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Sicherheitsschuhe in der Industrie

Sicher bei der Arbeit - Arbeitsschuhe und ihre Sicherheitsklassen

An vielen Arbeitsplätzen brauchen Sie gute Sicherheitsschuhe und sie sind häufig sogar vom Arbeitgeber beziehungsweise der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben. Für Sicherheitsschuhe gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Zertifizierungen und Klassen, die Sie kennen müssen, um die besten Arbeitsschuhe für den jeweiligen Einsatzbereich finden zu können.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Sicherheitsklassen und Zertifikate, die es für Arbeitsschuhe gibt. So können Sie entsprechend der jeweiligen Kürzel genau erkennen, für welche Bereiche die Schuhe geeignet und zugelassen sind.

Sicherheitsklassen von Sicherheitsschuhen

Man unterteilt Sicherheitsschuhe in sechs verschiedene Sicherheitsklassen. Welcher Sicherheitsklasse die Schuhe zugeordnet sind, hängt dabei von der Beschaffenheit, der Widerstandsfähigkeit und den genauen Eigenschaften der Schuhe ab. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über alle sechs Schutzklassen, die es für die Schuhe gibt.

  • SB: Sicherheitsschuhe der Schutzklasse SB verfügen über einen Zehenkappenschutz, der aus Stahl, Kunststoff, Titan oder Aluminium bestehen kann. Die Schutzkappen müssen der Norm DIN EN 12568 entsprechen. Darüber hinaus gibt es keine bestimmten sicherheitsrelevanten Eigenschaften, die die Schuhe erfüllen müssen. Solche Schuhe kommen als offene oder halboffene Varianten häufig im medizinischen Bereich zum Einsatz.
  • S1: Schuhe der Schutzklasse S1 erfüllen die Anforderungen der Klasse SB und sind darüber hinaus mit einer geschlossenen Ferse ausgestattet, die ein besseres Energieaufnahmevermögen bietet. Dadurch werden die Gelenke und bei starker Belastung auch der Rücken geschont. Solche Sicherheitsschuhe erfüllen die Anforderungen der Norm EN ISO 20345. Sie kommen insbesondere in der Logistik und auch im Handwerk zum Einsatz.
  • S1P: Neben den Anforderungen der Klasse S1 sind Schuhe der Klasse S1P mit einem verstärkten Zehenschutz ausgestattet, der mindestens 200 Joule Krafteinwirkung aushalten muss. Darüber hinaus ist die Sohle solcher Schuhe durchtrittfest. Sie kommen insbesondere in Bereichen mit höheren Anforderungen zum Einsatz, bei denen es aber trocken ist.
  • S2: Bei der Klasse S2 handelt es sich um Schuhe, die insbesondere für den Nassbereich ausgelegt sind. Sie sind darüber hinaus antistatisch, wasserabweisend und haben im Gegensatz zu den Mindestanforderungen der Klasse S1P stets eine komplett geschlossene Ferse. Sie halten Wasser mindestens eine Stunde lang stand.
  • S3: Bei Schuhen der Sicherheitsklasse S3 werden alle Kriterien der Klasse S2 erfüllt. Darüber hinaus ist die Sohle kraftstoffbeständig, ebenfalls durchtrittsicher und antistatisch. Dadurch kommen sie ebenfalls häufig im Nassbereich zum Einsatz.
  • S4 und S5: Im Vergleich zu den vorherigen Klassen sind bei solchen Schuhen die Sohlen deutlich griffiger und das Profil ist stärker ausgeprägt. Sie sind resistent gegen Benzin, Öl und andere Kraftstoffe. Meist handelt es sich um wasserdichte Stiefel mit starker Schutzkappe und hoher Stabilität.

Zertifizierungen von Sicherheitsschuhen

Über die Sicherheitsklassen hinaus gibt es Zertifizierungen für Sicherheitsschuhe. Hiermit werden die Eigenschaften der Schuhe abgekürzt. So können Sie besser erkennen, für welche Einsatzbereiche sie besonders geeignet sind. Die Zertifizierungen werden mit Buchstaben abgekürzt.

Bevor Sie sich für Sicherheitsschuhe entscheiden, sollten Sie die Zertifizierung genau überprüfen, denn hieran erkennen Sie auf einen Blick, wie die Schuhe ausgestattet sind und ob sie für den bestimmten Einsatzbereich geeignet sind oder nicht.

Zertifikatabkürzungen für Sicherheitsschuhe und deren Bedeutung

A: Schuhe der Klasse A verfügen über eine antistatische Sohle.

E: Schuhe der Klasse E haben im Fersenbereich ein Energieaufnahmevermögen und die Sohle hat gute Dämpfungseigenschaften.

ESD: ESD steht für ‘Electro Static Discharge‘, was bedeutet, dass die Schuhe antistatisch sind. Sie entladen sich und können sich nicht statisch aufladen.

FO: Schuhe mit einer FO-Zertifizierung haben eine Sohle, die gegen Kohlenwasserstoff resistent ist.

HRO: HRO steht für ‘Heat Resistant Outsole‘. Dies bedeutet, dass die Sohle größerer Hitzeeinwirkung von bis zu 300°C für mindestens eine Minute standhalten kann.

P: P steht für ‘Penetration‘ und bedeutet, dass die Sohle durchtrittsicher ist. Insbesondere, wenn spitze Gegenstände am Arbeitsplatz vorhanden sind, ist dies wichtig.

CI/HI: CI steht für ‘Cold Insulation‘. Das bedeutet, dass die Sohle kälteisoliert ist. HI hingegen steht für ‘Heat Insulation‘, die Sohle ist also wärmeisoliert.

WRU: WRU steht für ‘Water Resistant Upper‘. Solche Sicherheitsschuhe haben ein wasserabweisendes Obermaterial, das beispielsweise für Schuhe der Klassen S2 und S3 verpflichtend ist.

WR/SR: Die Abkürzung steht für ‘Water Resistant‘ bzw. ‘Slip Resistency‘. Hierbei handelt es sich um Schuhe, die komplett wasserabweisend beziehungsweise komplett rutschfest sind. Hierbei wird zwischen SRA, SRB und SRC unterschieden, wobei SRC-Sohlen auf praktisch allen Böden rutschfest sind. Solche Sohlen sind beispielsweise auf gefliesten Böden sehr wichtig, die durch Öl besonders rutschig sind.