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Yoga für jeden Typ: Zehn Yoga-Stile und ihre Besonderheiten

Zehn beliebte Yoga-Stile und ihre Kennzeichen



Zu den beliebtesten und weit verbreiteten Yoga-Formen zählen einerseits sanfte Varianten wie Hatha Yoga und Sivananda Yoga, andererseits auch dynamisch-kraftvolle Stile wie Bikram oder Vinyasa Yoga.

1. Meditativ-entspannende Yoga-Stile

Bei den folgenden Yoga-Formen stehen Ruhe, Entspannung und behutsames Training im Vordergrund.

Hatha Yoga: Der ganzheitliche Ansatz dieser traditionellen und bekannten Yoga-Form zielt auf das Erreichen einer Balance zwischen Körper und Geist ab und umfasst Körperpositionen, Atemübungen, Meditation und Tiefenentspannung.
Die Asanas werden langsam eingenommen und anschließend für längere Zeit gehalten. Dabei wird der Körper gedehnt und gekräftigt. Der Gleichgewichtssinn wird trainiert, die Konzentrationsfähigkeit nimmt zu. Hatha Yoga ermöglicht ein sanftes, körperorientiertes Training, das sich gut zum Stressabbau eignet und das Herz-Kreislaufsystem stärkt.
Anfänger und untrainierte Personen kommen mit diesem Yoga-Stil in der Regel gut zurecht. 


- Yin Yoga: Auch hier liegt der Fokus auf einer ruhigen und meditativen Ausführung der Körperübungen.

Ziel ist der Abbau von inneren Spannungen und Blockaden, viele der Haltungen werden im Sitzen und Liegen eingenommen. Tiefe Bindegewebsstrukturen werden intensiv gedehnt und die Gelenke geöffnet. Yin Yoga erhöht die Beweglichkeit, wirkt harmonisierend auf den Energiefluss und regt das Meridian-System des Körpers an.
Dieser Stil ist auch mit einer eingeschränkten Beweglichkeit praktizierbar. 
Menschen, die ihre Selbstwahrnehmung stärken möchten und nach Entspannung suchen, haben an Yin Yoga Freude.

- Sivananda Yoga: Sivananda Yoga verfolgt einen ganzheitlich-spirituellen Ansatz und vereint körperliche Übungen, Atmung, Meditation, Entspannung und eine vegetarische Lebensweise. Auch das Singen von Mantras ist Teil dieser Yoga-Form. Angestrebt wird ein harmonisches Verhältnis von Körper, Geist und Seele.

Sivananda Yoga eignet sich für Menschen, die sich mit einer spirituellen, meditativen Yogapraxis wohlfühlen und eine ruhige sowie entspannende körperliche Betätigung bevorzugen.


- Kundalini Yoga: Diese Form beinhaltet neben kraftvollen Übungsfolgen auch Meditation, Entspannung und Mantra-Rezitationen. 
Achtsamkeit und eine bewusste Atmung spielen eine wichtige Rolle, kennzeichnend für Kundalini Yoga ist aber vor allem auch die sehr dynamische Art der Durchführung von Körper- und Atemübungen, zum Beispiel in Form von kreisenden oder wippenden Bewegungen.
Es kommt jedoch weder zu außergewöhnlich schwierigen Positionen noch zu extremen Dehnungen. Die Körperübungen sind überwiegend einfach gehalten. Kundalini Yoga ist deshalb prinzipiell für alle Altersgruppen interessant.


- Anusara Yoga: Beim Anusara Yoga handelt es sich um einen moderneren Yoga-Stil, der auf eine präzise Ausrichtung der Körperhaltungen Wert legt. Die kräftigenden Übungen sollen Herz und Brustkorb öffnen. Auch philosophische Themen prägen die Yogapraxis.
Da die einzelnen Positionen mit Bedacht ausgeführt werden und die angestrebte exakte Ausrichtung das Verletzungsrisiko verringert, ist Anusara Yoga für Anfänger geeignet. Dieser Stil stellt eine gute Möglichkeit dar, einen generellen Bewegungsmangel auszugleichen und Fehlhaltungen entgegenzuwirken.


2. Sportlich-dynamische Yoga-Stile


Kraftvolle, körperbetonte und dynamische Bewegungsabläufe charakterisieren die folgenden Yoga-Stile.

- Ashtanga Yoga: Ashtanga Yoga ist eine herausfordernde und stark körperbetonte Variante des Yoga, die aus insgesamt sechs Serien von Körperübungen besteht, welche an Schwierigkeit zunehmen. 
Die Abfolge der Asanas ist festgelegt, die Übungen werden in Einklang mit der Atmung ausgeführt. 
Ashtanga Yoga zeichnet sich durch dynamische, temporeiche Bewegungsabfolgen aus und regt sowohl die Durchblutung als auch die Fettverbrennung an.
Dieser Stil erfordert viel Disziplin und eignet sich besonders für sportliche Menschen, die klare Anweisungen bevorzugen und sich richtig verausgaben möchten.


- Jivamukti Yoga: Jivamukti Yoga, eine weitere körperlich anstrengende Form des Yoga, vereint spirituelle Aspekte und klassisches Yoga durch kräftigende Bewegungsabläufe, Musik, das Singen von Mantras, Atemübungen und philosophische Unterweisungen. Der Trainer gibt individuelle Hilfestellungen bei den Asanas.
Für diesen Yoga-Stil werden Beweglichkeit und eine ausreichende körperliche Fitness vorausgesetzt. Abwechslungsreiche Übungsabfolgen werden fließend, oft schnell und zu Musik ausgeführt. Jivamukti Yoga ist intensiv, kreativ und herausfordernd.


- Bikram Yoga: Bei einer Raumtemperatur von ca. 40°C und einer Luftfeuchtigkeit von 40% wird eine festgelegte Abfolge von 26 Asanas und zwei Atemübungen einstudiert.
Das spezielle Raumklima soll Muskeln und Sehnen stimulieren und die Entgiftung des Körpers unterstützen. Der gesamte Körper wird gedehnt, die inneren Organe massiert und das Drüsensystem angeregt. Flexibilität, Kondition und Gleichgewichtsgefühl werden gesteigert.
Das spezielle Klima des Übungsraumes stellt besondere Anforderungen an den menschlichen Kreislauf. Interessenten müssen unbedingt mit Hitze gut zurechtkommen. 


- Iyengar Yoga: Dieser abwechslungsreiche Yoga-Stil schließt stehende, liegende und sitzende Positionen ein, außerdem beinhaltet er Umkehr- und Drehhaltungen, Vor- und Rückbeugen sowie Entspannungsübungen. Im Iyengar Yoga werden mannigfaltige Hilfsmittel eingesetzt, zum Beispiel Gurte, Kissen oder Stühle. Dies soll die Praktizierenden bei einer möglichst präzisen Ausführung der Asanas unterstützen und Fehlhaltungen vermeiden. 
Die verschiedenen Hilfsmittel ermöglichen auch älteren Menschen und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen die Teilnahme. Die individuellen physischen Voraussetzungen können hierdurch gut berücksichtigt werden.



- Vinyasa Yoga: Abwechslungsreiche Bewegungsabläufe, die sowohl dehnende als auch kräftigende Asanas beinhalten, werden fließend miteinander verbunden und durch eine bewusste Atmung unterstützt. Oft wird die körperliche Aktivität musikalisch untermalt.
Anfangs fördert Vinyasa Yoga vor allem Flexibilität und Konzentration, mit zunehmender Übung steigen Kondition, Kraft und Achtsamkeit. Der Vinyasa-Stil ist körperlich anstrengend, intensiv und dabei sehr variationsreich. Freude an dynamischen, fordernden Bewegungsabfolgen ist nötig.

Fazit: Informieren und Ausprobieren

Je nach persönlichen Vorlieben und körperlichen Voraussetzungen sind die einzelnen Stile also mehr oder weniger gut geeignet. Hatha Yoga und Anusara Yoga können problemlos von Anfängern praktiziert werden.

Menschen, die ein sanftes Training bevorzugen und nach Entspannung suchen, werden besonders an Yin Yoga und dem Sivananda-Stil Gefallen finden. Letzterer stellt zusammen mit dem Kundalini Yoga für spirituell Interessierte eine gute Wahl dar.

Jivamukti, Bikram und Ashtanga Yoga eignen sich vor allem für Menschen, die sich auspowern möchten und über ein ausreichendes Maß an körperlicher Fitness verfügen.
Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder ältere Menschen kommen mit der Iyengar-Variante gut zurecht.

Bevor die Entscheidung für einen bestimmten Yoga-Stil getroffen wird, empfiehlt es sich in jedem Fall, ausreichende Informationen einzuholen und an verschiedenen Übungsstunden teilzunehmen. Um die Grundausstattung wie eine Yogamatte sich zu kaufen und gerade nicht das Geld hat bitten sich kleine Kreditsummen an, wie zum Beispiel bei einem Minikredite.