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Japanischer Spruch aus der Gedichtesammlung Hyakunin isshu
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Japanischer Spruch aus der Gedichtesammlung Hyakunin isshu

Vom Herbst bin ich ergriffen,
wenn ich die Stimme
der röhrenden Hirsche höre,
tief in den Bergen
das Laub durchschreitend.

Hyakunin isshu Nr. 5, Übersetzung der Viabilia-Redaktion

Sarumaru Dayû

Übersetzung von der Viabilia-Redaktion

Hintergrundbild: Bild von Pezibear auf Pixabay
Spruch-ID 4627 (Herbst / Herbstgedichte, Hyakunin isshu) gehört zu Sprüche - neutral
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Dieser Spruch stammt aus dem Hyakunin isshu, einer japanischen Gedichtanthologie, die vor rund 800 Jahren von Fujiwara Teika kompiliert wurde – manche der Gedichte sind jedoch wesentlich älter. Dieses Gedicht (Nr. 5 im Hyakunin isshu) stammt aus dem 8. oder 9. Jahrhundert.

Grammatikalisch kann sich „tief in den Bergen das Laub durchschreiten“ auf das lyrische Ich oder die röhrenden Hirsche beziehen.

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Die Umschrift in lateinischen Buchstaben orientiert sich an modernen Aussprache-Standards.

Dieser Spruch stammt aus dem Hyakunin isshu, einer japanischen Gedichtanthologie, die vor rund 800 Jahren von Fujiwara Teika kompiliert wurde – manche der Gedichte sind jedoch wesentlich älter. Dieses Gedicht (Nr. 46 im Hyakunin isshu) stammt aus dem 10. Jahrhundert.

Die Phrase „nicht wissen, wo es hingeht“ bezieht sich grammatikalisch gleichzeitig auf die Schiffsleute wie auch auf den Weg der Liebe (Paronomasie; ein häufiges Stilmittel im Hyakunin isshu) und vergleicht diese so miteinander. Auch in „kaji o tae“ versteckt sich eine kleine Doppeldeutigkeit: Entweder kann der Ausdruck als „das Ruder bricht“ oder als „das Ruderseil reißt“ interpretiert werden.

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Die Umschrift in lateinischen Buchstaben orientiert sich an modernen Aussprache-Standards.

Dieser Spruch stammt aus dem Hyakunin isshu, einer japanischen Gedichtanthologie, die vor rund 800 Jahren von Fujiwara Teika kompiliert wurde – manche der Gedichte sind jedoch wesentlich älter. Dieses Gedicht (Nr. 53 bzw. 54 im Hyakunin isshu) stammt aus dem 10. Jahrhundert. Leider sind die tatsächlichen Namen vieler Urheberinnen heute nicht mehr überliefert.

Wahrscheinlich hat dieses Gedicht einen romantischen Hintergrund. Aufgrund der Gepflogenheiten am japanischen Hof war die Zahl der gemeinsamen Nächte eines Liebespaares oft stark beschränkt.

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