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viele verschiedene Nussknacker in unterschiedlichen Größen

Nussknacker - ein Kunsthandwerk, das Freude schenkt

Der Nussknacker ist in der Advents- und Weihnachtszeit nicht mehr aus unseren Wohnzimmern wegzudenken. Auch wenn nur noch wenige die Nüsse in seinen Mund legen und mit dem Hebel am Rücken knacken, so lebt die Tradition stets weiter. Seinen Ursprung hat der Nussknacker im Erzgebirge. Wo er herkommt und welche Geschichte mit ihm verbunden ist, das schauen wir uns in diesem Artikel an.

Die Geschichte des Nussknackers

Man geht davon aus, dass die Menschheit durch Zufall entdeckte, dass unter der harten Nussschale eine genießbare und nahrhafte Nuss verborgen ist. Schon bald kam man auf die Idee, die Nüsse mit einem Stein aufzubrechen, um an die Nuss heranzukommen. Dieses simple System ist an sich schon der Ursprung des Nussknackers. Doch der Weg vom stupiden Aufeinanderschlagen von Steinen bis hin zum Schnitzen einer hölzernen Figur war etwas länger.

Um den ersten richtigen Nussknacker zu finden, müssen wir von der Steinzeit in die griechische Antike vorspulen. Der im Alten Griechenland lebende Philosoph Aristoteles bemerkte, dass sich das Hebelprinzip neben anderen Zwecken auch ideal dazu eignet, um die harte Schale von Nüssen zu knacken. Dass er damit recht hatte, zeigt sich noch heute, denn der Nussknacker, wie wir ihn kennen, funktioniert noch immer nach dem Hebelgesetz.

Auch wenn der überwiegende Teil der damaligen Bevölkerung eher den Hammer oder auch die Zähne zum Knacken der Nüsse verwendete, so wurden in Grabfunden der Oberschicht auch bronzene Hebelarme entdeckt, die als Nussknacker fungierten.

Nussknacker aus dem Erzgebirge

Friedrich Wilhelm Füchtner aus Seiffen hat als deutscher Kunsthandwerker im Jahr 1870 den ersten Nussknacker geschaffen, wie wir ihn heute kennen und lieben. Sein Nussknacker gilt heute noch als Vorbild für die vielen traditionellen Nussknacker auf Seiffen.com. Die Darstellung des Nussknackers orientiert sich an einem Bilderbuch von Dr. Heinrich Hoffmann, das 20 Jahre vor Füchtners Kreation unter dem Titel “König Nussknacker und der arme Reinhold” herauskam.

Die Nussknacker aus dem Erzgebirge sind seitdem die wohl bekanntesten Figuren im Zusammenhang mit der Weihnachtsdekoration. Der Bezug zur Weihnachtszeit steht aber auch in Verbindung mit der Erntezeit der Nüsse, welche von Ende Oktober über den Winter anhält. Die Bekanntheit des Nussknackers wurde zusätzlich durch das berühmte Ballett von Pjotr Tschaikowsky, “Der Nussknacker”, gesteigert.

Nussknacker und ihre Bedeutung

Die Bergleute aus der sächsischen Region schnitzten einst Nussknacker nach dem Vorbild von Figuren, die ihnen vertraut waren und die Autorität ausstrahlten. So wurden die Nussknacker überwiegend Respektspersonen wie Königen, Soldaten, Gendarmen oder Förstern nachempfunden. Die Nüsse knackenden Holzmänner sollten auf diese Weise wenigstens zur Weihnachtszeit dem Volk dienen und Arbeit für die armen Leute verrichten. Die Bevölkerung hatte sichtlich Freude daran, zur Adventszeit der Oberschicht im wahrsten Sinne des Wortes das Maul zu stopfen.

Heutzutage werden auch Nussknacker hergestellt, die aktuelle Trends widerspiegeln und den Nerv der Zeit treffen. Besonders beliebt sind beispielsweise Darstellungen unterschiedlicher Berufsgruppen und einflussreicher Personen aus Geschichte und Politik. Neben Nussknackern in limitierter Auflage und speziellen Unikaten, die teilweise hochpreisig gehandelt werden und sehr wertvoll sind, bekommt man aber auch Nussknacker mit Mickey-Mouse-Ohren, als Darth Vader oder auch in Form der Startroopers. Für viele Menschen ist es daher viel zu schade, den Nussknacker nur an Weihnachten aufzustellen.