Manchmal braucht es nur ein kluge Entscheidung, damit aus einem geplanten Ritual etwas wirklich Wertvolles wird: ein Kind, das ehrlich sagt „Das fühlt sich für mich nicht gut an“, und eine Gruppe, die darauf mitfühlend eingeht. Diese kurze Ostergeschichte erzählt warmherzig und kindgerecht, wie eine Klasse ihre Idee ändert und eine kreative Lösung finde, die Rücksichtnahme zeigt. So kann ein Klassenzusammenhalt auch aussehen!
Unten auf der Seite gibt es die Ostergeschichte „Der Meereshüter aus Plüsch“ als PDF zum Download sowie Quizkarten zum Osterbrauch des Heringsbegrabens.
Steckbrief zur Ostergeschichte mit dem Osterbrauch in Irland
Hier zunächst eine kurze Übersicht zur Geschichte „Der Meereshüter aus Plüsch“ – mit Altersgruppe, Themen und zentralen Botschaften:
| Kriterium | Klassifizierung |
|---|---|
| Gehört zu | Ostergeschichten, Kindergeschichten, kurze Geschichten, Geschichten für die Grundschule |
| Altersgruppe | Zum Vorlesen: ca. 5 bis 9 Jahre (Lesezeit 3 bis 4 Minuten) Zum Selberlesen: ca. 8 – 11 Jahre (Grundschule ) |
| Osterbrauch | (Locker inspiriert) „Heringsbestattung“/Fastenzeit-Abschluss in Irland |
| Themen | Mitgefühl und Rücksichtnahme, Grenzen respektieren, Traurigkeit/Trauer kindgerecht ansprechen, Gemeinschaft in der Klasse, Umdenken & kreative Lösungen, Helfen statt Auslachen, Neubeginn zu Ostern, Umwelt/Meeresschutz |
| Botschaften | Gefühle sind ernst zu nehmen, man darf Traurigkeit zeigen. |
| Gemeinsam findet man eine Lösung, in der sich alle sicher fühlen. | |
| Aus etwas Unpassendem kann etwas Gutes entstehen: Abschied wird Hilfe. |
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Der Meereshüter aus Plüsch
Am letzten Schultag vor Ostern stand eine Kiste auf dem Lehrertisch. Blau beklebt, mit Wellen drauf und einem Schild: „Heringsbestattung“.
„Heute verabschieden wir unseren Plüschhering Harald!“, rief Liam. Ein paar Kinder kicherten. Nur Mara nicht.
Sie saß ganz still da. Als Ms. O’Connor fragte: „Alles okay?“, liefen ihr Tränen über die Wangen. „Ich … ich will nicht, dass ihr ihn beerdigt“, flüsterte sie.
„Warum denn?“, fragte Finn – mehr erschrocken als frech.
Mara schluckte. „Bei uns gab’s letzte Woche eine echte Beerdigung. Seitdem macht mein Bauch einen Knoten, wenn ich das Wort höre.“
Ms. O’Connor nickte. „Danke, dass du das sagst. Traurig sein ist okay“, meinte Ms. O’Connor. „Gefühle sind ein Zeichen für uns. Sie sagen uns: Wir brauchen eine Lösung, die sich für alle gut anfühlt.“ Sie sah in die Runde. „Was machen wir stattdessen?“
Liam zeigte auf die Kiste. „Aber die ist schon fertig …“
„Dann bauen wir sie um“, sagte Aoife. „Fische gehören ins Meer, nicht in die Erde.“
Mara wischte sich die Nase. „Und … retten ist besser als begraben.“
„Genau“, sagte Ms. O’Connor. „Wir bauen eine Rettungsstation.“
Nach einigen Handgriffen wurde aus der Kiste etwas Neues: Die Kinder drehten das Schild um und schrieben: „Rettungsstation – Meereshüter“. Niamh bastelte einen roten Rettungsring. Finn klebte ein großes grünes Kreuz auf den Deckel. Liam malte: „Bitte sauber schwimmen!“ Aoife schrieb darunter: „Cáisc shona duit!“ – Frohe Ostern.
„Harald ist ab heute unser Meereshüter“, erklärte Ms. O’Connor. „Er ermahnt uns: helfen statt auslachen, Frieden statt Streit, sauber statt Müll.“
Sie streute absichtlich ein paar Papierschnipsel auf den Boden. „Alarm! Meeresmüll im Hafen!“
Schon wuselten alle durcheinander und sammelten die Schnipsel ein. „Papier hier, Plastik da“, rief Finn und hielt den Eimer. Mara sammelte auch mit – und merkte, dass ihre Hände nicht mehr zitterten. Als Finn aus Versehen gegen sie stieß, sagte er sofort: „Oh, sorry, Mara.“ Und Mara schaffte ein kleines Nicken.
Mara nahm den Plüschhering Harald vorsichtig hoch. „Darf ich die Station eröffnen?“
„Bitte“, sagte Ms. O’Connor.
Mara stellte sich gerade hin. Ihre Stimme war erst ein wenig zurückhaltend, dann fest: „Ich eröffne die Rettungsstation. Wer Hilfe braucht – oder wer jemandem helfen will – kommt zu Harald.“
Liam grinste. „Dann brauche ich Hilfe beim Aufräumen.“ Alle lachten – nicht über jemanden, sondern miteinander.
Am Ende stand die Rettungsstation am Fenster. Der Plüschhering saß davor wie ein kleiner Wächter, mit Rettungsring und einem winzigen Abzeichen: „Meereshüter“.
Mara blieb kurz stehen und strich ihm über die Flosse. „So ist es gut“, flüsterte sie.

Osterbrauchtradition aus Irland
In Irland gab es regional einen (heute eher historischen) Osterbrauch, der oft als „Whipping the Herring“ oder sinngemäß „Heringsbegräbnis“ beschrieben wird: Der Hering stand symbolisch für das typische Essen der Fastenzeit, und am Ende dieser Zeit wurde er in einer scherzhaften Aktion „verabschiedet“ – als Zeichen, dass die entbehrungsreiche Zeit vorbei ist und Ostern beginnt.
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Ostergeschichte als PDF-Datei zum Ausdrucken:
Kleiner Hinweis: Sammeln Sie die Quizkarten zu jeder Osterbrauch-Geschichte von Viabilia, dann entsteht nach und nach ein kleines Europa-Osterquiz, mit dem Kinder spielerisch entdecken können, wie unterschiedlich Ostern in den verschiedenen Ländern gefeiert wird. Demnächst bekommen alle Newsletter-Abonnent*innen eine kleine Zugabe zu diesen Quizkarten.
Nun wünsche ich Ihnen viel Freude mit den Ostergeschichten!
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