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Kinesiologisches Taping – was ist das eigentlich?

Rücken- und Schulterschmerzen im Alter

Mit zunehmendem Alter können gesundheitliche Beschwerden zunehmen. In Deutschland schätzen 20% der über 70-Jährigen ihren Gesundheitszustand als schlecht oder sogar sehr schlecht ein – häufig sind dabei Schmerzen von zentraler Bedeutung. In Studien zeigte sich, dass bereits knapp 70% der über 60-Jährigen über Schmerzen klagen. Vor allem Frauen im höheren Alter scheinen – verglichen mit männlichen Gleichaltrigen – anfälliger für Schmerzen zu sein. Eine Ausnahme bilden Rückenschmerzen, diese scheinen Männer vermehrt zu betreffen.

Die Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen sind äußerst vielfältig. Sie können beispielsweise von Muskelschwäche, Überlastung und Arthrose bis hin zum bekannten Krankheitsbild des Bandscheibenvorfalls reichen. Hier berichten die Männer häufiger von erheblichen bis starken Schmerzen. Allgemein scheinen die Schmerzen in Gelenken, Kreuz und Nacken mit zunehmenden Alter besonders präsent zu sein. Das kinesiologische Taping kann als alternativmedizinisches Verfahren bei bestimmten Schmerzarten eine Möglichkeit zur Schmerzlinderung bieten.

Kinesiologisches Taping

Die Anwendung von kinesiologischen Tapes gewinnt zunehmend an Bedeutung. Den bunten Klebestreifen werden sowohl präventive als auch rehabilitative Wirkungen nachgesagt. Es bestehen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten: Die verschiedensten Symptome chronischer als auch akuter Krankheitsbilder können mit dieser alternativmedizinischen Methode behandelt werden.

. Neben der Behandlung bei Krankheiten des Bewegungsapparates sind auch der Einsatz der Tapes für die Anregung des Lymphflusses (Lymphtaping) oder zur Unterstützung von inneren Organen (viszerales Taping) auf dem Vormarsch.

Auf Grund der diversen Anwendungsmöglichkeiten und der steigenden Beliebtheit bei den Patienten finden Kinesiologie Tapes zunehmend Verwendung in der medizinischen Trainingstherapie, der allgemeinen Physiotherapie sowie weiteren medizinischen Bereichen. Nicht nur Physiotherapeuten und Heilpraktiker, sondern auch Ärzte mit entsprechender Zusatzausbildung können kinesiologische Tapes bei entsprechender Indikation einsetzen. Eine Ausbildung für die Anwendung von kinesiologischen Tapes ist in jedem Fall erforderlich, da bei falschem Umgang gesundheitliche Schäden nicht ausgeschlossen werden können.

Kinesiologie Taping vs. Klassisches Taping

Bei dem Vergleich des Kinesiologie Tapes mit dem klassischen Tape fällt auf, dass das Kinesiologie Tape im Gegensatz zum klassischen Sport-Tape die Eigenschaft der Elastizität aufweisen kann. Das klassische Tape hat primär die Stabilisation bzw. Immobilisation im Fokus, wodurch sowohl die Bewegungsfreiheit als auch die Mikrozirkulation eingeschränkt werden können. Das Kinesiologie Tape soll hingegen die Mikrozirkulation durch die beim Taping entstehende Wellenbildung der Haut verstärken. Des Weiteren soll die Bewegungsfreiheit der Muskulatur, Gelenke und der Haut beim kinesiologischen Taping nicht beeinträchtigt werden.

Material des Kinesiologie Tapes

Die Beschaffenheit des Kinesiologie Tapes ähnelt in seiner Beschaffenheit stark der menschlichen Haut. Dies gilt vor allem für das Gewicht, die Dicke und die Elastizität. Die Ähnlichkeit soll zu einer Stimulation der Hautrezeptoren führen, welche die Regenerations- und Heilungsprozesse fördern sollen. Die kinesiologischen Tapes bestehen daher aus atmungsaktiver Baumwolle. Für den Halt sorgt der meist aus Acrylat bestehende Kleber. Dieser soll in der Regel sehr hautverträglich sein, sodass ein Tape auch problemlos mehrere Tage getragen werden kann.

Bei allergischen Reaktionen sollte von einer Verwendung von kinesiologischen Tapes jedoch abgeraten werden. Die Tapes weisen eine Sinusform auf, welche zum einen ebenfalls für besseren Halt sorgen kann, aber außerdem noch die Luft- sowie Flüssigkeitszirkulation fördern soll. Auch wenn die Tapes in unterschiedlichen Farben angeboten werden, unterscheiden sich diese jedoch nicht in ihrer Beschaffenheit. Die Verwendung der unterschiedlichen Farben je nach Verwendungszweck beruht dabei lediglich auf der klassischen Farbenlehre und deren psychologischer Wirkung auf den Menschen.

Anlagetechniken des Tapens

Die Anlagetechnik des Tapes ist entscheidend für die Wirkungsmechanismen des kinesiologischen Tapings. Man differenziert zwischen der Muskeltechnik, der Korrekturtechnik, der Ligamenttechnik und der Lymphtechnik. Vor der Anwendung der Kinesiologie Tapes werden diese entsprechend des Nutzens und der individuellen Körperstruktur zurechtgeschnitten. Es empfiehlt sich generell, die Ecken der Tape-Streifen abzurunden, da sie so besser halten können. Für die Lymphtechnik werden die Kinesiologie Tapes schmal oder fächerförmig zugeschnitten. Bei allen anderen Techniken – also Ligament-, Muskel- und Korrekturtechnik – werden die Tapes in I oder Y Form geschnitten.

Für eine verbesserte Tragedauer der kinesiologischen Tapes gilt es zu beachten, dass die Tapes auf Hautstellen angelegt werden, die möglichst trocken, fettfrei sowie frei von Haaren sind. Es empfiehlt sich daher, stark behaarte Körperstellen vorher zu rasieren. Reibung nach dem Anlegen des Tapes sorgt ebenfalls für verbesserten Halt, da die dabei entstehende Wärme den Kleber aktivieren kann.

Wirkung und Anwendungsgebiete der kinesiologischen Tapes

Der Einsatz von Kinesiologie Tapes kann körpereigene Heilungsprozesse mit unterstützen. Mithilfe der Tapes können die Lymphzirkulation angeregt und die Gelenkfunktionen unterstützt werden. Ebenso kann die Verwendung zur Deaktivierung des Schmerzsystems beitragen und einzelne Muskelfunktionen durch Stimulation oder Stabilisation verbessern.

Indikationen für die Anwendung des Kinesiologie Tapes im Überblick:

  • Muskelverletzungen wie z.B. Zerrungen, Muskelfaserrisse, Muskelriss und sogar Muskelkater
  • Hypertone Muskulatur/Muskelhartspann
  • Hypotone Muskulatur/verminderte Ruhespannung
  • Muskelverkürzungen
  • Hypertrophie und Atrophie
  • Fehlende Tiefensensibilität (Propriozeption)
  • Störungen der Mikrozirkulation
  • Verletzungen des Kapsel-Bandapparates und Schmerzen des Bewegungsapparates

Kinesiologisches Taping bei Rücken- oder Schulterbeschwerden

Eins der häufigsten Anwendungsgebiete der Tapes ist ihr Einsatz bei Rücken- oder Schulterbeschwerden.

Bei Rückenschmerzen des unteren Lendenwirbelbereiches kann die Anwendung von Tapes beispielsweise zu einer Reduktion von akuten und chronischen Schmerzen beitragen sowie die Instabilität im Lendenwirbelbereich durch Unterstützung des unteren Rückens vermindern. Generell können die Tapes auch zur Stabilisierung des Rückens beitragen. Aus diesem Grunde eignet sich das Tape besonders zur begleitenden Behandlung nach Bandscheibenvorfällen. Die durchblutungsfördernde Eigenschaft des Tapes kann für einen Schutz der Muskulatur sowie der Wirbelsäule sorgen.

Ebenso kann Kinesiologisches Taping Anwendung bei Schmerzen in der Schulter finden. Kapuzenmuskeltapes werden bei Schmerzen im Schulterbereich verwendet und sollen hierbei für eine Korrektur der fehlerhaften Haltung sorgen. Außerdem sollen die Kapuzenmuskeltapes die Muskulatur bei der Haltearbeit entlasten, so dass stark geforderte Muskelfasern entspannen können. Des Weiteren können Gerätemuskeltapes bei Schulterbeschwerden Anwendung finden. Diese sollen die Muskeln vor Überlastungen schützen und Sehnen verstärken. Das Kinesiologie Tape kann ebenfalls präventiv Verwendung finden, um zum Beispiel einer Fehlhaltung der Schulterdachposition vorzubeugen.

Wichtige Hinweise

Mit der stetig ansteigenden Popularität ergab sich auch eine wachsende Anzahl an Herstellern von Kinesiologie Tapes. Bei manchen günstigen Angeboten kann jedoch Vorsicht geboten sein. Angebote von Billiganbietern können vermehrt allergische Reaktionen hervorrufen.

Neben dem indikationsgerechten und korrekten Anlegen des Tapes kann das kinesiologische Tape seine Wirkung besser entfalten, wenn es mit adäquaten Übungen kombiniert und nicht als alleinige Maßnahme eingesetzt wird. Kontraindikationen sind offene Wunden, noch nicht verheilte Narben, Allergien gegen Acryl, der Einsatz von Tapes bis zum einschließlich dritten Monat der Schwangerschaft, sowie Hauterkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis. Bei diesen Kontraindikationen sollte von einer Behandlung mit Kinesiologischen Tapes abgesehen werden.

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