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Winters Einzug - Gedicht mit Bild
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Winters Einzug - Gedicht mit Bild

Winters Einzug

Nun zieht mit seiner ganzen Macht
Herr Winter wieder ein.
Vergangen ist der Fluren Pracht,
erbleicht der Sonne Schein.

Weh uns! Schon naht der kalte Mann
mit seinem weissen Bart!
Wer Arm’ und Beine rühren kann,
kommt, hemmet seine Fahrt! -

Schließt Tür’ und Tor und Fenster zu,
und lasst ihn nicht herein,
dass er uns nichts zu Leide tu’!
Es friert ja Groß und Klein.

Gewaffnet ist der Kinder Schar,
die ihm entgegentritt.
Was hilft’s? Er kommt wie alle Jahr,
bringt Schnee und Eis uns mit.

Bringt eine lange, lange Nacht
und einen kurzen Tag.
Des Schneegestöbers Flockenjagd
und noch so manche Plag’.

Doch kennt er viele Freuden auch,
bringt neuer Märchen Traum,
und hat – es ist sein alter Brauch,
bei sich den Weihnachtsbaum.

Eisblumen malt ans Fenster er
in weissem Blütenkranz,
die freuten uns noch immer sehr
mit ihrem Zauberglanz.

Schneemänner gar und Blindemaus
und Schattenspiel bei Licht:
Das bringt der Winter auch in’s Haus;
drum schmäht den Alten nicht!

Herein, herein denn, Wintermann!
Komm setz dich zum Kamin!
Wärm deine kalten Hände dran
und auf ein Märchen sinn! -

Erzähl es dann – wir hören zu,
wir haben sorgsam acht,
und ist es aus, gehn wir zur Ruh’
und wünschen gute Nacht.

 

Graf von Pocci

genauer: Franz Ludwig Evarist Alexander Graf von Pocci (geb. 7.3.1807 – 7.5.1876 in München), deutscher Schriftsteller, Zeichner, Musiker und Komponist

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay
Spruch-ID 4655 (Weihnachten: Weihnachtsgedichte über das Christkind) gehört zu Gedichte, für Kinder - religiös, klassisch
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