Inspirationen auf dem Lebensweg
Schülergruppe - Internat

Das Internat: mehr als nur ein Schauplatz für Romanserien

Schloss Einstein, der Schauplatz der gleichnamigen Kinder-Soap, ist sicherlich eines der berühmtesten Internate Deutschlands. Auch fiktive Internate aus dem Ausland erfreuen sich heute wie in vergangenen Jahrzehnten größter Beliebtheit, wie Romanserien à la Hanni und Nanni oder Harry Potter eindrücklich demonstrieren. Von der Idee, gemeinsam mit gleichaltrigen Heranwachsenden fernab der eigenen Familie zu wohnen, zu leben und zu lernen, scheint eine ganz besondere Magie auszugehen, die ein solches Setting zur idealen Voraussetzung für eine gelungene Geschichte werden lässt.

Aber auch jenseits aller Fiktion gibt es – auch und sogar mit langer Tradition – Internate im deutschen Raum. Zwar ist das Internat als Schulform innerhalb des Mainstreams mittlerweile ziemlich aus der Mode gekommen, aber trotzdem erfreuen sich diese Schulen noch immer großer Beliebtheit. Was früher in gut betuchten Familien normal war und zum Alltag gehörte, ist inzwischen zur spezialisierten Elitenbildung geworden, die im späteren Leben Tür und Tor öffnen kann.

Was ist ein Internat eigentlich?

Per Definition ist ein Internat eine schulische Einrichtung, die sich dadurch auszeichnet, dass sie ihre Zöglinge auch jenseits des Unterrichts und fernab von ihren Familien beherbergt, versorgt und betreut. Dabei soll ein Internat die Familie nicht ersetzen, sondern sie erweitern – es ist nicht vorgesehen, dass die Kinder und Jugendlichen permanent im Internat leben, sondern nur bis zu den nächsten Ferien oder dem nächsten Besuchswochenende. Durch das intensive Zusammensein mit Gleichaltrigen sowie mit den Lehrkräften und anderen Betreuer/innen ergibt sich eine einmalige pädagogische Atmosphäre, die ideal für ein intensives Arbeiten mit den einzelnen Schülerinnen und Schülern ist. Aus diesem Grund sind es häufig spezialisierte Schulen, zum Beispiel aus den Bereichen Musik, Sport, aber auch besonderer Förderbedarf, die als Internate arbeiten.

Heute sind Internate im deutschen Raum überwiegend Privatschulen. Die Anmeldung erfolgt in der Regel über die betreffenden Familien selbst, ebenso wie die Übernahme der durch Kost, Loge und Unterricht entstehenden Kosten. Die genaue Art der Angliederung der Schule an die Wohneinrichtung kann von Fall zu Fall variieren, ebenso wie die Schwerpunktsetzung und Alltagsgestaltung des Internats.

Gründe für und gegen ein Internat

Da Internate in Deutschland eher ein Nischenphänomen als der Mainstream sind, denken vermutlich nur die wenigsten Familien daran, ihren Nachwuchs auf ein Internat zu schicken. Dabei kann ein Internatsbesuch viele Vorteile mit sich bringen. Abzuraten ist davon jedoch, wenn das Kind noch zu jung ist oder es seinen Aufenthalt im Internat vehement ablehnt.

Folgende Gründe können für einen Internatsbesuch sprechen:

  • eine zu große Distanz zwischen Schul- und Wohnort (insbesondere, wenn es kein vergleichbares näheres Schulangebot gibt); geht oft einher mit dem
  • Besuch einer spezialisierten Schule (welche häufig ja nicht in Wohnortnähe ist);
  • die gezielte Inanspruchnahme der Einrichtung Internat aus pädagogischer oder religiöser Überzeugung o. ä.;
  • Probleme, das Kind angemessen zu Hause zu betreuen und zu fördern (z. B. Zeitmangel, aber auch Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsstörungen, Lernschwächen etc.).
Spruch
des Tages