Vielleicht suchen Sie eine kurze Ostergeschichte, die nicht nur ein Ostergefühl zaubert, sondern auch ein kleines „Aha“ im Gepäck hat: zwei Geschwister, ein Streit, zwei große Schoko-Eier – und in jedem Ei steckt nur ein halber Spruch. Erst als beide Hälften zusammenfinden, wird klar, was diese Ostern eigentlich schenken will: nach einem Geschwisterstreit einen Weg zurück zueinander.
Unten auf der Seite gibt es die Ostergeschichte „Zwei Hälften vom Glück“ als PDF zum Download sowie Quizkarten zum isländischen Osterbrauch des großen Schoko-Eis mit Spruch drin.
Steckbrief zur Ostergeschichte mit dem Osterbrauch in Island
Hier zunächst eine kurze Übersicht zur Geschichte „Zwei Hälften vom Glück“ – mit Altersgruppe, Themen und zentralen Botschaften:
| Kriterium | Klassifizierung |
|---|---|
| Gehört zu | Ostergeschichten, Kindergeschichten, kurze Geschichten, Geschichten für die Grundschule |
| Altersgruppe | Zum Vorlesen: ca. 5 bis 9 Jahre (Lesezeit 3 bis 4 Minuten) Zum Selberlesen: ca. 8 – 11 Jahre (Grundschule ) |
| Osterbrauch | Páskaegg in Island: großes Schoko-Osterei mit Süßigkeiten und einem Spruch/Sprichwort im Inneren |
| Themen | Geschwisterstreit und Versöhnung, Entschuldigen und Verzeihen, Teilen & Fairness, Missverständnisse klären, Zusammenarbeit (zwei Hälften ergeben Sinn), Oster-Morgen als Neuanfang in der Familie |
| Botschaften | Streit darf passieren – wichtig ist, wieder aufeinander zuzugehen. |
| Entschuldigen und Teilen machen Versöhnung leichter. | |
| Manchmal wird etwas (ein Spruch / eine Beziehung) erst „ganz“, wenn man zusammenfügt, was getrennt wurde. |
Anzeige

Zwei Hälften vom Glück
„Edda! Komm schnell!“, rief Mama aus der Küche. Edda schlurfte heran und rieb sich die Augen. Draußen war die Welt aus Puderzucker, drinnen wartete Wärme. Auf dem Tisch funkelte ein kleiner Schatz: zwei große Schoko-Eier in bunter Folie.
„Páskaegg!“, sagte Papa und rieb sich die Hände. „In Island bekommt jedes Kind sein eigenes Schoko-Ei. Und drin steckt meistens ein Spruch.“
Edda nickte nur. Am liebsten hätte sie sich unsichtbar gemacht. Seit gestern hatte sie mit ihrem Bruder Jón Streit. Er hatte ihr Lieblingsbuch vom Sofa geschnappt und behauptet, er sei „zuerst dran“. Sie hatte ihm dafür die Mütze versteckt. Danach war die Stimmung zwischen ihnen frostig.
Jón kam in die Küche, sah Edda kurz an – und schaute sofort wieder weg. Mama stellte zwei Teller hin. „Edda, das ist deins. Jón, das ist deins. Und bevor ihr knackt: Wir machen es wie immer. Erst bedanken, dann öffnen.“
„Danke“, nuschelten beide, ohne sich anzusehen.
Edda nahm ihr Páskaegg. Die Folie knisterte, als sie sie vom Schoko-Ei ablöste. Dann klopfte sie vorsichtig, bis die Schokolade mit einem kleinen knack nachgab. Süßigkeiten kullerten heraus, und ein Zettel, sauber gefaltet. Edda entfaltete ihn – und runzelte die Stirn.
Auf ihrem Zettel stand: „Wenn man teilt und sich entschuldigt, …“
„Hä?“, sagte Edda. „Das ist ja nur die halbe Sache!“
„Bei mir auch!“, rief Jón plötzlich, als hätte er es selbst nicht glauben können. Er hatte sein Ei schon geöffnet, und Schokobrösel klebten an seinen Fingern. „Da steht: ‚ … wird aus Streit wieder Frieden.‘“
Edda blinzelte. Jón hielt seinen Zettel hin. Ganz vorsichtig legten sie beide Papierstücke nebeneinander auf den Tisch. Genau passend, wie zwei Puzzleteile.
„Wenn man teilt und sich entschuldigt, wird aus Streit wieder Frieden“, las Mama leise vor. „Passt das vielleicht … zu euch zwei?“
Edda spürte, wie ihre Wangen warm wurden. Sie schaute auf Jóns Teller: Dort lag ein kleines, blaues Bonbon – genau die Sorte, die sie am liebsten mochte. Auf ihrem Teller lag ein rotes – Jóns Lieblingsbonbon.
Jón räusperte sich. „Ich … war gestern blöd. Ich hätte fragen sollen, ob du zuerst lesen willst.“
Edda schluckte. „Und ich hätte deine Mütze nicht verstecken dürfen. Das war gemein.“ Sie schob ihm das rote Bonbon rüber. „Hier. Teilen.“
Jón grinste ein bisschen und schob das blaue zurück. „Auch teilen.“
Für einen Moment war nur das Rascheln der Bonbonhüllen zu hören – und dann mussten beide lachen. Wie ein kleines, vorsichtiges „Alles wird gut“.
Papa hob seine Tasse. „Dann: Frieden?“ „Frieden“, sagten Edda und Jón gleichzeitig.
Als sie die Schokolade teilten, fühlte sich alles leichter an. Edda dachte: Zusammen passt wieder alles besser. „Frohe Ostern!“, sagte Mama. „Frohe Ostern!“, sagten die Geschwister – diesmal mit einem echten Lächeln.

Osterbrauch in Island
In Island gehört das páskaegg (großes, hohles Schoko-Osterei) fast genauso selbstverständlich zu Ostern wie bei uns bunte Eier: Oft bekommt jedes Kind (und häufig auch Erwachsene) ein eigenes Ei als Geschenk. Darin stecken Süßigkeiten – und das Besondere: ein kleiner Zettel mit einem isländischen Spruch/Sprichwort (manchmal auch als Rätsel formuliert).
Viele Familien machen daraus ein kleines Ritual: Man knackt das Ei, liest den Spruch vor und vergleicht, wer welchen Satz gezogen hat – manchmal wird sogar kurz darüber gelacht oder gesprochen, ob er „passt“.
Anzeige
Ostergeschichte als PDF-Datei zum Ausdrucken:
Kleiner Hinweis: Sammeln Sie die Quizkarten zu jeder Osterbrauch-Geschichte von Viabilia, dann entsteht nach und nach ein kleines Europa-Osterquiz, mit dem Kinder spielerisch entdecken können, wie unterschiedlich Ostern in den verschiedenen Ländern gefeiert wird. Demnächst bekommen alle Newsletter-Abonnent*innen eine kleine Zugabe zu diesen Quizkarten.
Nun wünsche ich Ihnen viel Freude mit den Ostergeschichten!
Sind Sie bei Pinterest?
Dann wäre es wunderbar, wenn Sie die Ostergeschichte „Zwei Hälften vom Glück“ über eines der folgenden drei Bilder via Pinterest teilen würden:



Weitere Ostergeschichten zu Osterbräuchen
Italien
Scoppio del Carro in Florenz: festlicher Wagen vor dem Dom


Aktuell beliebte Gute-Nacht-Geschichten
Wintergeschichte
für die Grundschule

Winterhimmel statt Grübelschleife
Mutmach-Geschichte gegen Prüfungsangst
Fantasy-Geschichte
für Kinder bis zur 4. Klasse

Die Schneeflocke, die nicht schmelzen wollte
Dazugehören und seinen Platz finden





