Inspirationen auf dem Lebensweg
Blüte am Vergehen als Symbol für Vergänglichkeit

Schöne Sprüche über die Vergänglichkeit

Schöne Sprüche über die Vergänglichkeit rufen uns ins Gedächtnis: Alles vergeht. Nichts auf dieser Welt hat für immer Bestand – kein Leben, kein Stein, ja, nicht einmal die Welt selbst ist ewig. Auch wir werden eines Tages vergehen. Vergänglichkeit ist eine universelle Menschheitserfahrung und, je nach philosophischer Sichtweise, die einzige wirkliche Konstante – ein abstrakter Begriff, der unsere Vorstellungskraft mitunter an ihre Grenzen bringt, und doch das Natürlichste der Welt. Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Natürlichkeit und Unbegreiflichkeit, die die Vergänglichkeit für Denkerinnen und Denker so interessant macht.

Die Vergänglichkeit ist übrigens nicht per se ein trauriges Spruchthema. Im Gegenteil, das Vergehen des Alten kündet immer schon implizit vom Werden des Neuen; auf Tod folgt Wiedergeburt, auf ein Ende ein neuer Anfang. Genauso, wie XIII Der Tod im Tarot eine Karte ist, die für einen Neubeginn steht und auch in der Traumdeutung das Träumen vom eigenen Tod gemeinhin nicht prophetisch, sondern metaphorisch interpretiert wird, ist auch die Natur eine hervorragende Lehrmeisterin für diese Lektion. Nach dem Vergehen im Herbst erwacht sie im Frühjahr zu neuem Leben – und was abgestorben ist, löst sie im Prozess des Verrottens auf und lässt auf dieser Grundlage neues Leben entstehen.

Sollten Sie nach tröstlichen Sprüchen nach einem persönlichen Verlust suchen, sehen Sie sich doch einmal in unserer Rubrik Trauer und Trost um.

Ausgewählte Sprüche über die Vergänglichkeit

Im Leben ist viel, viel Wunderbares.
Da habe ich oftmals das Gefühl,
als müsste man ganz fromm
und still dazwischen sitzen
und den Atem anhalten,
dass es nicht entflieht.

Paula Modersohn-Becker
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Über die Vergänglichkeit im Leben

Der Mensch leidet, weil er Dinge
zu besitzen und zu behalten begehrt,
die ihrer Natur nach vergänglich sind.

Siddhartha Gautama

Eines der großen Themen von Buddha war das Leid der Menschen; im Buddhismus spricht man von Anhaftung an Dingen oder Menschen. Eine Zeit der Umwälzung, wie sie die Bekämpfung des Coronavirus darstellt, kann unser Leben auf den Kopf stellen. Fühlten wir uns zuvor vielleicht sicher, so scheint nun nichts mehr, wie es war. Vertiefen wir uns nicht zu sehr in die Sorge und das Leid. Eine Erkenntnis, die wir aus dieser Situation wohl weltweit gewinnen können ist, dass nichts selbstverständlich ist.

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Werde, was du noch nicht bist,
bleibe, was du jetzt schon bist:
In diesem Bleiben und diesem Werden
liegt alles Schöne hier auf Erden.

Franz Grillparzer

Gedanken
rieseln mir
durch die
Hände
wie feiner
Sand.
Ich möchte
sie in
Worte fesseln
doch sie
fliehen
in ein einziges
Gefühl.

Unbekannt
Mädchen, das einen Weg entlang geht

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass’ Dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken läßt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

Rainer Maria Rilke

Wer nur einigermaßen zur Freiheit der Vernunft gekommen ist, kann sich auf Erden nicht anders fühlen denn als Wanderer, – wenn auch nicht als Reisender nach einem letzten Ziele: denn dieses gibt es nicht.

Wohl aber will er zusehen und die Augen dafür offen haben, was alles in der Welt eigentlich vorgeht; deshalb darf er sein Herz nicht allzu fest an alles Einzelne anhängen; es muss in ihm selber etwas Wanderndes sein, das seine Freude an dem Wechsel und der Vergänglichkeit habe.

Friedrich Nietzsche

Es kann nicht immer so bleiben,
hier unter dem wechselnden Mond,
es blüht eine Zeit und verwelket,
was mit uns die Erde bewohnt.

August von Kotzebue
Lila Blume als Symbol für Leben und Sterben

Vergangen nicht,
verwandelt ist,
was war.

Rainer Maria Rilke

Nicht an die Güter hänge dein Herz,
die das Leben vergänglich zieren.
Wer besitzt, der lerne verlieren,
wer im Glück ist, der lerne den Schmerz.

Johann von Schiller
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Uhr auf Landkarte mit Sand als Symbol für verrinnende Zeit

Wer die Zeit verklagen will,
dass so zeitig sie verraucht,
der verklage sich nur selbst,
dass er sie nicht zeitig braucht.

Friedrich von Logau

Lasst vergeh’n, was vergeht,
es vergeht, um wiederzukehren,
es altert, um sich zu verjüngen,
es trennt sich, um sich inniger zu vereinen,
es stirbt, um lebendiger zu werden.

Johann Hölderlin

Was das Schicksal schickt, ertrage,
auch im Leide nicht verzage,
ob in Freude oder Trauer,
glaube niemals an die Dauer.

Theodor Storm

Der Regen hat aufgehört,
die Wolken sind weggezogen,
und der Himmel ist wieder klar.

Wenn dein Herz rein ist,
dann sind alle Dinge deiner Welt rein.
Gib diese vergängliche Welt auf,
gib dich selbst auf.

Dann werden
der Mond und die Blumen
dir den Weg weisen.

Daigu Ryokan
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Tautropfen

Des Menschen Leben
ist so vergänglich
wie der Morgentau.

Volksweisheit / Volksgut
Wunderschöne Kaktusblüte als Zeichen für Vergänglichkeit

Alles, was blüht, vergeht.

Volksweisheit / Volksgut

Die Schätze dieser Welt
sind vergänglich wie
die Träume eines
Schlafenden.

Chasdai ibn Schaprut
Frau in Ketten

Kettet Euch nicht wie Sklaven an das Schöne.
Doch kettet Euch auch nicht an das Leiden.
Alles ist im Wandel, beides vergeht.

Siddhartha Gautama
Spruch zum Nachdenken - Gewesenes als Asche des Seins

Gewesenes

ist die Asche des Seins,
doch gelebter Frieden
kann die Erinnerung
wärmen.

Otmar Heusch
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