Hier finden Sie eine kurze Gute-Nacht-Geschichte für Ihr Kind, die vom Wiederfinden eines geliebten Handschuhs erzählt. Sie eignet sich besonders für Kinder im Kindergarten und in der Vorschule, die das Thema Verlieren und Wiederfinden – und die Frage „Schimpft Mama jetzt?“ – gut aus ihrem Alltag kennen. Die Geschichte ist bewusst ruhig erzählt und ideal, um den Tag sanft ausklingen zu lassen.
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Unten auf der Seite gibt es die Gute-Nacht-Geschichte „Der verlorene Handschuh“ als PDF zum Download.
Steckbrief zur Gute-Nacht-Geschichte „Der verlorene Handschuh“
Hier zunächst eine kurze Übersicht zur Gute-Nacht-Geschichte „Der verlorene Handschuh“ – mit Altersgruppe, Themen und zentralen Botschaften:
| Kriterium | Klassifizierung |
|---|---|
| Gehört zu | Gute Nacht-Geschichten, Kindergeschichten, kurze Geschichten, Alltagsgeschichten, Wintergeschichten, Mutmachgeschichten, Geschichten für den Kindergarten und die Vorschule |
| Altersgruppe | Zum Vorlesen: ca. 4 bis 7 Jahre (Lesezeit 3 bis 4 Minuten) Zum Selberlesen: ca. 7 – 9 Jahre (Kita, Vorschule, Grundschule ) |
| Werte | Vertrauen zwischen Eltern und Kind, Geborgenheit in der Familie, Mut und Selbstvertrauen, ehrlicher Umgang mit Ängsten, Zuversicht („Am Ende wird vieles gut“), Achtsamkeit und emotionale Unterstützung |
| Themen | Verlieren und Wiederfinden eines geliebten Gegenstands; Sorge vor der Reaktion der Mutter; Umgang mit Traurigkeit und Unsicherheit; Alltag in Kindergarten und Vorschule; Winter und Schnee als erzählerischer Rahmen; erfahrene Hilfsbereitschaft durch eine unbekannte Person; das Gefühl, dass Mama auf der Seite des Kindes steht |
| Botschaften | Es ist in Ordnung, etwas zu verlieren oder Fehler zu machen – wichtig ist, darüber zu sprechen und sich trösten zu lassen. |
| Gemeinsame Gespräche und ein verständnisvoller Umgang der Eltern helfen Kindern, mit ihren Sorgen besser umzugehen. | |
| Auch wenn man zuerst sehr traurig ist, können sich Dinge zum Guten wenden. |
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Der verlorene Handschuh
Im Kindergarten von Luisa war Winter. Über Nacht hatte es geschneit, und der Garten lag wie unter einer weißen Decke. Die Winterwelt lag ruhig da, nur die Kinderstimmen klangen fröhlich durch die kalte Luft.
Luisa trug rote Stiefel, eine dicke Mütze und ihre allerliebsten Handschuhe: rot, mit einem großen weißen Stern auf dem Handrücken. Die Handschuhe hatte sie von Oma bekommen, und jedes Mal, wenn sie sie anzog, musste sie an sie denken.
Draußen im Garten bauten die Kinder einen Schneemann. Luisa half ihrem Freund Ben, eine große Schneekugel zu rollen. Weil ihre Hände warm wurden, zog sie einen Handschuh kurz aus und steckte ihn in die Jackentasche. Dann rannte sie lachend zur Rutsche, vergaß den Handschuh und spielte weiter.
„Kinder, wir gehen rein!“, rief die Erzieherin.
Alle liefen zur Tür, klopften den Schnee von den Jacken und zogen sich im Flur aus. Luisa hängte ihre Mütze an den Haken und griff in die Jackentasche. Da wurde ihr ganz komisch.
Nur ein Handschuh.
„Wo ist der andere?“ flüsterte sie. Sie schaute auf die Bank, unter die Garderobe, zwischen die Stiefel und hinter die Tasche. Kein roter Handschuh mit weißem Stern.
„Was ist los, Luisa?“, fragte die Erzieherin.
„Mein Lieblingshandschuh ist weg“, antwortete Luisa leise. „Der rote mit dem weißen Stern.“
„Nach dem Essen schauen wir draußen nach“, sagte die Erzieherin freundlich. „Vielleicht liegt er im Schnee.“
Beim Essen schob Luisa die Nudeln auf ihrem Teller hin und her. Sie stellte sich ihren Handschuh allein im kalten Schnee vor. Was, wenn jemand drauftrat? Oder er unter einer Schneeschicht verschwand?
Nach dem Essen gingen sie noch einmal in den Garten. Sie suchten bei der Rutsche, bei der Schaukel, neben dem Schneemann und am Zaun entlang. Luisa stapfte sogar dorthin, wo sie mit Ben die Schneekugel gerollt hatte.
Doch nirgends lag ein roter Handschuh mit weißem Stern.
Auf dem Heimweg hielt Luisa Mamas Hand ganz fest. Die rechte Hand steckte im Handschuh, die linke versteckte sie tief in der Jackentasche.
„Du bist heute so still“, sagte Mama. „Ist etwas passiert?“
Luisa schluckte. „Ich … ich habe meinen Lieblingshandschuh verloren“, murmelte sie. „Ich hab nicht gut aufgepasst.“ Sie wartete darauf, dass Mama schimpfen würde.
Mama blieb stehen und schaute sie sanft an. „Oh nein“, sagte sie. „Das ist wirklich schade, ich weiß, wie sehr du ihn magst. Aber ich bin nicht böse, Luisa. Sowas kann passieren. Morgen schauen wir noch einmal beim Kindergarten. Vielleicht war jemand lieb und hat ihn gefunden.“
In Luisa keimte ein kleines bisschen Hoffnung auf. Trotzdem dachte sie abends im Bett noch an den Handschuh. Bevor sie die Augen schloss, flüsterte sie: „Bitte, lieber Handschuh, geh nicht verloren.“
Am nächsten Morgen war die Luft kalt und klar. Als Luisa mit Mama zum Kindergarten ging, pustete sie kleine Wolken in die Luft. Schon von Weitem konnte sie den Zaun vor dem Eingang sehen.

Plötzlich blieb sie stehen. „Mama! Schau mal!“
Auf einem Holzpfahl des Gartenzauns steckte etwas Rot leuchtendes. Ein Handschuh. Rot, mit einem weißen Stern.
„Das ist meiner!“, rief Luisa und rannte hin. Schnee bröselte herunter, als sie den Handschuh vorsichtig vom Zaunpfahl nahm.
„Jemand war sehr lieb zu mir“, sagte Luisa leise. „Jemand hat meinen Handschuh extra so hingelegt, damit ich ihn finde.“
Mama lächelte. „Ja“, sagte sie. „Jemand hat an dich gedacht.“
Luisa schlüpfte in beide Handschuhe und bewegte ihre Finger. „Jetzt haben sich meine Handschuhe wiedergefunden“, sagte sie glücklich.
Im Kindergarten erzählte sie allen von dem Zaunpfahl-Fund. Niemand wusste, wer den Handschuh dort hingesteckt hatte. Aber Luisa war sicher: Irgendwo ganz in der Nähe war ein heimlicher Helfer – und der wusste genau, wie wichtig ein roter Handschuh mit weißem Stern sein kann. 🌟
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