Inspirationen auf dem Lebensweg
Stilmittel in der Rhetorik

Die Wirkung von rhetorischen Stilmitteln

Mit Sprache kann man vieles ausdrücken. Ob nun in geschriebenen oder ausgesprochenen Worten. Wie man etwas schreibt oder sagt, kann vieles verändern und allem dem Ganzen auch eine andere Bedeutung geben. Dafür werden unterschiedliche Stilmittel verwendet. Diese Stilmittel dienen dem Ausdruck, die damit einen ganz bestimmten Stil kennzeichnen sollen. Es kann sich dabei beispielsweise um den Stil eines Autors, eines Werks, eines Künstlers oder auch um den Stil einer Epoche handeln. Verschiedene Stilmittel lassen sich in der Literatur, der bildenden Kunst und auch in der Musik finden.

Bei den rhetorischen Stilmitteln handelt es sich um sprachliche Ausdrucksmittel. Die rhetorischen Stilfiguren können absichtlich oder unabsichtlich vom alltäglichen Sprachgebrauch abweichen. Mit ihnen lassen sich einzelne Teile von Texten oder von Reden hervorheben. Man erreicht dieses Hervorheben durch die Art der Betonung, Veranschaulichung oder durch eine besondere Einprägsamkeit. Mit rhetorischen Stilfiguren können Gefühle transportiert und Reden lebendiger und emotionaler werden. Auch können damit Texte unterhaltsamer sowie kurzweiliger ausfallen.

Mit rhetorischen Stilmitteln kann die Wirkung und Überzeugungskraft eines Textes oder einer Rede erhöht werden und es ist möglich, mit wenigen Worten eine hohe Aussagekraft zu erzeugen und dadurch Texte zu verdichten. Man kann Menschen damit überraschen sowie deren Aufmerksamkeit erzwingen, bestimmte Bilder im Kopf der Personen erzeugen, die sich dann festsetzen. Besonders das zuletzt erwähnte ist für die Werbung überaus wichtig. Die Anwendungsgebiete von rhetorischen Stilmitteln betreffen somit die Literatur (beispielsweise Romane, Gedichte), den sprachlichen Alltag als auch die Politik sowie die Werbung.

Wichtige Stilmittel

Als wichtige Stilmittel kann man unter anderem die Metapher, Alliteration, Oxymoron, Euphemismus und die Ellipse erwähnen. Eine Liste mit rhetorischen Stilmitteln auf Uni-24.de kann zu diesem Thema zusätzlich hilfreich sein.

Häufige verwende Stilmittel sind zum Beispiel folgende:

Metaphern

Häufig werden Metaphern verwendet, und zwar in allen literarischen Gattungen. Bei der Metapher wird eine sprachliche Bedeutungsübertragung vollzogen. Das bedeutet, dass in sprachlicher Hinsicht zwei Bereiche miteinander verbunden werden, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben.

Einige Beispiele für Metaphern:

  • Keiner kann mir das Wasser reichen.
  • Wir haben uns heute getroffen, um die Mauer des Schweigens zu brechen.
  • Das alles ist Schnee von gestern.
  • Viele Politiker treten die Rechte der Bürger mit Füßen.

Vergleich

Mit einem Vergleich werden zwei Sachverhalte durch das vergleichende Wort “wie” miteinander verknüpft.

Einige Beispiele für Vergleiche:

  • Stark wie ein Fels stand er dort
  • Er war wild wie ein Stier
  • Sie ist stur wie ein Esel
  • Alles ist schwarz wie die Nacht

Personifikation

Mit der Personifikation wird gemeint, dass Begriffen, Tieren oder auch Dingen menschliche Eigenschaften sowie Fähigkeiten zugeschrieben werden. Damit wird ein Text oder eine Rede bildhafter sowie lebendiger.

Einige Beispiele für die Personifikation:

  • Es handelt sich um einen schüchternen Versuch
  • Die Zeit rennt ihm davon
  • Alle Blätter tanzen im Wind
  • Der Himmel weint
  • Die Sonne lacht

Anapher

Bei einer Anapher werden gleiche Satzanfänge oder gleiche Satzteile verwendet. So wird die Eindringlichkeit des Gesagten verstärkt.

Einige Beispiel für die Anapher:

  • Wir wollen, dass … Wir wollen, dass …
  • Ja, da kann man sich doch nur hinlegen. 
Ja, da muss man kalt und herzlos sein. 
Ja, da könnte so viel geschehen.
 (Bertolt Brecht)
  • Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll (Goethe)
  • Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
 wer nie die kummervollen Nächte aAuf seinem Bette weinend saß. (Goethe)

Alliteration

Bei der Alliteration beginnen mindestens zwei benachbarte oder auch aufeinander folgende Wörter mit demselben Buchstaben. Alliterationen sollen dazu dienen, die betreffenden Worte besonders zu betonen oder sie hervorzuheben.

Einige Beispiel für die Alliteration:

  • Wir gehen durch dick und dünn
  • Sie verschwanden bei Nacht und Nebel
  • Mann und Maus gingen bei dem Schiffsunglück unter
  • Mit Kind und Kegel unterwegs
  • Sie fuhren zickzack mit dem Fahrrad
  • Der Ausflug mit der Bimmelbahn
  • Der frühe Vogel fängt den Wurm
  • Aller Anfang ist schwer

Tautologie

Mit Hilfe der Tautologie sollen Sachverhalte doppelt ausgedrückt werden. Durch diese, an für sich unnötige Dopplung wirkt die Tautologie verstärkend. Die Wichtigkeit des Gesagten rückt somit in den Vordergrund.

Einige Beispiele für die Tautologie:

  • Das kleine Baby in ihren Armen (mit dem Begriff Baby wird ja bereits impliziert, dass es klein ist)
  • Der weiße Schimmel galoppierte davon
  • bereits schon
  • Still und leise gingen sie dahin
  • Voll und ganz war er da
  • Nie und nimmer wird sie es tun

Ellipse

Bei einer Ellipse handelt es sich um einen grammatisch unvollständigen Satz. Dabei kann jeder Bestandteil (Subjekt, Prädikat oder Objekt) fehlen. Hier soll das Wesentliche in den Mittelpunkt gestellt werden. Oft werden Gefühle und Sprache konzentriert.

Einige Beispiele für Ellipsen:

  • Je früher, desto besser
  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
  • Ende gut, alles gut
  • Sonst noch was
  • Ohne Wenn und Aber