Wolkenkratzer in Froschperspektive

Die Entwicklung des digitalen Währungsmarktes

Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des digitalen Währungsmarktes ist die Ausgabe von Kryptowährungen verschiedener Länder. Tunesien war 2015 das erste Land der Welt, das eine eDigital-Währung einführte. Tunesien hat ferner beschlossen, die staatliche elektronische Währung eDinar auf Blockchain umzustellen. Wie Tunesien hat auch der Senegal zunächst eine digitale Version seiner nationalen Währung, des senegalesischen Franc, geschaffen, und diese dann auf Blockchain umgestellt. Sie wird von der Zentralbank des Landes unterstützt. 2018 wurde die staatliche venezolanische Kryptowährung El Petro eingeführt, die durch die Ölreserven des Landes gestützt wird.

Was GUS-Länder angeht, so hat zum Beispiel Russland seine Absicht angekündigt, eine staatliche Kryptowährung auszugeben. Andere Industrieländer sind sich ebenfalls der Notwendigkeit bewusst, ihren Platz im Bereich der Kryptowährungen zu definieren. In diesem Zusammenhang wurde bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Möglichkeiten der Verwendung nationaler Kryptowährungen (CBDC) – wirtschaftliche, funktionale und technische Optionen – untersuchen soll.

Zu dieser Arbeitsgruppe gehören die Zentralbanken der Europäischen Union, Englands, Schwedens, der Schweiz, Japans und Kanadas. Bemerkenswert ist, dass Länder wie Indonesien und Ecuador ihre Absicht bekundet haben, eigene Kryptowährungen auszugeben. Kryptowährungen, von denen viele Leute dank Plattformen wie Bitcode Prime profitieren, sind in diesen Ländern illegal. Die südkoreanischen und US-amerikanischen Behörden, die digitale Währungen im Allgemeinen unterstützen, sehen hingegen noch keine Notwendigkeit für die Ausgabe von Kryptowährungen in staatlichem Besitz.

Kryptowährungen nehmen in der heutigen Welt bereits eine bedeutende Stellung ein. Viele Länder stehen noch am Anfang ihrer Reise, was die weit verbreitete Zurückhaltung zu erklären scheint. Gleichzeitig sehen aber auch viele Länder Potenzial in digitalen Währungen und planen die Schaffung staatlicher Kryptowährungen.

Ein mögliches Ranking wurde von der polnischen Flying University vorgeschlagen. Der Hauptunterschied zu herkömmlichen Rankings besteht darin, dass die Position des Staates im Rating nicht nur durch die Haltung der Behörden und der Zentralbank gegenüber Kryptowährungen bestimmt wird, sondern auch durch das Vorhandensein infrastruktureller Bedingungen und durch die Freundlichkeit gegenüber Unternehmen, die Blockchain-Technologien und Kryptowährungen nutzen.

Auch die Veränderungen, die die Wirtschaft verschiedener Länder durch Blockchain und verwandte Technologien erfahren hat, werden berücksichtigt. In die Rangliste wurden 23 Länder aufgenommen. Alle diese Länder werden auch in der interaktiven Karte bewertet. Die meisten der führenden Länder in dieser Rangliste entsprechen der dritten Gruppe der interaktiven Karte, die die Länder mit dem günstigsten Klima für Kryptowährungen umfasst. Die Länder am unteren Ende der Rangliste entsprechen größtenteils der zweiten Gruppe auf der interaktiven Karte. Estland, Südkorea, Island und die Türkei sind vielleicht am interessantesten. Auf der interaktiven Karte befinden sich die ersten drei in der zweiten Gruppe und in der Rangliste auf den Plätzen 1, 10 und 14. Die Türkei hingegen steht am Ende der Rangliste und befindet sich in der dritten Gruppe der Karte.

Im Folgenden wollen wir einen Blick darauf werfen, welche Bewertungskriterien und Berechnungsbesonderheiten für die Diskrepanz in den Ergebnissen verantwortlich sind. Gemäß der angewandten Methodik müssen zur Berechnung der Gesamtbewertung eines Landes drei bestimmte Indizes festgelegt werden:

  1. Index des politischen Umfelds
  2. Index des rechtlichen Umfelds
  3. Infrastruktur-Umwelt-Index

Der Index für das politische Umfeld wird durch den Grad der Zustimmung der wichtigsten institutionellen Akteure definiert. Die Besonderheit bei der Berechnung dieses Index ist, dass der Konsens in Bezug auf Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie berücksichtigt wird. Die meisten institutionellen Akteure (Regierung, Staatsoberhaupt, Zentralbank, Gerichte und Unternehmen) stehen der neuen IT-Technologie positiv gegenüber. Die Meinungsverschiedenheiten betreffen hauptsächlich digitale Währungen. Akteure wie Geschäftsbanken haben unterschiedliche Haltungen zur Blockchain-Technologie. Es gibt die Theorie, dass mit der raschen Entwicklung dieser Technologie die Banken schließlich durch dezentrale Strukturen ersetzt werden und nicht mehr als Vermittler benötigt werden könnten.

Die Werte der Länder auf dem Index reichen von 5 bis 7 auf einer 10-Punkte-Skala. Die politische Debatte über verstaatlichte Kryptowährungen gibt es in allen untersuchten Ländern. Man behauptet, dass Schweden und Island die geringste Wahrscheinlichkeit haben, einen Konsens zu erreichen (5 von 10). Gleichzeitig argumentieren die Forscher:innen, dass die Werte noch niedriger gewesen wären, wenn nur der Kryptowährungskonsens bewertet worden wäre.


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