Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel

Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel für Kinder

von Betina Graf

Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel

In dieser besonderen Weihnachtszeit lade ich Sie ein, eine der ältesten und zugleich schönsten Erzählungen zu entdecken: die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel. Sie erzählt von einem einfachen Paar, einer großen Reise und der Geburt eines Kindes, das Hoffnung in die Welt bringt. In ihr spiegeln sich der Wert von Zusammenhalt, die Magie des Mitgefühls und das Wunder – oft im Kleinen –, das uns berühren kann.

⬇️ Springen Sie direkt zur Weihnachtsgeschichte


Kurzüberblick zur Weihnachtsgeschichte aus der Bibel

Zunächst hier eine Übersicht, die die wichtigsten Aspekte dieser Geschichte zusammenfasst: für wen sie gedacht ist, in welchem Kontext sie steht, welche Figuren im Mittelpunkt stehen und welche Botschaften sie in sich trägt:

KriteriumKlassifizierung
Gehört zuDie Weihnachtsgeschichte aus der Bibel, religiöse Familienerzählungen
KontextDie Geschichte ist ideal für Familien, die sich in der Weihnachtszeit verzaubern lassen möchten — zum gemeinsamen Lesen beim Advent, beim Vorlesen am Heiligen Abend oder als besondere Gute-Nacht-Geschichte.
AltersgruppeCa. 6 bis 12 Jahre
ThemaDer Wert von Zusammenhalt, das Wunder der Geburt, die Bedeutung von Freundschaft und Offenheit, Hoffnung in der Dunkelheit
Protagonist*innenMaria, Josef, das neugeborene Kind Jesus, Engel, Hirten, Weise aus dem Osten
BotschaftenJeder und jede zählt – auch in scheinbar kleinen und einfachen Umständen.
Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe sind wichtig, selbst wenn die Lage schwierig ist.
Das Unscheinbare kann Großes bewirken.

Anzeige


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel, hier: Maria in Nazareth

Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel

Weihnachtsgeschichte aus der Bibel für Kinder erzählt von Betina Graf

In einem kleinen Land, weit weg von hier, lag die Stadt Nazareth. Dort lebte ein junges Mädchen. Sie hieß Maria. Maria war freundlich, fleißig und hatte ein warmes Lächeln, das andere Menschen froh machte. Viele kannten sie und mochten sie.

Maria war mit einem Mann namens Josef verlobt. Das bedeutet: Sie wollten später heiraten. Josef war ein Zimmermann. Er baute Tische, Stühle und Türen aus Holz. Seine Hände waren stark von der Arbeit, aber seine Augen blickten freundlich. Er war ein ruhiger Mann, der gut nachdachte, bevor er sprach.

An diesem Tag schien alles ganz normal zu sein: Menschen gingen auf den Markt, Kinder spielten auf der Straße, und über den Dächern färbte die Sonne den Himmel golden. Niemand ahnte, dass sich in dieser kleinen Stadt etwas besonders Wichtiges vorbereitete – etwas, woran sich Menschen noch viele, viele Jahre später erinnern würden.


Die Weihnachtsgeschichte: ein Engel erscheint Maria

Ein Engel besucht Maria

Am Abend wurde es still in den Gassen. Die Sterne tauchten einer nach dem anderen am Himmel auf. Maria war allein in einem Raum und spann Wolle. Plötzlich füllte sich der Raum mit einem hellen Licht. Es war kein gewöhnliches Licht von einer Lampe oder einer Kerze – dieses Leuchten war anders. Es war weich und klar zugleich und schien den ganzen Raum zu erfüllen. Maria spürte, wie eine sanfte Wärme sie durchströmte, bis hinein in ihr Herz.

Maria erschrak und fiel wie versteinert auf die Knie. Mit dem Licht erschien ein Engel. Er war nicht wie ein normaler Mensch, er strahlte von innen heraus.

„Fürchte dich nicht, Maria“, sagte der Engel mit sanfter Stimme. „Gott hat dich ausgewählt. Du wirst ein Kind bekommen, einen Sohn. Du sollst ihn Jesus nennen. Er wird etwas ganz Besonderes sein. Durch ihn kommen Liebe, Frieden und Hoffnung zu den Menschen.“

Maria verstand nicht alles. Wie sollte das gehen? Sie stellte vorsichtig ihre Fragen. Doch je länger der Engel sprach, desto mehr spürte sie: Gott war ihr nahe. Er hatte einen Plan, den sie noch nicht ganz begreifen konnte – aber sie spürte, dass er gut war.

Schließlich nickte Maria. Ihr Herz klopfte schnell, doch sie sagte mutig: „Ich will, dass geschieht, was Gott sich gedacht hat. Ich vertraue ihm.“


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: Ein Engel erscheint Joseph im Traum

Joseph und der seltsame Traum

Nach einiger Zeit bemerkte Josef, dass sich bei Maria etwas veränderte. Ihr Bauch wurde runder. Sie war schwanger. Josef wusste, dass das Kind nicht von ihm war, und er war sehr durcheinander. Er mochte Maria so sehr – doch er verstand nicht, was geschehen war.

Er konnte nachts nicht schlafen. Immer wieder wälzte er sich hin und her. Er fragte sich: „Was soll ich tun? Soll ich die Verlobung lösen? Soll ich einfach weggehen?“ Er wollte Maria nicht schlecht behandeln, aber er wusste keinen Ausweg.

In einer Nacht, als er endlich vor Erschöpfung eingeschlafen war, hatte Josef einen Traum. In diesem Traum erschien ihm ein Engel, so wie Maria einen Engel gesehen hatte. Der Engel sagte: „Josef, hab keine Angst. Nimm Maria zu dir. Das Kind, das sie erwartet, kommt von Gott. Du sollst ihm den Namen Jesus geben. Durch ihn will Gott den Menschen ganz nahe sein und ihnen zeigen, dass er sie durch ihr ganzes Leben begleiten möchte. Gott hat einen guten Plan mit euch beiden.“

Josef wachte auf und setzte sich im Dunkeln auf. Sein Herz klopfte. Der Traum war so klar, so echt gewesen. Es war nicht wie ein durcheinandergeratener Gedanke, sondern wie eine Botschaft, die direkt in sein Inneres gesprochen hatte.

Am nächsten Morgen stand Josef entschlossen auf. Er suchte Maria auf und sagte zu ihr: „Ich bleibe bei dir. Wir gehen diesen Weg gemeinsam.“ Maria lächelte erleichtert. Nun waren sie nicht mehr nur verlobt – sie waren ein Team.


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: Maria und Joseph auf dem Weg nach Bethlehem

Der lange Weg nach Bethlehem

Eines Tages wurde im ganzen Land eine Nachricht verbreitet: Der Kaiser wollte wissen, wie viele Menschen in seinem Reich lebten. Jeder sollte in die Stadt gehen, aus der seine Familie ursprünglich stammte. Dort musste er sich in Listen eintragen lassen.

Josef stammte aus Bethlehem, der Stadt des berühmten Königs David. Also musste er dorthin reisen. Maria war inzwischen hochschwanger. Trotzdem machten sie sich gemeinsam auf den Weg. Sie wussten: Es würde nicht leicht werden.

Sie packten das Nötigste zusammen – etwas Brot, getrocknete Früchte, ein paar Decken. Dann ging es los. Es war eine lange, staubige Strecke über Hügel und steinige Wege. Maria ritt auf einem Esel, während Josef nebenherging und das Tier führte. Manchmal musste er den Esel antreiben, wenn der Weg steil war.

Tagsüber brannte die Sonne heiß. Nachts wurde es kalt, und der Wind pfiff über die Hügel. Maria spürte das Kind in ihrem Bauch treten. Sie legte manchmal die Hand darauf und flüsterte leise. Josef schaute sie besorgt an, wenn sie müde wurde. Dann suchten sie eine Stelle, um sich auszuruhen.

Tag für Tag ging es weiter. Berge tauchten auf und verschwanden wieder. Städte blieben hinter ihnen zurück. Schließlich, nach vielen anstrengenden Kilometern, sahen sie in der Ferne die Lichter einer Stadt. „Bethlehem“, sagte Josef leise. Maria atmete tief auf. Doch das Abenteuer war noch längst nicht zu Ende.


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: kein Platz in der Herberge

Kein Platz in der Herberge

Als sie Bethlehem erreichten, war die Stadt voller Menschen. Aus allen Richtungen waren Leute gekommen, um sich eintragen zu lassen. Überall hörte man Stimmen, Schritte, Rufen und Lachen. Türen klappten, Kinder weinten, Händler boten ihre Waren an.

Josef suchte dringend einen Platz zum Schlafen. Besonders, weil Maria jederzeit das Kind bekommen konnte. Er klopfte an eine Tür: „Habt ihr noch ein Zimmer für uns?“ Der Wirt schüttelte den Kopf. „Alles voll.“

Sie gingen weiter zur nächsten Herberge. Wieder klopfte Josef. Wieder dieselbe Antwort: „Kein Platz mehr.“ So ging es immer weiter. Die Straßen wurden dunkler, die Nacht rückte näher, und Maria wurde immer müder.

Josef wurde unruhig. „Herr, hilf uns“, murmelte er leise zu Gott. „Wir brauchen doch irgendwo einen Platz!“ Maria hielt sich an ihm fest. Sie spürte, dass das Kind bald kommen würde.

Schließlich trafen sie auf einen Wirt, der Mitleid hatte. Er sagte: „Drinnen habe ich wirklich keinen freien Raum mehr. Aber draußen, hinter dem Haus, ist ein Stall. Dort schlafen normalerweise die Tiere. Es ist nicht schön, aber ihr seid wenigstens im Trockenen, und der Wind zieht dort nicht so sehr.“

Maria und Josef schauten sich an. Ein Stall war gewiss nicht der Ort, von dem sie geträumt hatten. Doch sie hatten keine andere Wahl. Also nahmen sie das Angebot dankbar an.


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: Geburt von Jesus im Stall

Die Geburt im Stall

Der Stall war einfach und dunkel. Es roch nach Heu, nach Tieren und nach Erde. Im Stall standen eine Kuh, ein Esel und ein paar Schafe. Sie blickten neugierig auf, als Maria und Josef hereinkamen. Die Luft war warm und das Innere des Stalls bot Schutz vor dem Wind.

Josef breitete Decken auf Stroh aus, damit Maria sich hinlegen konnte. Draußen war es inzwischen Nacht geworden. Die Sterne leuchteten hell, und über dem Stall schien ein Stern besonders groß und klar zu strahlen.

In dieser Nacht geschah es: Maria bekam ihr Kind. Es war ein kleiner Junge. Er weinte mit einer kräftigen Stimme, so wie Neugeborene weinen. Maria nahm ihn behutsam in den Arm, wickelte ihn in Tücher und sah ihn mit staunenden Augen an.

„Willkommen, Jesus“, flüsterte sie. Josef stand daneben und schaute voller Rührung auf die kleine Gestalt. In diesem Moment war all ihre Müdigkeit und Erschöpfung verflogen.

Weil sie kein Kinderbett hatten, legten sie das Kind vorsichtig in eine Futterkrippe. Normalerweise fraßen die Tiere aus dieser Krippe. Jetzt aber wurde sie zu einem improvisierten Bett für das besondere Baby.

Der Stall war still. Nur das leise Schnauben der Tiere und das gleichmäßige Atmen von Maria und Josef war zu hören. Über allem lag ein Gefühl von Frieden, als hätte die ganze Nacht den Atem angehalten.


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: Hirten sehen Engel lobpreisen

Hirten unter dem Sternenhimmel

Nicht weit von Bethlehem entfernt, draußen auf den Feldern, saßen Hirten bei ihren Schafen. Sie passten auf die Tiere auf, damit nachts keine Wölfe kamen und niemand die Schafe stahl. Es war eine einfache, aber auch anstrengende Arbeit.

Die Hirten hatten ein kleines Feuer gemacht, um sich zu wärmen. Der Himmel über ihnen war klar und voller Sterne. Sie sprachen leise miteinander. Sie erzählten sich die neuesten Nachrichten aus der Gegend und lachten über einen Spaß, den ein Schaf sich tagsüber geleistet hatte.

Plötzlich wurde es hell. Nicht wie bei einem gewöhnlichen Blitz, der gleich wieder verschwindet, sondern ein sanftes, aber starkes Licht, das den ganzen Hügel erleuchtete. Die Hirten erschraken. Sie hielten sich die Hände vor die Augen.

Mitten in diesem Licht erschien ein Engel. Sein Gesicht war freundlich, doch die Hirten zitterten vor Staunen und Furcht. Sie waren einfache Leute, und so etwas hatten sie noch nie erlebt.


Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: die Weisen machen sich auf den Weg

Die Botschaft der Engel

Der Engel sagte: „Fürchtet euch nicht! Ich bringe euch eine gute Nachricht, die für alle Menschen wichtig ist. Heute ist in Bethlehem ein Kind geboren worden. Es ist der Retter, der von Gott kommt. Er bringt Frieden und Hoffnung. Ihr werdet das Kind finden, eingewickelt in Tüchern, in einer Futterkrippe liegend.“

Die Hirten hörten gebannt zu. Sie wagten kaum zu atmen. Ein Retter? Für alle Menschen? Für sie, die sonst niemand groß beachtete?

Plötzlich war da nicht mehr nur ein Engel. Auf einmal erschien eine ganze Schar von Engeln am Himmel. Es war, als würde ein himmlischer Chor auftreten. Überall Licht, überall Glanz. Die Engel sangen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden für die Menschen, an denen Gott Freude hat.“

Die Musik war so schön, dass die Hirten alles andere vergaßen – die Kälte, die Müdigkeit, ihre Sorgen. In ihrem Inneren wurde ihnen plötzlich warm und leicht zumute. Und dann, genauso plötzlich wie sie erschienen waren, verschwanden die Engel wieder.

„Kommt“, sagte einer, nachdem es wieder ganz still geworden war. „Wir gehen nach Bethlehem! Wir müssen dieses Kind sehen!“ Die anderen nickten heftig. Aufgeregt machten sie sich auf den Weg zur Stadt.


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: Hirten im Stall

Die Hirten im Stall

Die Hirten eilten durch die Nacht, so schnell sie konnten. Sie stolperten über Steine, ihre Mäntel flatterten im Wind, aber sie hielten nicht an. „Ein Kind in einer Futterkrippe“, wiederholte einer immer wieder. „So etwas habe ich noch nie gehört.“

In Bethlehem schauten sie sich um. Sie suchten nach einem Stall. Sie fragten Leute, die ihnen begegneten: „Habt ihr einen Stall gesehen, in dem ein neugeborenes Kind liegt?“ Manche schüttelten den Kopf, andere zuckten mit den Schultern. Aber einer der Bewohner deutete schließlich auf einen einfachen Stall am Rande der Stadt.

Vorsichtig öffneten die Hirten die Stalltür. Drinnen war es ruhig. Sie sahen Maria, die das Kind ansah, Josef, der daneben stand, und das kleine Baby, das in der Futterkrippe lag.

Die Hirten blieben stehen, wie angewurzelt. Es war kein König mit Krone, kein großer Palast, kein goldenes Bett. Nur ein einfacher Stall, einfache Menschen und ein Kind!

Doch in diesem Moment spürten sie etwas in ihren Herzen – eine Wärme, die sie nicht erklären konnten. Es war, als würde Gott selbst ihnen ganz nahe sein.

„Wir haben Engel gesehen“, sagte einer der Hirten leise zu Maria und Josef. „Sie haben uns gesagt, dass dieses Kind der Retter ist.“ Und dann erzählten sie alles – vom hellen Licht, von der Musik, von der Botschaft der Engel.

Maria hörte aufmerksam zu. Sie sagte nicht viel, aber sie merkte sich jedes Wort. Sie legte alles, was gesagt wurde, tief in ihrem Herzen ab, wie einen Schatz.

Als die Hirten den Stall wieder verließen, waren sie voller Freude. Sie lobten Gott, redeten unterwegs begeistert miteinander und erzählten den Menschen, denen sie begegneten, von dem Kind in der Krippe.


Die Weihnachtsgeschichte Bibel: drei weise Sterndeuter

Weit weg – Sterndeuter entdecken etwas Besonderes

In einem fernen Land, weit östlich von Bethlehem, lebten gelehrte Männer. Sie wurden Sterndeuter oder Weise genannt. Sie beobachteten jede Nacht den Himmel, kannten die Sternbilder und achteten auf Zeichen.

Eines Abends bemerkten sie einen besonders hellen Stern, den sie noch nie zuvor gesehen hatten. Er strahlte so klar, als wolle er etwas Wichtiges ankündigen.

Die Sterndeuter setzten sich zusammen und studierten alte Schriften. In diesen Büchern wurde erzählt, dass ein neuer Stern erscheinen würde, wenn ein großer König geboren würde, einer, den Gott selbst geschickt hatte.

„Seht ihr das auch?“, fragte einer. „Dieser Stern ist ein Zeichen! Ein König ist geboren worden.“

Sie berieten sich lange. Schließlich entschieden sie: „Wir werden uns auf den Weg machen und dieses Kind suchen. Wir wollen ihm Geschenke bringen und es ehren.“

Also packten sie kostbare Dinge zusammen: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Gold für einen König, Weihrauch für Gott und Myrrhe als Zeichen dafür, dass dieses Kind auch Leid und Schmerz kennen würde. Dann bereiteten sie ihre Kamele vor und machten sich auf eine lange Reise.


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: ein Stern weist den Weg

Ein Stern weist den Weg

Die Reise der Sterndeuter dauerte lange. Sie zogen durch Wüsten, über Berge, durch Städte und Dörfer. Tagsüber war es heiß, nachts kühl. Manchmal wurden sie müde. Aber jedes Mal, wenn sie aufblickten und den besonderen Stern sahen, wussten sie: Wir sind auf dem richtigen Weg.

Sie folgten dem Stern Richtung Westen, immer weiter. Schließlich kamen sie in die große Stadt Jerusalem. Dort glaubten sie, das Kind zu finden, denn in einer Hauptstadt wohnen doch meist die Könige.

Sie fragten die Leute: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, um ihm Ehre zu erweisen.“

Die Nachricht sprach sich schnell herum und erreichte auch König Herodes, der damals in Jerusalem herrschte. Herodes wurde nervös. Ein neuer König? Sollte ihm jemand sein Amt wegnehmen? Er mochte den Gedanken überhaupt nicht.

Er ließ die Sterndeuter rufen und fragte genau nach. Sie erklärten ihm, was sie in den alten Schriften gelesen hatten. Herodes tat so, als wäre er interessiert. „Geht nach Bethlehem“, sagte er. „Dort soll nach den Schriften das Kind geboren werden. Wenn ihr es gefunden habt, kommt wieder zu mir zurück und sagt mir, wo es ist. Ich möchte es auch ehren.“

Doch in seinem Inneren dachte Herodes etwas ganz anderes. Er wollte das Kind loswerden, weil er Angst um seine Macht hatte.

Die Sterndeuter verneigten sich höflich, verließen den Palast und folgten weiter dem Stern. Sie ahnten noch nicht, was Herodes wirklich dachte.


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: Heilige drei Könige im Stall

Die Weisen finden das Kind

Wieder erschien der helle Stern am Himmel. Die Sterndeuter freuten sich: „Seht, er zieht vor uns her!“ Der Stern blieb schließlich über einem Stall stehen, nicht über einem Palast.

Verwundert sahen sich die Weisen an. „Hier soll der neue König sein?“ Doch sie gingen hinein.

Drinnen fanden sie Maria, Josef und das kleine Kind. Es sah aus wie ein normales Baby – es lächelte, es weinte, es strampelte mit den Beinen. Aber die Weisen spürten: Hier ist etwas Besonderes. Es war, als ob Gottes Liebe den kleinen Raum erfüllte.

Sie gingen auf die Knie. In anderen Ländern verbeugte man sich vor Königen – hier taten sie es vor einem Baby. Sie öffneten ihre kostbaren Schätze und legten sie vor die Krippe: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Maria und Josef staunten nicht schlecht. Sie waren einfache, arme Leute, und nun knieten diese gebildeten Männer vor ihrem Kind und brachten ihm königliche Geschenke.

Die Sterndeuter blieben eine Weile, beobachteten das Kind, sprachen leise miteinander. Sie erzählten sie, wie weit sie gereist waren und wie der Stern sie geführt hatte.

In der Nacht hatten sie jedoch einen Traum. Darin warnte Gott sie: „Geht nicht zurück zu Herodes. Er meint es nicht gut mit dem Kind. Wählt einen anderen Weg nach Hause.“

Am nächsten Morgen brachen sie auf und schlugen einen anderen Weg ein, weit weg von Jerusalem. Sie vertrauten darauf, dass Gott sie sicher führen würde.


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: Flucht nach Ägypten

Gefahr – und Gottes Schutz

Nachdem die Weisen fort waren, erschien Josef erneut ein Engel im Traum. Seine Botschaft war ernst: „Steh auf, nimm das Kind und Maria, und flieh nach Ägypten. Herodes will das Kind suchen und ihm etwas Böses antun. Bleibe dort, bis ich dir sage, dass du zurückkommen kannst.“

Josef wachte auf und wusste sofort: Das war nicht nur ein normaler Traum. Es war eine Warnung von Gott. Er weckte Maria und erklärte ihr alles. Obwohl es mitten in der Nacht war und sie müde waren, packten sie ihre wenigen Sachen zusammen.

Leise, um niemanden zu wecken, machten sie sich auf den Weg. Maria hielt Jesus im Arm, Josef führte sie. Vielleicht waren sie ängstlich, aber sie vertrauten darauf, dass Gott bei ihnen war.

Sie gingen in ein anderes Land, nach Ägypten, wo sie zunächst niemand kannte. Dort lebten sie als Fremde. Es war bestimmt nicht immer leicht. Aber sie wussten: So war das Kind in Sicherheit.

Später, als Herodes gestorben war, erschien Josef noch einmal ein Engel im Traum und sagte ihm, dass sie zurückkehren könnten. Wieder packte die kleine Familie ihre Sachen – diesmal ging der Weg zurück in ihr Land. Schließlich ließen sie sich in Nazareth nieder, der Stadt, in der alles begonnen hatte.

Jesus wuchs dort auf: Er lernte laufen, sprechen, lachen und helfen. Er lernte von Josef das Handwerk und von Maria Geschichten, Lieder und Gebete. Schritt für Schritt bereitete er sich auf das vor, wofür Gott ihn in die Welt geschickt hatte.


Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel: Engel auf Feld

Schlussgedanken zur Weihnachtsgeschichte

Die Geschichte von der Geburt Jesu ist schon sehr alt. Und doch erzählen sich Menschen auf der ganzen Welt diese Geschichte immer noch – besonders an Weihnachten. Warum?

Weil dieses Kind nicht irgendein Kind war. In ihm ist Gott den Menschen ganz nah gekommen. Nicht als mächtiger König in einem Palast, sondern als Baby in einem Stall. Nicht mit Kraft und Gewalt, sondern mit Liebe und Frieden.

Die Hirten kommen aus der Nähe, die Weisen aus der Ferne. Arme und Reiche, Einfache und Gebildete – sie alle finden den Weg zur Krippe. Und alle spüren: Hier beginnt etwas Neues.

Wenn wir heute Weihnachten feiern, denken wir an dieses Licht in der dunklen Nacht, an die Musik der Engel, an den Mut von Maria und Josef, an die Freude der Hirten und an die langen Wege der Sterndeuter.

Vielleicht kennst du das: Manchmal fühlt sich das Leben dunkel oder schwer an. Aber die Weihnachtsgeschichte erzählt: Gott vergisst die Menschen nicht. Er kommt ihnen entgegen. Er bringt Hoffnung, auch wenn alles klein und unscheinbar wirkt – wie ein Baby in einer Futterkrippe.

Anzeige


Weihnachtsgeschichte als PDF-Datei zum Ausdrucken:

Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel für Kinder als PDF


Sind Sie bei Pinterest?

Dann wäre es wunderbar, wenn Sie diese Weihnachtsgeschichte über eines der folgenden drei Bilder via Pinterest teilen würden, damit auch andere sie kennenlernen:

Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel kindgerecht illustriert
Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel
Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel für Kinder von 6 bis 12 Jahren

Weihnachtsgeschichten für Kinder

Weihnachtsgeschichten und Märchen, passend zur Advents- und Weihnachtszeit, zum Vorlesen und Selberlesen – kostenlos als PDF zum Ausdrucken. Mit liebevollen Illustrationen!


  1. Adventsgeschichte: Mäuschen Mikas „brennender“ Wunsch