Inspirationen auf dem Lebensweg
Die Macht der Worte

Kotodama - die Macht der Worte

Nicht nur unser Denken formt unsere Sprache, sondern unsere Sprache formt auch unser Denken. Wer sich das bewusst macht, kann versuchen, sich gezielt sprachlich zu “programmieren”, negative Gedanken hinter sich zu lassen und positive Gedanken zu invozieren. In diesem Artikel möchten wir Ihnen ein paar Ideen vorstellen, wie Sie sich dieses Phänomen selbst zu Nutze machen können, ob Sie nun eine klassische Herangehensweise wie Mantras bevorzugen oder lieber einen moderneren Ansatz wählen und beispielsweise Wandtattoos bestellen möchten.

Die Macht der Worte: Religionen

Worte haben eine außerordentliche Macht über uns. Das zeigt sich unter anderem oft im Glauben: So kennen beispielsweise Buddhismus und Hinduismus den Begriff Mantra für Worte und Phrasen, die mit dem Ziel, dadurch das eigene Innenleben zu beeinflussen und zu lenken, stetig wiederholt und zum Konzentrationsfokus gemacht werden. Etwas näher ist uns in Deutschland möglicherweise das Konzept einer heiligen Schrift (wie zum Beispiel der Bibel oder dem Koran), die, für jeden wortgetreu nachlesbar, Geschichten, Gleichnisse, Gebete und Gebote verkündet und so die Gläubigen eint. In Japan hat die “Macht der Worte” sogar einen so hohen Stellenwert, dass ein eigenes Wort dafür existiert: kotodama.

Die Macht der Worte: Politik

Konkreter analysierbar ist die Bedeutung unseres gesprochenen (und geschriebenen) Wortes anhand bewusster Veränderungen in unserer Sprache. Diese werden häufig als “politische Korrektheit” abgestempelt und -gewertet. Dabei kann das bewusste Vermeiden oder Nennen bestimmter Wörter dazu führen, dass die mit ihnen verbundenen gedanklichen Konzepte Einfluss gewinnen oder aber verlieren. Hier zwei Beispiele: Die Tabuisierung rassistischer Begriffe trägt zur Vermeidung rassistischen Gedankenguts bei; die bewusste Einbeziehung gegenderter Berufsbezeichnungen eröffnet unseren Horizont für die Erkenntnis, dass Berufe nicht geschlechtsspezifisch sind, auch wenn es uns manchmal so vorkommen mag.

Wie macht man sich die Macht der Worte zu Nutze?

Sich die “Macht der Worte” zu Nutze zu machen, fußt generell auf zwei Aspekten:

  • der Wahl des richtigen Wortes beziehungsweise der richtigen Phrase und
  • der häufigen Wiederholung.

Die Wahl des richtigen Wortes

Die Wahl des richtigen Wortes (beziehungsweise der richtigen Phrase) ist ein sehr persönlicher Prozess. Wichtig ist, was das Wort für Sie ausdrückt. Nehmen Sie sich daher ein wenig Zeit, um in sich zu spüren und genau herauszufinden, welche Bedeutungsebenen für Sie mit Ihrem Wort verbundenen sind. Welche Konnotationen hat es für Sie, welche Assoziationen tauchen vor Ihrem inneren Auge auf? Wählen Sie Ihr(e) Wort(e) mit Bedacht und lassen Sie sich Zeit, um zu finden, was wirklich ausdrückt, was Sie sagen möchten.

Die Wiederholung des Wortes

Wenn Sie die richtigen Worte gefunden haben, ist der nächste Schritt, dass Sie sich selbst möglichst oft damit konfrontieren. Das kann auf vielerlei Arten geschehen: durch Aufsagen und Rezitieren, durch künstlerische Darstellungen des Wortes, durch ein sichtbares Einbringen des Wortes in Ihre Lebensumgebung, … Ja, selbst durch eine bewusste häufige Verwendung des Wortes in Ihren Gedanken kann es seine Macht entfalten und Ihnen zu mehr Selbstbewusstsein, Offenheit, Spontaneität, Motivation etc. führen. Probieren Sie es doch mal!

Spruch
des Tages