Inspirationen auf dem Lebensweg
Meine innere Mitte finden

Die eigene, innere Mitte finden

Die eigene, innere Mitte finden kann bedeuten, ein Gleichgewicht herzustellen zwischen den Anforderungen von außen und den eigenen Bedürfnissen beispielsweise nach Freizeit und Erholung. Es kann aber auch heißen, einen goldenen Mittelweg zu finden zwischen Agieren im Außen und einem Nach-innen-Schauen, das dann eher spiritueller Natur sein kann. Wenn wir zu sehr in der Vergangenheit leben oder zu sehr gedanklich in der Zukunft verweilen, kann innere Mitte bedeuten, mehr im Hier und Jetzt zu leben, um eben auch hier einen Ausgleich zu schaffen.

Immer geht es jedoch bei der inneren Mitte um ein Austarieren, ein inneres Gleichgewicht, um das gute Gefühl zu haben, bei sich zu sein und mit sich selbst im Einklang.

Was bedeutet das, die eigene “innere Mitte” finden?

Die innere Mitte finden kann bedeuten, bei sich sein, in sich wohnen, bei sich ankommen.

Die innere Mitte finden kann mit dem guten Gefühl verbunden sein, in sich zu ruhen, und alles in Ordnung zu finden – selbst wenn die Welt um uns herum turbulent sein mag. Das heißt auch ein “ich bin in Ordnung”, ein mit sich zufrieden sein.

Wege zur inneren Mitte

Wie kann man nun seine innere Mitte finden? Innere Mitte bedeutet zunächst eine Innenschau. Die Geschehnisse im Außen können uns manchmal auf die Notwendigkeit hinweisen, nach innen zu schauen, zum Beispiel:

  • wenn wir uns aus dem Gleichgewicht gebracht fühlen
  • wenn uns äußere Umstände ständig zu überrumpeln scheinen
  • wenn uns Krankheit/en zum Stillstand zwingen
  • wenn wir uns äußeren Umständen gegenüber hilflos fühlen
  • wenn sich Verhaltensmuster immer wiederholen und wir diese unterbrechen wollen

Der koreanische Zen-Mönch Haemin Sunim sagt in dem Zusammenhang:

Wenn der Geist nach außen blickt,
wird er von den heftigen Winden der Welt
hin und her geweht.

Doch wenn er sich nach innen wendet,
können wir unsere Mitte finden
und in der Stille ruhen.

Haemin Sunim, Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst 1

Mit sich selber eins sein, in sich wohnen und inneren Frieden fühlen setzt voraus, dass wir uns Zeit nehmen, uns selber besser kennenzulernen. Zeit zum bewussten Umgang mit herausfordernden Situationen und Zeit zum Nachdenken, was Ruhe und Muße erfordert.

Beim Sich-selber-Kennenlernen geht es zum Beispiel darum, herauszufinden:

  • was uns gut tut, was uns ein Wohlfühl-Gefühl verschafft
  • welche schönen Rituale wir für uns selber einführen können, um unseren Tag, unsere Woche zu unserem Wohlbefinden zu strukturieren
  • welche Werte wir haben und die Frage, ob wir sie leben
  • wo wir uns überfordern
  • wie wir uns die alltäglichen Anforderungen erleichtern können
  • wie wir uns Oasen der Ruhe und Muße schaffen können
  • wie wir uns Wohlfühl-Orte schaffen können, die uns Kraft geben

Dieses Sich-selber-besser-Kennenlernen setzt voraus, dass wir uns die Erlaubnis der Selbstfürsorge geben und dass wir lernen, für uns selbst einzustehen und wir für unsere berechtigten Bedürfnisse auch gegen die Widerstände von außen einstehen. Es setzt voraus, dass wir in Stille und Ruhe ein tiefes Bewusstsein für uns selbst entwickeln.

Es gibt verschiedene Methoden und Übungen, die uns den Weg erleichtern, das Gefühl zu haben, bei uns anzukommen.

Inspirationen über die innere Mitte finden

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Fußnote zum Text “Die innere Mitte finden”

1

Haenim Sunim: Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst, Goldmann Verlag München, 2019, Seite 74

Spruch
des Tages