Inspirationen auf dem Lebensweg

Was tun bei Übergrößen?

Sehr große Menschen haben es auch in der heutigen Zeit nicht immer leicht. Wer zum Beispiel die Zwei-Meter-Marke überschreitet, liegt mehr als 20 cm über dem aktuellen Durchschnitt von 1,78 m bei Männern in Deutschland. Solch stattliche Größe bringt mehr Nach- als Vorteile. Fliegen in der Economy-Class ist praktisch unmöglich und auch überall anders im öffentlichen Raum sind die Einrichtungen eher auf den Durchschnitt zugeschnitten. Immerhin reagiert die Textilindustrie und bietet sowohl Übergrößen wie auch attraktive Mode für Übergewichtige an, um in dieser Hinsicht die Bedürfnisse und Wünsche der stetig wachsenden Zielgruppe zu befriedigen.

In 100 Jahren gut 15 cm Zuwachs

Der Mensch ist in den vergangenen 7000 Jahren immer größer geworden. Interessanterweise verlief diese Zunahme jedoch nicht gleichmäßig. So konnte anhand von Gräberfunden festgestellt werden, dass die Menschen des 5. Jahrhunderts im Gebiet der Mittelelbe fast dieselbe Durchschnittsgröße besaßen wie die Bewohner dieser Gegend im Jahr 1964, also gut 1500 Jahre später. Im Mittelalter, also etwa von 800 bis 1400 n. Chr., schrumpften die Menschen in Europa sogar. Erst ab dem Jahr 1880 begann in Deutschland eine kontinuierliche Wachstumszunahme, die bis heute anhält. Rund 15 cm legten Frauen und Männer in dieser Zeit an Größe zu.

Der Hauptgrund: Vernünftige Nahrung für Alle

Es gibt nicht den einen Faktor, sondern verschiedene Gründe für Wachstumszunahme. Zudem bestehen Unterschiede zwischen Land- und Stadtbevölkerung, zumindest war dies so vor dem Einsetzen der Industrialisierung. Die Menschen in den Städten waren größer als die Frauen und Männer, die auf dem Lande lebten. Dort war das Leben schon im Kindesalter von harter Arbeit und einer eintönigen Ernährungsweise geprägt. Wer schon als Sechsjähriger im Stall oder auf dem Feld mithelfen musste, der benötigte die Kalorien aus dem Essen für die Arbeit und es blieb kaum noch etwas für das Wachstum. Der Speiseplan bestand überwiegend aus Brot, Kartoffeln und Getreidebrei. Fleisch gab es nur selten.

Für eine Zunahme der Durchschnittsgröße ist jedoch ein ausgewogenes Nahrungsangebot sowie eine Kindheit und Jugend ohne harte körperliche Arbeit wichtig. Das umfassende Angebot an Fleisch ist hierbei von besonderer Bedeutung, denn darin stecken viel Eiweiß, Proteine und Kalzium. Durch Obst, Getreide und Gemüse wird wiederum der notwendige Bedarf an Vitaminen, Kohlehydraten und Ballaststoffen gedeckt.

Sauberkeit ist ein weiterer Faktor

Wie bereits erwähnt, ist es nicht die Ernährung allein. Eine gute Hygiene beeinflusst das Wachstum ebenso. Das zeigt sich heute in vielen Drittweltländern, in denen durchaus ein breites Nahrungsangebot besteht, jedoch oft zugleich die Hygienebedingungen sehr schlecht sind. Daraus resultieren meist Durchfallerkrankungen, die die geregelte Nährstoffaufnahme in der kindlichen Wachstumsphase verhindern oder verzögern. Nun könnte natürlich angeführt werden, dass zum Beispiel Japan ein hoch entwickeltes Industrieland ist und die Menschen dort trotzdem viel kleiner als etwa in Deutschland sind. Japan ist jedoch erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zum Industriestaat mutiert. Übrigens halten die Japaner bezüglich Größenzunahme den Weltrekord. Innerhalb der letzten 60 Jahre legten sie 12 cm zu.

Geht das Wachstum immer weiter?

Die Forscher und Wissenschaftler, die sich mit dem Wachstum der Menschen beschäftigen, sehen in der heutigen Durchschnittsgröße das Ende der Fahnenstange erreicht. Es gibt sogar westliche Länder, bei denen die Durchschnittsgröße wieder sinkt, etwa in den USA. Wir werden also kein Volk von Riesen, Ausnahmen bestätigen hierbei die Regel. Allerdings bleibt das umfassende Nahrungsangebot bestehen und was an Nährstoffen nicht in den Aufbau des Skeletts geht, wandert zumeist als Reserve in unsere Fettzellen. Wir werden demzufolge nicht mehr größer, dafür aber immer breiter, was ähnliche Probleme mit sich bringt, siehe den eingangs erwähnten Flug in der Economy-Class.