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LKWs auf Autobahn: Einzelfahrer oder Mehrfahrerbetrieb?

Einzelfahrer oder Mehrfahrerbetrieb? Das sind die Unterschiede

Zwei Personen im LKW-Fahrerhaus: Diese Besatzung kann für einige Einsatzzwecke im Transportgeschäft Vorteile bieten. Doch vor allem die Vorgaben zu Lenk- und Ruhezeiten beider Fahrer machen in der Praxis Schwierigkeiten. Wir sagen Ihnen, wie sich der Mehrfahrerbetrieb vom Einzelfahrerbetrieb unterscheidet.

Definition Mehrfahrerbetrieb

Der absolute Regelfall im Güterverkehr über die Straße ist, dass sich eine Person im Führerhaus des LKWs befindet. Der Fahrer kann jedoch nur 9 bis maximal 10 Stunden innerhalb 24 Stunden fahren, bevor er seine Ruhezeit einhalten muss. Zwei Fahrer können sich dagegen abwechseln und so in der gleichen Zeit mehr Strecke zurücklegen.

Anwendungsfälle für den Mehrfahrerbetrieb

Der Einsatz mehrerer Fahrer ist jedoch eher eine Ausnahme. Doch in bestimmten Anwendungsfällen hat der Mehrfahrerbetrieb entscheidende Vorteile. Manche Touren sind innerhalb enger Terminfristen sogar nur dann möglich, wenn sich zwei Fahrer abwechseln.

  • Wichtige Terminsendungen: Hier ist eine pünktliche Lieferung deutlich wichtiger als die Transportkosten. Daher setzt der Logistikdienstleister zwei Fahrer ein, die den LKW abwechselnd lenken können. Im Maximalfall kann der LKW so bis zu 20 Stunden am Stück in Bewegung sein.
  • Wertvolle Ladungen: In diesem Fall kann sich der Auftraggeber entschließen, eine Doppelbesatzung beim Spediteur anzufordern. Auch bei Pausen oder unvorhergesehenen Stopps ist es möglich, immer ein Auge auf den LKW und seine Ladung zu haben. IT-Produkte, Modeartikel oder Alkohol und Tabakwaren kommen so sicher an ihr Ziel.
  • Großgeräte-Lieferung per LKW: Befördert der LKW beispielsweise schwere Elektrogroßgeräte oder Möbel zum Kunden, kann der Einsatz von zwei Personen im LKW sinnvoll sein. Zu zweit können sie die schweren Gegenstände bei der Entladung leichter und schonender handhaben.

Praxisproblem: Lenk- und Ruhezeiten

Grundsätzlich kann ein LKW-Fahrer zwischen zwei Ruhezeiten eine Tageslenkzeit von regelmäßig 9 Stunden wahrnehmen. Ausnahmsweise ist eine Tageslenkzeit von 10 Stunden möglich. Das gilt auch bei einer Mehrfahrerbesatzung. Jeder der beiden Fahrer hat zwischen den Ruhezeiten eine Tageslenkzeit von 9 oder maximal 10 Stunden. Der große Vorteil bei der Mehrfahrerbesatzung: Die Zeit als Beifahrer oder in der Schlafkabine zählt nicht als Lenkzeit, sondern als Bereitschaftszeit. Indem sie sich jeweils zweimal abwechseln, können die Fahrer den LKW so über 20 Stunden hinweg in Bewegung halten. Dann muss jeder der beiden Fahrer seine tägliche Ruhezeit einhalten. Ein Einzelfahrer muss den LKW schon nach spätestens 4,5 Stunden abstellen, um die vorgeschriebene Lenkzeitunterbrechung einzuhalten.

In der Praxis kommt es bei der Mehrfahrerbesatzung immer wieder zu Unsicherheiten beim Personal. Wann liegt tatsächlich eine Mehrfahrerbesatzung vor? Müssen beide Fahrer ihre Fahrerkarte einstecken oder ihre Tachoscheibe einlegen? Auch in Sachen Ruhezeiten und Schichtzeiten ist beim Mehrfahrerbetrieb besondere Aufmerksamkeit geboten.

Fazit: Mehrfahrerbetrieb als Lösung für besondere Anwendungen

Gegenüber dem Alleinfahrer können LKW im Mehrfahrerbetrieb in der gleichen Zeitdauer mehr Strecke zurücklegen. Das liegt vor allem daran, dass sich die Fahrer abwechseln können. Ob die Kosten für den Mehrfahrerbetrieb angebracht sind, müssen Auftraggeber und Logistikunternehmen im Einzelfall entscheiden. Die Fahrt mit Doppelbesetzung kommt daher vor allem für besonders zeitkritische Ladungen zum Einsatz. Besprechen Sie die Details am besten mit der Spedition Ihres Vertrauens. Unsere persönlichen Ansprechpartner stehen Ihnen jederzeit unter https://emarathon.eu/de/ zur Verfügung.