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Kommunikation

Wie können Sie Ihr Smartphone vor WhatsApp-Hackangriffen schützen?

Jahrhundertelang war klar: Post ist Privatsache und darf nur vom Empfänger bzw. der Empfängerin geöffnet werden Das sogenannte Briefgeheimnis ist in Deutschland sogar grundrechtlich verankert.

Mit den digitalen Kommunikationstechnologien ist allerdings eine rechtliche Grauzone entstanden, weil der Gesetzgeber anscheinend nicht schnell genug auf den Wandel unserer Kommunikationsmethoden reagieren kann. Über Messengerdienste und Apps – allen voran WhatsApp – versendete Nachrichten sind, obgleich mitunter nicht weniger wichtig als Briefe, nicht im selben Maß rechtlich geschützt. Das öffnet Menschen, die Ihr WhatsApp hacken wollen, Tür und Tor. Wie können Sie sich schützen?

Keine sensiblen Daten per WhatsApp versenden

Falls bei Ihnen Zweifel bestehen sollten: das Hacken von WhatsApp-Nachrichten ist in Deutschland – bis auf Fälle, in denen staatliche Behörden offiziell die Erlaubnis dazu haben, z. B. zur Verbrechensbekämpfung – nicht legal. Leider heißt das nicht, dass Ihr Smartphone vor Hack-Angriffen sicher ist. Alles, was Sie über WhatsApp versenden und erhalten – Text-Messages, Sprachnachrichten, Bilder, Videos – könnte theoretisch ausgelesen werden.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich noch vor allen anderen Maßnahmen, das Versenden von sensiblen Daten über WhatsApp nach Möglichkeit zu vermeiden. Dinge wie

  • Passwörter
  • Geheimzahlen
  • Kreditkartennummern
  • intime Fotos und Videos
  • Informationen, die zu Ihrer Erpressung genutzt werden könnten
  • etc.

haben in Ihrem WhatsApp-Chatverlauf nichts zu suchen. Greifen Sie stattdessen lieber auf geeignetere Apps zurück (z. B. Snapchat für intime Bilder – das Bild wird nach dem Betrachten automatisch gelöscht) bzw. wählen Sie eine rechtlich besser abgesichtere Methode der Kommunikation, z. B. einen Brief oder, vom Smartphone aus besonders leicht, einen Anruf.

Nicht jeden in WhatsApp hinzufügen

Sicherheitsmaßnahme Nummer zwei, wenn es darum geht, Hackangriffe über WhatsApp zu vemeiden, besteht darin, darauf zu achten, mit dem man über WhatsApp Kontakt hat. Allein die Kenntnis Ihrer Handynummer kann schon eine Verletzung Ihrer Privatssphäre in WhatsApp ermöglichen – geben Sie sie also nicht leichtfertig an Fremde heraus. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich ein Hacker heimlich als einer Ihrer Kontakte ausgibt, um Ihren Nachrichtenverlauf mit dieser Person einsehen zu können. Auch deswegen haben vertrauliche Informationen nichts in WhatsApp-Chatverläufen zu suchen.

Ebenfalls sollten Sie darauf achten, wer physischen Zugang zu Ihrem Handy hat. Lassen Sie es nicht unbeaufsichtigt liegen und geben Sie es nur Menschen in die Hand, denen Sie vertrauen. Wenn es einem Hacker erst einmal gelingt, Spionage-Software auf Ihrem Smartphone zu installieren – und dazu ist für Geübte nur ein wenige Sekunden dauernder Zugang zu Ihrem Telefon notwendig – können jegliche Daten, inklusive WhatsApp, einfach ausgelesen werden.

Spam-Nachrichten ignorieren

Auch Jahrzehnte nach den ersten E-Mails stellen schadhafte Dateianhänge und z. B. über Spam-Mails oder auch WhatsApp verschickte Links ein Sicherheitsrisiko dar. Wer sie öffnet, läuft Gefahr, ungewollte Gäste auf sein Gerät einzuladen. Seien Sie vorsichtig mit Benachrichtigungen über unerwartete Gewinne, Mahnungen, unglaublich günstige Angebote, eine angebliche Kostenpflichtigkeit von WhatsApp usw. Öffnen Sie nur Links von Quellen, denen Sie trauen. Ignorieren Sie verdächtige Nachrichten am besten komplett.

WhatsApp Web regelmäßig trennen

WhatsApp Web ist praktisch, erlaubt es aber auch, von einem Desktopgerät aus Ihre WhatsApp-Verläufe mitzulesen. Seien Sie deswegen vorsichtig, von welchen PCs Sie sich bei WhatsApp Web anmelden. Achten Sie außerem darauf, sich auch wieder abzumelden. Es empfiehlt sich, regelmäßig die Verbindung zu allen Desktop-Geräten zu kappen, spätestens aber dann, wenn Ihr Smarphone eine Verbindung mit WhatsApp Web anzeigt, die nicht von Ihnen gewollt ist.