zu pflegen – bist du es doch, die stets betont, dass eine wirklich tiefe Freundschaft, wie die unsere, nicht daran zerbricht, dass wir uns nicht so oft sehen oder uns seltener austauschen, als wir das gerne tun würden.

Aber was würde denn geschehen, wenn ich dieses Weihnachtslied nicht als Zeichen erkannt hätte, zu begreifen, dass ich so vieles als „wichtig“ erachte und Dingen Zeit widme, die viel unwichtiger sind, als du es für mich bist? Ich würde den guten Vorsatz, dir zu schreiben, viel zu schnell aufgeben, wenn ich erst „Zeit dafür finden muss“, die ich nicht zu haben glaube.

Ich würde die alten, ausgetretenen Pfade meiner Gleichgültigkeit einschlagen – nicht weil ich gleichgültig sein will, sondern weil ich so wenig Zeit finde, Prioritäten zu setzen, wenn die Uhr meinen Tagesablauf bestimmt und nicht mein Herz.

Ich habe so viele Gelegenheiten verstreichen lassen, mich bei dir zu melden und wie oft habe ich an dich gedacht, ohne dich anzurufen?

Darum möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um dir zu schreiben, wie wertvoll du für mich bist und wie dankbar ich dafür bin, dass ich mich am Schatz deiner Erfahrungen und Ratschläge bedienen darf, wenn ich selbst ratlos bin.

Ich schätze deine Ehrlichkeit, auch wenn sie oft mit einer Erkenntnis verbunden ist, die schmerzt, aber was würde das Schmeicheln und Schönreden mir nutzen? Nichts. Darum bin ich froh, dass du mir ab und zu meine rosarote Brille abnimmst und mich durch das Fenster deiner klaren Sichtweise blicken lässt.

Wenn ich dich brauche, bist du für mich da und nichts ist dir dann wichtiger, als mir deine wertvolle Zeit zu schenken.

Mit dir kann ich lachen, aber in frohen Stunden hat man viele Freunde. Darum ist es so viel wichtiger für mich zu wissen, dass ich mit dir auch trauern kann.

Du nimmst mich, wie ich bin. Du versuchst mich nicht zu ändern und ich brauche keine Maske, um dir zu gefallen. Ich muss mich auch nicht schämen, wenn ich meine Schwächen vor dir bekenne – nie würdest du mich verraten.

Aber du erinnerst mich auch an meine Stärken. Ermutigst mich, nicht vorschnell aufzugeben, sondern mein Ziel anzuvisieren und es nicht zu verlieren … und wenn ich fürchte, ich würde scheitern, dann stützt du mich auf dem letzten Stück, damit ich sicher ankomme.

Dich zur Freundin zu haben: Das ist Weihnachten an jedem Tag!

Ich wünsche dir ein frohes Fest

Deine {Ihr Vorname}

Die Idee hinter diesem Weihnachtsbrief

Nehmen Sie sich ein schönes, weihnachtliches Zitat, das auf den Empfänger bzw. die Empfängerin Ihres Briefes abgestimmt ist – natürlich soll es Ihnen selbst auch gefallen. Wählen Sie das Zitat aus dem Beispielbrief oder einfach eines, was Sie auf unserer Weihnachtssprüche-Seite (kürzere Weihnachtssprüche oder auf unserer Weihnachtsgedichte-Seite (längere, aber stimmungsvolle Weihnachtsgedichte) finden.

Dann nehmen Sie mit dem Weihnachtsspruch Bezug auf Ihre Freundin, Ihren Freund. Vielleicht ist es ein christliches Zitat, weil die Empfängerin Ihres Briefes Weihnachten als christliches Fest versteht. Vielleicht braucht der Empfänger Ihres Briefes etwas weniger Stress, und Sie wählen ein Zitat, was Besinnlichkeit und inneren Frieden ausstrahlt.

Hier in obigen Musterbrief wurden all die lieben Seiten aufgezählt, die die gute Freundin hat, sowie die Bedeutung der Freundin auf das eigene Leben glaubhaft dargelegt.


Weihnachtsbrief 2: Weihnachtsbrief an einen guten Freund von (Mann zu Mann)

In dem folgenden persönlichen Weihnachtsbrief zitiert der Verfasser Charles Dickens, um die Bedeutung von Weihnachten und die Wertschätzung für enge Freundschaften zu betonen. Er betont in seinem Brief, dass man Freunde vielleicht nicht immer so wertschätzt, wie sie es verdienen, und bittet um Entschuldigung dafür. Der Brief drückt die Dankbarkeit für die Freundschaft aus. Zum Schluss wünscht der Verfasser, wie es in einem Weihnachtsbrief so üblich ist, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.


Beispiel-Weihnachtsbrief von Jens-Uwe Zöllmer

Lieber …,

Charles Dickens hat einmal geschrieben:

Ich werde Weihnachten
in meinem Herzen ehren
und versuchen,
es das ganze Jahr
hindurch aufzuheben.

Charles Dickens

Wenn man einmal intensiv über diese Worte nachdenkt – und welcher Zeitpunkt wäre dafür besser geeignet als die Weihnachtszeit – dann kommt man nicht umhin sich einzugestehen, dass man seine besten Freunde vielleicht nicht das ganze Jahr über derart gut behandelt hat wie es beste Freunde verdienen.

Dafür an dieser Stelle ein dickes, adventlich angehauchtes doch aus vollstem Herzen kommendes „Entschuldigung“.

Und weil Weihnachten die einzige Zeit im Jahr ist, wo sich Kumpels derartige Briefe schreiben können ohne vom Empfänger schief beäugt zu werden, wollte ich in diesem Jahr einmal die Gelegenheit beim sprichwörtlichen Schopfe packen um dir folgendes mitzuteilen:

Ich bin froh und dankbar, dass ich einen Freund habe wie du es einer bist. Und ich werde mir Mühe geben, dieses künftig auch dann noch zu würdigen, wenn der Weihnachtsbaum schon lange wieder aus dem Wohnzimmer verschwunden ist und der graue Alltag uns wieder fest im Griff hat.

Ich wünsche dir ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest
sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Viele Grüße
{Ihr Vorname}

Die Idee hinter diesem Weihnachtsbrief: Wertschätzung und Dankbarkeit ausdrücken

Auch hier wurde wieder ein Zitat eingefügt, wobei es grundsätzlich für jeden Brief gut geeignet ist, einen Vers oder einen schönen Weihnachtsspruch aus der Literatur als Aufhänger mit einzuflechten. Das macht die Sache für Sie etwas leichter, weil Sie damit sofort Bezug auf den Empfänger nehmen können, ohne selber eine Lebensweisheit “produzieren” zu müssen.

Nehmen Sie Weihnachten einmal zum Anlass, wie es hier in diesem Beispielbrief geschieht, Danke zu sagen an einen lieben Menschen und verleihen Sie damit Weihnachten den eigentlichen Sinn. Wie oft vergessen wir die Wertschätzung zu äußern, die wir innerlich einem lieben Menschen gegenüber spüren. Und doch tut das dem anderen einfach gut, liebe Worte von Ihnen zu hören. Haben Sie Mut, das einmal persönlich in einem Brief oder auf einer Karte auszudrücken!


Weihnachtsbrief 3: Weihnachtsbrief von der Mutter an ihr Kind

In einem herzlichen Brief an ihr erwachsen gewordenes Kind erinnert sich eine Mutter an die Kindheit ihres Kindes, von den ersten Tagen im Kindergarten bis zur Schulzeit, während sie einen nostalgischen Moment auf einem Weihnachtsmarkt erlebt. Sie ist in einer nostalgischen Stimmung und denkt über die schnelle Vergänglichkeit der Zeit und das Heranwachsen ihres Kindes nach. Der Brief endet mit der Vorfreude auf das gemeinsame Weihnachtsfest und dem Dank für einen Platz in der Zukunft ihres Kindes.


Beispiel-Weihnachtsbrief von Sabine Bröckel

Mein liebes Kind,

gestern besuchte ich den Weihnachtsmarkt und als ich an einem der Stände ein Holzpferdchen entdeckte – genau so eins, wie du dir gewünscht hast, als du noch klein warst -, hätte ich es dir am liebsten gekauft.

Doch nun bist du ja schon viel zu groß, um mit Holzpferden zu spielen … und ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist.

Mir scheint, es war erst gestern, als ich dich mit deiner großen Schultüte, hinter der man dich kaum noch sah, an deinem ersten Schultag in dein Klassenzimmer begleitete – und damit in einen neuen Lebensabschnitt.

Und war es nicht erst vorgestern, als ich dich das erste Mal zum Kindergarten fuhr? Mir brach fast das Herz, als ich dich nach drei Jahren, in denen ich jeden Tag rund um die Uhr mit dir zusammen sein durfte, an die Hand deiner Kindergartentante abgeben musste.

Dabei hatte ich mich doch eigentlich gefreut, nun wieder etwas Zeit für mich zu haben. Die freien Vormittage hatte ich eigentlich schon verplant … und dann fuhr ich nach Hause, saß alleine in der Küche und vermisste dich so sehr, dass mir alle Unternehmenslust verging. Statt dessen zählte ich die Stunden, bis ich dich endlich wieder abholen durfte.

Und du? Du hast es genossen, schon ein „großes Kindergartenkind“ zu sein und wärst wahrscheinlich gerne noch bei deinen neuen Freunden geblieben, während ich es kaum erwarten konnte, deine kleine warme Hand wieder in meiner zu spüren.

Als du dann mit deiner großen Schultüte im Arm deinen Platz in der Schulbank einnahmst, überwog bei mir schon der Stolz auf dich, mein „großes Schulkind“ … mit der Zeit überwog allerdings oft das Zähneknirschen, wenn ich deine Zeugnisse unterschreiben musste. Dann hörtest du von mir genau den Satz, den deine Großmutter mir jedes Jahr vorgebetet hatte, wenn ich ihr meine Zeugnisse präsentierte: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!“

Dabei hatte ich mir doch vorgenommen, dass ich dich nie mit diesen abgedroschenen Sprüchen nerven werde, bei denen schon ich die Augen verdrehte, wenn meine Mutter sie benutze. Ich wollte nie vorwurfsvoll zu dir sagen: Warte nur, bis du mal groß bist und selbst Kinder hast, dann weißt du, wie ich mich jetzt fühle!“ und ich wollte nie Hausarrest erteilen oder das Taschengeld streichen und dabei seufzend erklären: „Ich meine es nur gut mit dir und es tut mir viel mehr weh als dir – das wirst du irgendwann erkennen!“

Aber ich bin dem Beispiel meiner Mutter trotzdem gefolgt, wie sie vermutlich dem ihrer Mutter folgte. Ich habe dir – wie sie – deine Hosen eine Nummer größer gekauft und behauptet: „Da wächst du so schnell rein!“ und meist waren sie dann doch schon kaputt, wenn sie gepasst hätten. Ich versuchte dir das Gemüse schmackhaft zu machen, indem ich behauptete: „Das schmeckt lecker!“ und wusste ganz genau, wie ich es hasste, wenn ich gezwungen wurde, Rosenkohl zu essen.

Vielleicht wirst du eines Tages auch deine Kinder mit diesen „ererbten“ Weisheiten und Sprüchen nerven, obwohl du dir heute denkst: „Bitte lieber Gott, lass mich meinen Kindern nie einen solchen Quatsch erzählen“. Ich werde dann lächeln, wie es deine Großmutter verschmitzt tat, wenn sie hörte, wie ich sie zitierte.

Manche Dinge ändern sich eben nie.

Andere ändern sich viel zu schnell.

Kinder werden erwachsen und Mütter müssen lernen, sie loszulassen, damit sie ihr eigenes Leben leben und eigene Erfahrungen machen können. Vor manchen hätte ich dich gerne beschützt … vor allem, wenn du Erfahrungen sammeltest, die weh taten: Der erste Liebeskummer, die ersten Enttäuschungen, wenn deine Ziele zu hoch gesteckt waren.

Doch du bestimmst nun deinen Weg selbst und deine Hand liegt längst nicht mehr in meiner, wenn du eine Straße überquerst, aber du hast nicht nur gelernt zu laufen, sondern auch wieder aufzustehen, wenn du hinfielst und ich bin heute so stolz auf dich, wie ich es an deinem ersten Schultag war.

Vielleicht macht mich die Weihnachtszeit ein wenig rührselig oder war es das Holzpferdchen, das mich daran erinnerte, dass du nicht immer mein erwachsenes Kind warst?

Es mag sein, dass den Müttern die Erinnerungen gehören und den Kindern die Zukunft, aber ich bin froh, dass ich in deiner Zukunft einen Platz finden darf – dafür möchte ich dir danken.

Das Holzpferd habe ich nicht gekauft, aber ein Päckchen liegt natürlich trotzdem für dich unter unserem Weihnachtsbaum und ich freue mich, wenn du uns besuchen kommst.

Bis dahin wünsche ich dir eine gesegnete Weihnachtszeit!

Deine dich liebende Mutter
{Ihr Vorname}

Die Idee hinter diesem Weihnachtsbrief: eine kleine Geschichte von früher hervorholen und liebevoll erzählen

Weihnachten als ein Fest der Liebe und Freude wird traditionell im Familienkreis begangen. Gerade Mütter und Väter haben deshalb viele kleine Geschichten über ihre Tochter oder ihren Sohn von früher, die sie einmal in einem Weihnachtsbrief hervorholen und erzählen können. Vielleicht können Sie sogar ein Bild von früher von Ihrem Kind in den Weihnachtsbrief mit integrieren (kleben oder digital einfügen). Und denken Sie nur an die regelmäßig zur Weihnachtszeit wiederkehrenden Weihnachtsbräuche, an denen sich nicht nur die Kinder orientieren und die zur Vorfreude auf das Weihnachtsfest beitragen.


Weihnachtsbrief 4: Brief an eine gestresste Freundin

In dem folgenden, warmherzigen Brief wird die Freundin für ihren selbstlosen Einsatz und die harte Arbeit im Laufe des Jahres gewürdigt, mit einem Zitat von Mutter Theresa, das die Bedeutung von Geben und Liebe unterstreicht. Der Absender ermutigt die Freundin, auch an sich selbst zu denken und sich bewusst Auszeiten für Ruhe und Entspannung zu nehmen, sei es durch Lesen oder Spaziergänge in der Natur. Als Unterstützung für diese Botschaft wird ein Buch geschenkt, das als Inspiration dienen soll, sich Pausen vom Alltagsstress zu gönnen.


Beispiel-Weihnachtsbrief von Betina Graf

Liebe {Vorname},

dieses Jahr hast du viel Stress gehabt, hast dich für andere so sehr eingesetzt und abgemüht. Das erinnert mich an einen Spruch von Mutter Theresa, als sie sagte:

Jeder Tag
ist Weihnachten
auf der Erde,
jedes Mal, wenn
einer dem anderen
seine Liebe schenkt,
wenn Herzen
Glück empfinden,
ist Weihnachten.

Mutter Theresa

Doch bitte denke auch an dich selbst, für dich gut zu sorgen und dir Zeiten der Muße und Stille zu erlauben.

Ich weiß, dass diese Worte für dich schwer umzusetzen sind. Deshalb wünsche ich dir besonders, dass du dir selber Zeiten gönnst, in denen Nichtstun, einfach in einem Buch schmökern oder in der Natur spazierengehen angesagt sind.

Das beiliegende Buchgeschenk soll dir Inspiration sein, dir Auszeiten vom hektischen Alltag zu gönnen.

So wünsche ich dir ruhige und besinnliche Weihnachtstage und ein gesegnetes neues Jahr, das dich mit vielen “Früchten” für deinen Einsatz belohnt.

Liebe Grüße
von {Ihr Vorname}

Die Idee hinter diesem Weihnachtsbrief: einen netten Weihnachtsbrief zu einem schönen Buchgeschenk schreiben

… zum Beispiel zum Thema Muße und Gelassenheit macht sich ein solcher Brief sehr gut.

Buchtipp: Das Buch von Haemin Sunim Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst kann ich Ihnen hier zum Beispiel als Buch zum Thema Entschleunigung persönlich empfehlen. Aus den Texten spricht so viel Ruhe und Gelassenheit, und sie lesen sich auch schön nebenbei. Ein schönes Weihnachtsgeschenk zu einem liebevoll geschriebenen Weihnachtsbrief!

In der heutigen Zeit setzen sich Menschen oft sehr ein, sei es in der Arbeit oder bei sozialem Engagement. Hier etwas zurückzutreten und sich selbst Auszeiten in Muße und Langsamkeit zu erlauben, ist der Kerngedanke dieses Weihnachtsbriefes.

Generell können Sie ein schönes Buchgeschenk zum Anlass nehmen, in Ihrem Weihnachtsbrief inhaltlich zum Thema des Buches Bezug zu nehmen.


Weihnachtsbrief 5: Nachdenklicher, christlicher Brief in einer unruhigen Zeit

In dem folgenden Weihnachtsbrief lobt die Verfasserin die Empfängerin des Briefes für deren Freundlichkeit und Gelassenheit trotz der herausfordernden Zeiten, geprägt von Kriegen und Naturkatastrophen.


Weihnachtsbrief-Textbeispiel von Betina Graf

Liebe {Vorname},

wir leben in außergewöhnlich unruhigen Zeiten, die dominiert sind von Kriegen und Naturkatastrophen. Die frohe Botschaft, die mit dem Geschehen der christlichen Weihnachtsgeschichte verknüpft ist, kann uns da als sehr weit entfernt erscheinen. “Wo ist hier Gottes Liebe und Fürsorge zu spüren?”, könnten wir uns fragen.

Schwere Zeiten erfordern von Christinnen und Christen eine Antwort, die nur aus ihrem Herzen kommen kann. Vielleicht so etwas wie ein: “Und trotzdem!” Ob gläubig oder nicht, kommt es doch auf uns selber an, wie wir unser eigenes Leben führen und ob wir es für uns im Kleinen schaffen, Neid, Hass, Selbstsucht, etc. aus unserem Innern zu ersetzen mit Liebe, Güte, Hingabe, Verständnis, ja mit Liebe.

Dafür bist du mir ein so gutes Beispiel! Trotz äußerer Widrigkeiten behältst du deine Freundlichkeit und Gelassenheit. Natürlich musst du kämpfen, privat und beruflich, aber du gibst nicht auf uns bist uns allen ein Vorbild.

Ich wünsche dir für dieses Weihnachtsfest, dass die Tage für dich leicht und entspannt sind, dass du Innehalten kannst in all dem äußeren Treiben, ja, einfach, dass du eine wundervolle Zeit der Besinnung und Vorfreude auf das neue Jahr hast!

Liebe Grüße
von deiner Freundin {Vorname}

Die Idee hinter diesem Weihnachtsbrief: sich trotz äußerer unruhiger Zeiten sich besinnen

Viele Menschen machen sich in der heutigen Zeit große Sorgen. Dieser Weihnachtsbrief kann dazu anregen, sich auf das Naheliegende zu besinnen und dass wir selbst dazu fähig sind, aus unseren Inneren heraus die passende Antwort auf schwierige Zeiten zu geben.

Vielleicht ist der Empfänger bzw. die Empfängerin Ihres Weihnachtsbriefes ja in diesen Bereichen zum Beispiel politisch oder ökologisch engagiert. Dann können Sie dieses Engagement in Ihrem Brief besonders würdigen.


Weitere Themenideen für Ihre Weihnachtsbriefe

Da die obigen Briefe nur einen kleinen Ausschnitt an Möglichkeiten darstellen können, hier noch ein paar weitere Ideen für Themen, die Sie in einem Weihnachtsbrief verwenden können:

  • Nehmen Sie ein Ereignis, was Sie und der Empfänger Ihres Briefes gemeinsam erlebt haben: Schildern Sie das Ereignis, schreiben Sie über die Verhaltensweisen oder den Charakter, und danken Sie dafür.
  • Vielleicht hat die Empfängerin bzw. der Empfänger Ihres Weihnachtsbriefes etwas ganz Besonderes für Sie getan in diesem Jahr? Würdigen Sie es in Ihrem Brief.
  • Hatte der Briefempfänger vielleicht ein besonders hartes Jahr durchlebt? Dann ist jetzt die Gelegenheit, auf die Stärken des Adressaten einzugehen, diese Stärken hervorzuheben und einen ermutigenden Weihnachtsbrief zu schreiben.
  • Ist dem Briefe-Empfänger bzw. der Briefe-Empfängerin in diesem Jahr etwas besonders gut gelungen? Weisen Sie darauf hin und gratulieren Sie zu diesem Erfolg. Beschreiben Sie, was Ihnen daran so gut gefällt.

Frohe Weihnachten: