Inspirationen auf dem Lebensweg
Über die Liebe

Über die Liebe

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von Johanna Wagner am 23.12.2019

Über die Liebe gibt es viel zu sagen: Jeder sehnt sich nach DER LIEBE und hofft, dass sie in einer Partnerschaft für immer währt. Das wünschen wir uns doch so sehr: Einen Partner, auf den man sich absolut verlassen kann, der einen versteht und so annimmt wie man ist, und mit dem man alles Wichtige im Leben teilen kann. Doch wie sieht es damit und vor allem mit der Beständigkeit der Liebe aus?

Die Beständigkeit der Liebe

Möchte man sich auf die Beobachtungen hinsichtlich der Liebe bei anderen und vielleicht auch im eigenen Leben beziehen, dann könnte man meinen, es handelt sich bei der „Liebe“ vielmehr um ein willkürliches Zusammenkommen, miteinander Ringen und wieder Auseinandergehen.

So manch eine Beziehung gleicht gar mehr einem Kriegsschauplatz als einem liebevollen und sich gegenseitig unterstützenden Miteinander. Die einen finden den ersehnten Partner nicht, die anderen sind unglücklich in ihrer bestehenden Beziehung und wieder andere trifft es wie ein Schlag, wenn der Partner oder die Partnerin sich plötzlich von einem abwendet und einen verlässt.

Warum streben viele dennoch weiterhin das Glück in der Liebe an, anstatt sich nach einer erneuten Bauchlandung endgültig von der Liebe und den Enttäuschungen, die sie mit sich bringen kann, zu verabschieden?

Was macht die Liebe so attraktiv? Was macht die intensive Nähe zu einem anderen Menschen so erstrebenswert?

Hat einen die Liebe berührt, so verleiht sie dem Menschen einen Einblick in das Paradies. Denn was passiert bei frisch Verliebten? Sie verwandeln sich in andere Menschen: Der zuvor Unglückliche vergisst plötzlich seine Frustrationen, die ihn vorher geplagt haben, und sieht in Anbetracht der geliebten Partnerin oder des geliebten Partners das Glück auf Erden. Alles geht leicht von der Hand, die Sonne strahlt tief ins Innere des Herzens. Der Mensch im Liebesglück fühlt sich geliebt, geborgen, lebendig, kraftvoll.

Es fühlt sich so an, als ob man in dieser glücklichen Situation die ganze Welt aus den Angeln heben und Berge versetzen könnte. Alles erscheint machbar. Nun hat der von der Liebe Ergriffene auch im Kontakt mit anderen ein liebendes Auge. Er kann leichter verstehen, ist gegenüber seinen Mitmenschen offener und selbst ein misstrauischer Mensch betrachtet nun jeden als Freund und fühlt sich mit der ganzen Welt und all seinen Kreaturen verbunden. Ja, der Liebende könnte schier die ganze Welt umarmen.

Es ist wie im Drogenrausch. Doch tatsächlich ist es so, dass im Gefühl des Verliebtseins oder der Liebe das Schwingungs- und Liebeslevel sich wie bei einem Barometer nach oben bewegt. Es ist ein anderer Seinszustand erreicht und der Betroffene bewegt sich hinsichtlich einer Zufriedenheitsskala weit oberhalb des Durchschnitts seiner Mitmenschen.

Selbst physiologisch kann man den veränderten Zustand durch die erhöhte Produktion gewisser Hormone im Zustand des Verliebtseins und der Liebe nachweisen.

Wie schön wäre es doch, in diesem Zustand für immer zu verbleiben! Gäbe es da nicht die Schwächen der Menschen und ihre unberechenbare Natur. Schnell ist oftmals das Glück der neu gefundenen Liebe wieder verschwunden und es fühlt sich dann so an, als wäre man gerade nach einer kurzen Verweildauer im Paradies aus diesem wieder verstoßen worden. Der Fall in die Tiefe von Traurigkeit und Depression erscheint dann unerträglich – Liebeskummer stellt sich ein.

Wenn die Liebe endet – Liebeskummer

Was ist für viele eigentlich so schlimm daran, wenn es zu einer Trennung kommt, vor allem dann, wenn einem der Partner verlässt? Wieso empfinden wir Liebeskummer, wenn die Liebe endet?

Der Mensch wünscht sich Verbundenheit, ja eine positive Gebundenheit, die er, wenn er Glück hatte, zumindest in einem gewissen Umfang als Säugling oder Kleinkind erfahren hat. Zwar wird er von Jahr zu Jahr eigenständiger und ist immer weniger auf die Zuwendung durch seine Eltern und andere Menschen angewiesen. Dennoch bleibt eine tiefe Sehnsucht nach Gebundenheit in ihm.

Verlässt man das Elternhaus, ist es nicht mehr die Bindung an seine Eltern, nach der er strebt, sondern dieses positive Gefühl einer Gebundenheit versucht er nun durch die Zuwendung zu einem Liebespartner zu erreichen, um mit ihm etwas Eigenes zu beginnen und zu erschaffen. Im besten Fall gelingt dies auch und führt zu einer dauerhaften, überwiegend positiv gefärbten Lebensbeziehung, die einem ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit verleiht.

Hindernisse in der Liebe bzw. Liebesfähigkeit

Das Entscheidende ist, inwieweit es gelingt, eine tragfähige Bindung zu einem anderen Menschen aufzubauen. Doch hierin liegen meist auch die größten Hindernisse. Es kommt stark auf die Vorerfahrungen eines Menschen an, inwieweit es ihm gelingt, sich von seinem Herzen vertrauensvoll an einen anderen Menschen zu binden. Viele schaffen es nicht, eine Bindung zu einem Liebespartner bzw. einer Liebespartnerin einzugehen. Entweder wagen sie es erst gar nicht, sich auf das Abenteuer der Liebe einzulassen, oder sie verhalten sich distanziert oder wechselhaft zu- oder abgewandt gegenüber dem Partner.

Bindung versus ungebundenes Verhalten in der Liebe

Warum sucht der eine das Abenteuer in einem One-Night-Stand oder einer kurzen Liebesepisode, während der andere nach einer beständigen Beziehung strebt? Das Antwort liegt im Bindungsverhalten der Menschen, das sich in einer Liebesbeziehung zeigt. Dies ist lange schon ein offenes Geheimnis, denn wie die entsprechende Literatur immer wieder beschreibt, gibt es verschiedene Bindungstypen:

  • den sicher Gebundenen
  • den ängstlich Gebundenen und
  • den Vermeider von Bezogenheit

Der sicher Gebundene

Die Liebe und der sicher Gebundene: Dem sicher Gebundenen gelingt es meist, die damals als Kind erlebten relativ guten Beziehungserfahrungen auch später auf eine Partnerschaft zu übertragen und lebt dann entweder ein gemeinsames Leben lang oder immer wieder in lang andauernden Beziehungen mit seiner Partnerin oder seinem Partner zusammen.

Der ängstlich Gebundene

Die Liebe und der ängstlich Gebundene: Der ängstlich Gebundene dagegen ist sich seiner Sache nicht so sicher und leidet in einer Liebesbeziehung unter der Befürchtung, den Partner bzw. die Partnerin wieder zu verlieren. Das führt oft zu anklammerndem Verhalten oder auch zu einem Festhalten an einer Partnerschaft, die einem nicht gut tut. Der Mensch, der unter Verlust- und Verlassenheitsängsten leidet, vermeidet eine Trennung und ist bereit, sich oftmals über die Maßen für eine Beziehung und den Erhalt dieser einzusetzen. Dies wird dann oftmals von einem Partner, der weniger bereit ist, sich in Liebe für die Gemeinschaft zu engagieren, ausgenutzt.

Der Beziehungsvermeider

Die Liebe und der Beziehungsvermeider: Und schließlich gibt es auch die Beziehungsvermeider, die sich den negativen Erfahrungen, die sie in ihrer Vergangenheit erlebt haben, entweder einer destruktiven Bindungserfahrung oder starken deprivierenden Erlebnissen nicht mehr aussetzen wollen, und von daher eine langfristige Beziehung ausschlagen oder aus einer vorhandenen Beziehung immer wieder ausbrechen.

Beziehungsängstliche Menschen haben negative Bindungserfahrungen und wurden oftmals auch von ihren Bezugspersonen eingeengt, in ihrer persönlichen Entfaltung behindert oder gar von diesen missbraucht. Somit erscheint dem beziehungsängstlichen eine feste Beziehung als eine weitere Gefahr für leidvolle Erfahrungen, denen er unbedingt entgehen will.

Dadurch wird das ehemalige Opfer oft selbst zum Täter, indem es einen Beziehungspartner in entscheidenden Momenten fallen lässt und die Flucht ergreift. Diese Flucht geschieht meist völlig unbewusst und erscheint dem Täter selbst nicht erklärbar. Gerade dann, wenn seine Gegenwart besonders wichtig wäre, um den anderen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen und beizustehen, packt er bzw. sie oft heimlich die Koffer und ist plötzlich verschwunden.

Das führt natürlich dazu, dass der Zurückgebliebene mehr als nur vor den Kopf gestoßen ist und wiederum Verletzungen erleidet, die sich nachhaltig negativ auf das Wohlbefinden und das Vertrauen in die Menschen und die Welt auswirken können.

Warum ist uns die Sicherheit in einer Liebesbeziehung so wichtig?

Der Mensch ist in die unsichere, materielle Welt hineingeworfen und aufgrund der körperlichen und psychischen Verletzlichkeit auf die Zuwendung und Unterstützung durch andere angewiesen. Andernfalls gibt es kein Überleben.

In ursprünglicheren oder kollektivistischen Gesellschaften waren und sind von daher die Bande an die Familie und die Gruppe elementar wichtig und werden besonders gepflegt. Loyalitätsbrüche werden aufgrund der engen Verwobenheit des Lebens mit der lebenserhaltenden Gruppe als besonders gravierend gesehen und von daher entsprechend geahndet. Auch heute noch gibt es Gesellschaften, in denen ein Ehebruch mit dem Tod geahndet wird (in patriarchalischen Gesellschaften meist allerdings nur bei der Frau).

Dadurch, dass in der westlichen Zivilisation die Funktionen der Familie immer mehr durch die Gesellschaft übernommen und abgelöst werden, hat sich hier die Lage deutlich geändert. Das Schuldprinzip bei einer Scheidung wurde lange schon abgeschafft und nun wird ein Individuum stärker bestraft durch das zwanghafte Festhalten an einer Beziehung (z.B. beim Stalken) als durch den Verrat einer Beziehung durch Beziehungs- oder Ehebruch.

Obwohl heute niemand mehr zugrunde geht, wenn er von seinem Partner oder seiner Partnerin verlassen wird, wird das Verlassenwerden durch einen Partner dennoch immer noch als gravierend und elementar schlimm empfunden. Das scheint völlig widersinnig zu sein, denn heute kann man durch das Weggehen eines Liebespartners nicht mehr zugrunde gehen. Dennoch wird es häufig so empfunden. Der Fall von der Höhe des Beziehungshimmels in die Tiefe der Hölle der einsamen Hoffnungslosigkeit im Falle des Verlusts des Partners bzw. der Partnerin erscheint häufig (zumindest vorübergehend) so, als ob das Leben zu Ende geht.

Von daher sind auch in unserer heutigen freiheitlichen Gesellschaft, in der in Punkto Liebe (fast) alles erlaubt ist, Verletzungen innerhalb von Beziehungen immer noch keine Kavaliersdelikte, sondern bedürfen eines achtsamen, liebevollen Vorgehens.

Veränderung des Bindungsverhaltens in der Liebe im Laufe der Zeit und in unterschiedlichen Gesellschaften

Die Liebe und die Regeln zu früheren Zeiten

Zu früheren Zeiten wurde das Verhalten des Menschen sehr stark durch die Regeln einer Gruppe oder einer Gesellschaft oder durch religiöse Normen geregelt, auch was die Liebe anbetraf. Regelverstöße wurden schwer bestraft und die Mitglieder der Gruppe hatten Angst vor den Sanktionen, die sie beim Überschreiten der gesellschaftlichen Regeln erwarten würde. Von daher versuchte man, sich möglichst an die Normen und Regeln zu halten und grenzte diejenigen aus, die nicht gewillt waren, das zu tun.

Es kam nicht auf die Belange und inneren Bedürfnisse eines Individuums an, sondern auf den Schutz und den Erhalt der Gruppe. Vor allem die Religion hatte dabei oftmals die Aufgabe, die Glaubensgeschwister in den richtigen Bahnen zu halten und Regelverstoße durch drastische Maßnahmen zu ahnden.

Die Liebe und die Freiheit

In unserer individualistischen Gesellschaft dagegen haben sich die zwischenmenschlichen Regeln auf ein Minimum reduziert. Jeder kann mit dem Sexual- oder Beziehungspartner seiner Wahl zusammen kommen, sei es einmalig oder ein ganzes Leben lang. Die Regeln von Moral und Religion haben sich immer mehr aufgelöst und jeder ist für sein Verhalten selbst verantwortlich. Wir leben in einer freiheitlichen westlichen Gesellschaft und können in Punkto „Liebe“ im Vergleich zu früher viel mehr tun und lassen, was wir wollen.

Da hat unterschiedliche Auswirkungen: Der Mensch, der von seiner Entwicklung her keine inneren ethischen Regeln verankert hat, sondern auf das äußere Regulativ durch gesellschaftliche Moral und die Regeln der Religion angewiesen ist, wird in all der Freiheit erst mal genießen und unter Umständen aber auch sein Unwesen treiben, bis er dann doch wieder auf Regeln stößt, die ihn von weiteren unethischen und unmenschlichen Verhaltensweisen abhalten.

Er wird sich schwer tun, in sich selbst die Hinweise zu finden, die sein Verhalten regeln. Somit ist nicht selten das Gefängnis ein letzter Stop, wenn er dann doch in seiner Freiheit zu weit gegangen ist. Ein solcher Mensch wird in sich in der Regellosigkeit dieser Welt verirren und letztendlich keine Befriedigung aus der scheinbaren unendlichen „Freiheit“ ziehen, obwohl sie ihm doch – auf den ersten Blick zumindest – so verlockend erscheinen mag.

Die Liebe und das Verhältnis zu Moral und Religion

Unsere westliche Welt befindet sich in einem Übergang, was Moral und Religion anbelangt. Die alten übertriebenen und nicht mehr passenden Regeln von früher wollen wir nicht mehr, doch auf der anderen Seite scheinen wir oft nicht zu wissen, was wir wollen: Wollen wir nun eine Partnerschaft oder lieber keine, oder lieber gelegentliche Begegnungen wie kleine Liebessplitter, derer wir uns aber bald wieder entledigen wollen, bevor uns einer der Splitter selbst trifft?

Jeder Übergang bringt Chaos mit sich. Und so erscheint einem das „Liebes“-Treiben in unserer Gesellschaft oft wie Sodom und Gomorrha, sinnlos, unberechenbar und destruktiv. Doch auf der anderen Seite schafft dieses Chaos einen Platz, um neues Verhalten zu erproben, um die eigene Liebesfähigkeit wieder ein Stück mehr zu schulen und reifen zu lassen.

Die Chancen der Liebe in einer freiheitlichen Gesellschaft

Neue Formen der Liebe schaffen

Ja, die Freiheit bietet der Liebe eine große Chance. Es liegt an uns, sie sinnvoll in einer wie auch immer gearteten Beziehung zu gestalten. Es geht darum, die Freiheit zu nützen, um neue Formen der Liebe zu erschaffen, in der dem anderen nicht wieder neue Verletzungen zugefügt werden, sondern in der positive und heilende Erfahrungen gemacht werden können.

Die konstruktive Kraft der Liebe trainieren

Die Kraft der Liebe ist ein großes Potential und es bedarf eines persönlichen Trainings, diese Kraft konstruktiv, tatsächlich liebevoll und achtsam zu gebrauchen. In der Freiheit der Liebe liegt eine große Chance. Lasst uns alle lieben und unser Herz öffnen, um den anderen in ihrer Not mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln, aber auch in ihrer Freude nahe zu sein! Machen wir die Welt zu einem besseren Ort, in der gegenseitige Verantwortung und Verbundenheit nicht nur in der eigenen Familie und bei den uns vertrauten Menschen gelebt wird, sondern auch gegenüber dem noch Fremden, so dass auch er ein Teil unserer gefühlten Liebe und unseres Gefühls von Verbundenheit wird.

Das “Lichtnetz der Liebe” (Ausdruck von Amelie Meredith) möge sich so über die ganze Welt ausbreiten und dadurch etwas Neues erschaffen, das höher ist als unser individuelles Sein, aber mit dem wir uns wie eine Zelle eines lebendigen Organismus verbunden fühlen und allein durch unser Vorhandensein in dieser Verbindung in Liebe wirksam sind.

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