Diese Gute-Nacht-Geschichte nimmt Sie und Ihr Kind mit in einen Wald, in dem ein kleiner Hase und ein Wolfskind etwas Unerwartetes wagen: Sie werden Freunde, obwohl alle sagen, das gehe nicht. Schritt für Schritt zeigt die Geschichte, wie Mut, Vertrauen und Freundschaft stärker sein können als Angst und Vorurteile. Sie eignet sich gut zum Vorlesen am Abend und öffnet einen sanften Raum für Gespräche darüber, dass Anderssein nichts Schlimmes ist – sondern eine Chance, einander neu zu begegnen.
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Unten auf der Seite gibt es die Gute-Nacht-Geschichte „Der Hase und das Wolfskind“ als PDF zum Download.
Steckbrief zur Gute-Nacht-Geschichte „Der Hase und das Wolfskind“
Hier zunächst eine kurze Übersicht zur Geschichte „Der Hase und das Wolfskind“ – mit Altersgruppe, Themen und zentralen Botschaften:
| Kriterium | Klassifizierung |
|---|---|
| Gehört zu | Gute Nacht-Geschichten, Kindergeschichten, kurze Geschichten, Geschichten für die Grundschule, Freundschaftsgeschichten |
| Altersgruppe | Zum Vorlesen: ca. 5 bis 9 Jahre (Lesezeit 3 bis 4 Minuten) Zum Selberlesen: ca. 7 – 10 Jahre (Grundschule ) |
| Werte | Mut, Empathie, Freundschaft, Toleranz, Hinterfragen von Vorurteilen |
| Themen | Freundschaft wider alle Unterschiede (Raubtier und Beutetier als Freunde), Mut, für jemanden einzustehen, obwohl andere dagegen sind, Vorurteile und Feindbilder in Familien und Gruppen, Empathie, Vertrauen und Zivilcourage von Kindern, Regeln hinterfragen, wenn sie ungerecht wirken |
| Botschaften | Wahre Freundschaft entscheidet sich nicht nach Art oder Herkunft, sondern danach, wie man miteinander umgeht. |
| Vorurteile können sich ändern, wenn jemand den ersten Schritt wagt und Mut zeigt. | |
| Kinder können Erwachsenen neue Wege zeigen, friedlich miteinander zu leben. | |
| Ein mitfühlendes Herz kann stärker sein als alte Regeln und Rollenbilder. |
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Der Hase und das Wolfskind
Im tiefen Wald lebte der kleine Hase Fips. Die Großen sagten immer: „Hüte dich vor den Wölfen! Die sind gefährlich!“
Nicht weit entfernt, in einer Felsenhöhle, lebte das Wolfskind Luno. Auch er hörte ständig: „Hasen sind Beute, keine Freunde. Vergiss das nicht!“
Eines Abends, als der Himmel rosa war, trafen sich Fips und Luno zufällig an der Waldquelle. Beide erschraken, riefen gleichzeitig „Huch!“ und mussten lachen.
„Du bist gar nicht so furchteinflößend“, sagte Fips.
„Und du gar nicht so ängstlich“, meinte Luno.
Sie setzten sich ans Wasser, erzählten von ihren Tagen und zeichneten mit Stöckchen Muster in den Sand. Von da an trafen sie sich jeden Abend heimlich an der Quelle. Sie spielten Fangen und Verstecken. Nur eines war wichtig: Niemand durfte von ihrer Freundschaft erfahren.

Eines Tages zog ein Sturm über den Wald. Fips war weit weg von seinem Bau, als ein dicker Ast seinen Rückweg versperrte. Hinter ihm rauschte ein Bach, der durch den Regen zu einem reißenden Fluss geworden war.
„Hilfe!“, rief Fips.
Nur einer hörte ihn: Luno. Er erkannte Fips’ Ruf sofort. Ohne zu überlegen, rannte er los, immer dem schwächer werdenden „Hilfe“ nach.
Als Luno den Bach erreichte, sah er Fips auf einem Baumstamm stehen, der quer über dem Bach lag, zitternd vor Angst. Unter ihm rauschte das Wasser, so wild, dass er sich nicht vorwärts und nicht zurück traute. Einige Tiere lugten aus dem Gebüsch. „Weg da, der Wolf!“, wisperten sie.
Luno blieb stehen und rief: „Fips, bleib da, ich komme zu dir!“
Mit einem Satz sprang er auf das Uferstück, von dem der Baumstamm ausging, und kletterte vorsichtig auf den Stamm. Er setzte die Pfoten langsam voreinander, bis er Fips erreicht hatte.
„Spring auf meinen Rücken, ich passe auf dich auf“, sagte Luno ruhig.
Fips dachte nur einen Herzschlag lang nach. Dann klammerte er sich an Lunos Fell. Schritt für Schritt balancierte Luno mit Fips auf dem Rücken über den Baumstamm bis ans andere Ufer. Der Bach spritzte unter ihnen, doch Luno hielt das Gleichgewicht, bis beide sicher im Gras landeten.
Der Sturm legte sich langsam. Verwundert standen die Tiere des Waldes zusammen. Alle sahen, wie ein Hase und ein Wolfskind nebeneinander im Gras saßen, nass, aber lachend. Sie warfen sich Tannenzapfen zu.
„Warum … warum frisst du ihn nicht?“, stotterte ein alter Hase.
Fips legte Luno eine Pfote auf die Schulter. „Weil er mein Freund ist“, sagte er.
„Und Freunde frisst man nicht“, fügte Luno hinzu.
Es wurde ganz still im Wald. Raubtier und Beutetier spielten einfach weiter, als wäre das das Normalste auf der Welt.
Die Tiere schauten sich an. Vielleicht, dachte der alte Hase, hatten sie sich alle geirrt.
Seit diesem Tag trafen sich Fips und Luno nicht mehr heimlich. Ihre Freundschaft war stärker als jede Angst – und der Wald hatte eine neue Lieblingsgeschichte.
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Gute-Nacht-Geschichte als PDF-Datei zum Ausdrucken:

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