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Christkinds getreuer Knecht
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Christkinds getreuer Knecht

Christkinds getreuer Knecht

Von grünen Tannen dicht umstellt
liegt still ein Haus am End der Welt.
Darinnen haust auf seine Art
ein alter Mann mit langem Bart.

Wenn’s Winter wird, da gibts zu tun
nicht mal am Abend kann er ruhn.
Und wenn’s die ersten Flocken schneit,
dann schmunzelt er: “Bald ist’s so weit”.

Und eines Abends schwebt ganz sacht
ein Engel nieder durch die Nacht.
Er schwebt umglänzt von goldnem Schein
aufs Häuschen zu und geht hinein.

“He, Alter”, ruft er “sei bereit
Dezember ist’s und Weihnachtszeit”.
Der Engel aber, dass ihr’s wisst,
kein andrer als das Christkind ist.

Ihm dient der Alte treu und recht:
Knecht Ruprecht ist’s, des Christkinds Knecht.
Der Alte streicht den langen Bart
und spricht: “Ich bin bereit zur Fahrt.”

“Längst fertig sind die Sachen all
der Esel wartet schon im Stall.”
Der große, graue, dick vom Ruh’n
bekommt nun tüchtig was zu tun.

Schwer die Säcke, bis zum Rand
gefüllt, so geht’s ins Menschenland.
Drei Tage drauf klopft’s bei euch an,
Du kriegst ‘nen Schreck – der Weihnachtsmann.

 

Emil Weber

(geb. 1877 – 1944), deutscher Lehrer in Hamburg, Schriftsteller und Herausgeber

Spruch-ID 4663 (Weihnachten: Weihnachtsgedichte über das Christkind) gehört zu Gedichte - religiös
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