Inspirationen auf dem Lebensweg
Jiaogulan - Kraut

Jiaogulan - das einst vergessene "Unsterblichkeitskraut" findet wieder regen Anklang

Das “Kraut der Unsterblichkeit” – für eine längere Lebenszeit wurde schon früher das Kraut, Gynostemma pentaphylim, Jiaogulan, entdeckt und genutzt. Nicht nur aus der Heilkunde bekannt, ist das Kraut auch als sehr köstliches Gemüse und als Tee verarbeitet bekannt, und sogar in Salaten findet man es immer häufiger wieder. Die äußerst robuste Kletterpflanze ist ebenfalls als Frauenginseng oder auch als Fünfblattginseng bekannt und wurde erstmals in China entdeckt und genutzt. Dort blickt das Kraut auf eine lange Tradition zurück.

Langes Leben

Die Herkunft des Krauts sei Erzählungen nach in der südchinesischen Provinz Guizhou beheimatet. Denn dort fiel nach einer Volkszählung im 14. Jahrhundert auf, dass die Menschen aus dieser Provinz deutlich älter im Durchschnitt waren als woanders. Der Anteil der Menschen, die über 100 Jahre alt waren, war dort sehr hoch. In den Provinzen Gunagxi und Shiquan war dies ebenso der Fall.

Den Erzählungen nach fanden Forscher heraus, dass die Menschen in diesen Regionen regelmäßig Tee aus den Blättern der Jiaogulann-Pflanze tranken. Der schwedische Botaniker Carl Peter Thunberg entdeckte die Rankpflanze und führte sie um 1800 in Europa ein. Die Pflanze selbst wächst und gedeiht am besten in feuchten Bergwäldern bis über 3.000 Metern Höhe und kann mit ihren Lianen ein dichtes Geflecht bilden. Mehr zum Thema findet man auch hier.

Der Name scheint Programm

Dem Namen nach als “Unsterblichkeitspflanze” bekannt, sorgte sie für regen Anklang in ganz Europa. Die Tatsache allein, dass sie Grund sei, dass die Menschen in den Regionen Chinas, in denen sie am häufigsten als Tee getrunken wurde, alt zu werden schien, reichte aus.

Das “Kraut der Unsterblichkeit” selber ist eine mehrjährige große Staude mit langen und auffallend dünnen, schlingenden Klettertrieben Diese können bei guten Bedingungen in Mitteleuropa je nach Standort und Klima drei bis fünf Meter Höhe erreichen. Vom Wuchsverhalten der schönen immergrünen Pflanze her erinnert sie ein wenig an den hier so üblichen ebenso grünwüchsigen Hopfen mit dem sie allerdings jedoch nicht verwandt ist.

Die robuste Jiaogulan-Pflanze hält Temperaturen bis -15 Grad Celsius aus und ist in milden Regionen Mitteleuropas durchaus als winterhart zu bezeichnen. Im Winter sterben die Triebe der Pflanze zwar bis auf etwa Bodenhöhe ab, aber das “Kraut der Unsterblichkeit” macht seinem Namen dennoch alle Ehre, denn es überwintert in den unterirdischen, knollig verdickten Speicherwurzeln und treibt im nächsten Frühling, sobald es wärmer wird wieder aus.

Dieser Vorgang ist so rasant, das man der Pflanze scheinbar beim Wachsen zusehen kann. Demnach ist die Bezeichnung “Unsterblichkeit” wohl eher zweideutig gemeint, denn zum einen soll sie ein langes Leben schenken und zum anderen ist sie selbst scheinbar unverwüstlich. Für die einen ist sie ein Segen, weil sie mit ihren fünf satt grünen Blättern schön aussieht. Für die anderen allerdings gilt sie als recht lästige Rankpflanze, die man im Garten und an Hauswänden beispielsweise nie wieder los wird.