Inspirationen auf dem Lebensweg
Was ist die Seele?

Was ist die Seele?

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von Stefanie Piel

Die Frage nach dem Woher und Wohin beschäftigt uns und oft erhalten wir keine oder nur unbefriedigende Antworten. Wohl am verwirrendsten sind die Aussagen, die wir über die Seele erhalten.

Psychiater, Philosophen, Theologen, Medien und Visionäre – sie alle versuchen eine Erklärung zu geben. Viele Menschen bezweifeln, dass es überhaupt so etwas wie eine Seele gibt, und wenn überhaupt, dann bestimmt nicht „unsterblich“. Mit dem Tod ist alles vorbei. Mit dem Tod ist alles vorbei? Wirklich? Die Seele ist ein Hirngespinst? Wirklich? Aber was ist es dann, was uns lieben und hassen, träumen und freuen lässt, was uns antreibt, uns erleben lässt, was unser Sehnen nach etwas „Höherem“ bestimmt? Das Gehirn? Das organische Herz?

 

1929 stellte der amerikanische Seher und Mystiker Edgar Cayce seinem Publikum in einem Vortrag die folgenden Fragen:

Die ewige Seele

Wie viele von uns wissen, was ihre Seele ist? Wie viele von uns sind sich sicher, dass sie eine Seele haben? Ich glaube, dass wir alle in uns selbst fühlen, dass es ein ‘Etwas’ gibt, das wir nicht beschreiben können – ein Etwas, von dem wir fühlen, dass es ewig leben wird.

Niemand von uns erwartet, diesen rein materiellen Körper, so wie wir ihn wahrnehmen, auferstehen zu sehen. Erwarten wir wirklich die Auferstehung des rein materiellen Körpers …?

Edgar Cayce

Dies war eines der seltenen Male, in denen Edgar Cayce im Wachzustand vor einem größeren Publikum sprach. Die meisten Botschaften, die er uns hinterlassen hat, gab er in Trance – in so genannten Readings (Vorlesungen), von denen er im Laufe von 43 Jahren wohl mehr als 25.000 gab. Über 14.000 davon sind noch erhalten. Dabei taucht das Thema „Seele“ häufig in seinem Werk auf.

„Was ist die Seele?“ wurde er einmal gefragt, als er sich, wie schon so oft, wieder einmal in Trance befand:

Was ist die Seele?

Das, was der Schöpfer jeder Wesenheit bzw. jedem Individuum im Anfang gegeben hat und was die Heimat oder Heimstatt des Schöpfers sucht. Alle Seelen wurden im Anfang geschaffen und finden ihren Weg dorthin zurück, woher sie kamen.

Wohin geht die Seele, wenn ihre Entwicklung abgeschlossen ist?

Zu ihrem Schöpfer.

Edgar Cayce, Reading Nr. 3744-3, Übersetzung von Stefanie Piel

Die Seele als universelles Bewusstsein

In dem folgenden Reading von Edgar Cayce heißt es:

Die Seele entspricht dem universellen Bewusstsein, der universellen Absicht, dem Gott-Bewusstsein – wie auch immer man es nennen mag – und ist somit Teil von allem, was jemals erfahren wurde; sie hat einen Einfluss auf all dieses und wird davon beeinflusst, entsprechend dem Willen der Wesenheit.

Edgar Cayce, Reading Nr. 3062-2, Übersetzung von Stefanie Piel

Halten wir uns einmal vor Augen, was das bedeutet: Die Seele wurde von den schöpferischen Kräften nach „dem Abbild Gottes“, wie es in der Bibel heißt, geschaffen. Und so tragen wir den göttlichen Teil immer in uns, ja, er ist hier und jetzt bei uns! Und weil ein Teil immer auch das Ganze beinhaltet (wie bei einem Spiegel, der zerbrochen ist), haben wir – jeder einzelne Mensch – alle Eigenschaften der schöpferischen Kräfte in uns. Tatsächlich steckt in uns das vollständige spirituelle Bewusstsein, die gesamte unendliche Kraft, die Liebe und Weisheit, um unser Leben ganz nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Diese Kraft steht uns immer, wenn wir sie brauchen, zur Verfügung.

Nein, auch wenn es manchmal so scheinen mag, als ob unser Leben von anderen bestimmt wird: In Wahrheit entscheiden wir, wie unser Leben verläuft. Leider tun wir das meist nur unbewusst. Erziehung, Konditionierung und die so genannten „gesellschaftlichen Zwänge“ gaukeln uns immer wieder Abhängigkeiten vor: vom Staat, von der Regierung, vom Chef, vom Partner, von den Eltern usw.

Unbewusst entscheiden wir, dass diese Menschen über uns bestimmen. Doch das ist nicht so. Wenn wir gewahr werden, dass wir die ganze schöpferische Kraft des Göttlichen in uns tragen, dann erkennen wir ein großes Geschenk, das unseren Seelen gegeben wurde: das Bewusstsein. Im Anfang waren wir uns als Seelen unserer selbst und der ganzen Schöpfung bewusst. Zu diesem Bewusstsein können wir wieder gelangen – und werden es auch, wenn wir uns ernsthaft bemühen. Und dieses Bewusstsein lässt uns in jeder Lebenslage eigenbestimmt handeln.

Wo in uns befindet sich die Seele?

„Wo in uns befindet sich die Seele?“ fragt Edgar Cayce und gibt auch gleich die Antwort:

Die Seele ist nur so weit in uns,
wie wir es zulassen,
wie wir sie zu einem Teil
unseres täglichen Lebens machen.

Wenn wir nur für
fleischliche Dinge leben,
verkümmert unsere Seele.

Wenn wir im geistigen Sinne leben,
immer hoffen, an uns arbeiten,
nach Höherem streben,
zulassen, empor gehoben zu werden,
dann wächst unsere Seele
und erweitert sich.

Im höheren Sinne leben

Doch wie lebt man im geistigen Sinne, strebt man nach Höherem?

Horchen Sie tief in sich hinein. Gehen Sie in die Stille. Und dann fragen Sie sich, was Ihr Herz vor Freude singen lässt. Fragen Sie sich, wann Sie das Gefühl haben, ein Wunder zu erleben und was Sie mit Glück und Frieden erfüllt. In diesen Augenblicken sind Sie sich selbst und der höheren Macht am nächsten. Hören Sie mehr auf die göttliche Stimme in sich (die Intuition), denn sie entspricht Ihrem wahren Selbst.

Und der Tod?

Die Seele als Teil der schöpferischen Kraft ist ewig. Sie existiert. Was wir als Tod erleben, ist bei der Erfüllung unserer Seelenaufgabe nur ein Übergang zum nächsten Schritt. Wir müssen uns klar machen, dass unsere Seele, bevor sie für eine Erfahrung in die materielle Ebene kommt, die Umstände wählt, in die dann der Mensch als Körper-Geist-Seele-Einheit hineingeboren wird. Unser jeweiliger Körper zerfällt zu Staub, doch unsere Seele lebt fort.

Und wenn sie alle Erfahrungen durchlaufen hat, die sie benötigt – auf dieser oder einer anderen Ebene – so kehrt sie zu ihrem Schöpfer zurück.

Denn nichts, auch nicht der eigene Wille,
vermag auf Dauer, die Seele von ihrem Schöpfer zu trennen.

Eines Tages wird jede einzelne Seele erkennen, dass es nur einen Weg zur vollkommenen Glückseligkeit gibt, und sie wird voller Freude und aus eigenem Willen zu ihrem Schöpfer zurückkehren.

Stefanie Piel

Stefanie Piel – Autorin und Übersetzerin

Zu den übersetzten bzw. überarbeiteten Büchern gehören die beiden auf Cayces Lehre basierenden „Suche nach Gott“-Bände:

Beide sind 2013 in 2. Auflage erschienen, sowie ein Buch von Mark Thurston:

Meine beiden Websites:

Für die Seele das Symbol einer weißen Seerose, Wellen herum

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