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Betina Graf Über uns
Emoticons als Bildersprache

Kehren wir zurück zur Bilderschrift?

Es ist nach neuesten Erkenntnissen der Forschung nicht sicher, ob nun die Sumerer oder die Ägypter die erste Schrift entwickelten. Sicher ist jedoch, dass es eine Bilderschrift war, die von den Ägyptern in Form von Hieroglyphen über einen Zeitraum von rund 3.600 Jahren verwendet wurde. Hieroglyphen sind oder waren in ihren Anfängen Piktogramme und was leitet sich aus Piktogrammen ab? Genau, Emojis oder Emoticons, womit wir beim Thema sind. Wie ExpressVPN berichtet, scheinen wir wieder zu den Anfängen unserer Schriftsprache zurückzukehren.

Mal ehrlich, trotz der vielen Schriften, die die Menschheit bisher veröffentlichte, bleiben wir dem Bild oder der Zeichnung verhaftet. Symbole mit bestimmten Aussagen, genau das sind Emojis und diese helfen uns heute, Dinge auszudrücken, die mit Worten nur schwer oder zu langwierig darzustellen wären. Der oder die Empfängerin oder Betrachterin von Emojis ist meist in der Lage, sofort zu verstehen, was mit dem jeweiligen Emoji gemeint ist. Dazu braucht es auch kaum Übung, denn Emojis sind vor allem der Gefühlswelt des Menschen nachempfunden.

Emojis kurbeln das Kopfkino an

Lachen, Weinen, Schmerz, Wut, Angst, Freude, Ratlosigkeit, Denken, das sind die wohl häufigsten Gefühls-Grundlagen zur Gestaltung von Emojis, aber längst nicht alle. Zudem variieren dieselben Emojis je nach dem Kontext, in dem sie eingebunden sind. Mitunter kann ein einziges Emoji einen ganzen Absatz Text ersetzen, wobei es darauf ankommt, wie gut sich Sender:in und Empfänger:in kennen. Für einfache Gefühlsdarstellungen per Emoji müssen sich Sender und Empfänger nicht kennen. In weiten Teilen sind Emojis universell und dies über Landesgrenzen und Kontinente hinweg. Das alles hat mit der menschlichen Mimik zu tun, die auf jedem Fleck der Erde übereinstimmend ist. Lachen und Weinen genauso wie Freude oder Wut.

Ergänzend zu den Emojis, die aus der Mimik, den menschlichen Gesichtsausdrücken, hergeleitet sind, kommen die Emojis hinzu, die Handzeichen nachbilden, allen voran natürlich der nach oben gestreckte Daumen.

Eine Schrift nur aus Emojis und Piktogrammen?

Eine vielleicht nicht ganz abwegige Idee, denn was geschieht aktuell gerade mit unserer Schrift, unserem ABC? Wir gleichen die Schriftsprache immer mehr der Maschinensprache an. Aus der blumigen und weitschweifenden Sprache eines Goethes oder eines Schillers wurde in den letzten 100 Jahren eine sehr exakte Sprache, die darauf ausgelegt ist, Informationen weiterzuleiten, weniger Gefühle.

Wohl ein Grund, warum es heute wieder Emojis gibt. Weil wir es nicht mehr wissen, wie wir uns schriftlich bezüglich Gefühle ausdrücken können. Auch immer mit der Angst verbunden, sich lächerlich zu machen. Emojis verniedlichen oder verkleinern Gefühle und reduzieren damit ihre Ausdruckskraft. So fällt es uns leichter, schriftlich in einer Welt zu kommunizieren, die die schriftliche Kommunikation auf eine viel tiefer liegende Ebene verfrachtet hat als noch zu Zeiten, in denen Briefe geschrieben wurden und deren Transport mitunter mehrere Tage dauerte.

Die Besonderheit des geschriebenen, unwiderruflichen Textes ist dahin. Eventuell tritt an seine Stelle eine leichtfüßige Bildsprache, die sich aus Piktogrammen, Sonderzeichen und Emojis zusammensetzt. Es wäre sogar ein möglicher Weg zu einer wirklichen Weltsprache. Eine Sprache, die jeder oder jede problemlos versteht und gedanklich in die eigene Muttersprache übersetzt.