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Girokonten auf dem Smartphone – so mischt die Digitalisierung die Bankbranche auf

Bank-Filialen, Geldautomaten oder komplizierte Beratungsgespräche in der Filiale: Wenn es nach der Smartphone-Bank N26 geht, gehört all das bald der Vergangenheit an. Zwar haben Nutzer in Deutschland noch Bedenken, sich vom Bargeld zu verabschieden und zeigen Skepsis beim Thema Datensicherheit. Doch die generelle Bereitschaft der Nutzer für mehr Digitalisierung rund um finanzielle Anwendungen ist da.

Wir lieben sie und ärgern uns gleichzeitig in aller Regelmäßigkeit: Filialbanken waren lange aus unserem Alltag nicht wegzudenken, doch mittlerweile scheint sich ein Wandel anzudeuten. Für viele Verbraucher können die traditionellen Filialbanken zu träge sein, wenn es um die Abwicklung der finanziellen Geschäfte geht. Das haben die traditionellen Banken längst erkannt und bieten immer mehr digitale Services wie Online Banking und App. Parallel schließen immer mehr Filialen.

N26 – Die Bank auf dem Smartphone

Rein digitale Banken wie die comdirect, ING-DiBa oder die DKB gibt es bereits seit den 90er Jahren und sind kein neues Phänomen. Sie agieren schon immer als klassische Direktbanken und ohne eigene Filialen – mit dem Effekt, ihre Produkte deutlich günstiger anbieten zu können. Einen Schritt weiter geht nun das Fintech-Unternehmen

N26, das als reine Smartphone-Bank agiert – zum Beispiel mit kostenlosem Girokonto und Kreditkarte, wofür das Unternehmen auch unkonventionell mit N26 Gutscheinen wirbt. Die Art von Offenheit kommt bei Kunden gut an.

Mit Slogans wie „Die erste Bank, die du lieben wirst“, holt N26 seine Nutzer überall dort ab, wo sie Bank-Services benötigen: Und das ist immer häufiger auf dem Smartphone der Fall, das der Nutzer ständig zur Hand hat. In einer eigens dazu programmierten App kann der Anwender die kompletten Bankgeschäfte, Transaktionen oder die Verwaltung des Girokontos regeln.

Komplizierte Codes, wie man sie aus dem klassischen Online-Banking kennt, gehören dabei der Vergangenheit an. Überweisungen lassen sich zum Beispiel tätigen, indem ein gewünschter Geldbetrag an einen einmal verknüpften Smartphone-Kontakt gesendet wird. Push Notifikationen sorgen dafür, dass Nutzer über jede Kontobewegung in Echtzeit informiert werden und nichts Wichtiges verpassen. Auf diese Weise kommt N26 mit seinem Produkt zu den Kunden und sieht sich eher als klassischer Dienstleister als die üblichen Filial- und Direkt-Banken es bislang taten.

Mobile Payment über Google Pay

Auch das Bezahlen in Ladengeschäften hat N26 deutlich über das Konto vereinfacht. Die App ist mit dem mobilen Bezahldienst Google Pay verknüpft, das erst vor einigen Wochen in Deutschland freigeschaltet wurde. Während nach dem Start nur wenige Banken wie die Commerzbank, Comdirect oder die BW-Bank Google Pay akzeptieren, hat die Smartphone-Bank die mobile Zahlungsmöglichkeit direkt in ihr Angebot integriert. Wie funktioniert Google Pay im Ladengeschäfte? Nach der Entsperrung des Smartphones lässt sich mit der App überall da bezahlen, wo das kontaktlose Bezahlen bereits akzeptiert ist.

Deutschen stehen Datensicherheit skeptisch gegenüber

So schön wie die neuen Bankmöglichkeiten auch sind: Im europäischen Vergleich sehen die deutschen Nutzer die neuen Möglichkeiten noch eher skeptisch. Dabei genießen vor allem die bisherigen Filialbanken einen enormen Vertrauensvorschuss, vor allem, wenn es um größere Abschlüsse geht, bei denen man eher persönlich und vor Ort beraten werden möchte. 76 Prozent der Bankkunden verwenden heute zwar Online-Banking, so eine Studie des Branchenverbandes Bitcom. Aber nur 30 Prozent vertrauen den mobilen Anwendungen über das Smartphone.

Der Grund dafür: Trotz der schnellen Digitalisierung müssen die Daten hochverschlüsselt und geschützt sein. Hier fehlt gerade in finanziellen Angelegenheiten noch das Vertrauen, erläutert eine Studie von der ING Diba zum Thema. Und so ist das kontaktlose Bezahlen in der Realität vieler Ladengeschäfte noch nicht angekommen und schlichtweg nicht möglich. Auch hier ist der Grund in der Neuheit der Zahlmethode zu vermuten. Schon immer machte das Angst, was man nicht kannte.

Laut einer Studie von PWC Deutschland hat das Thema Mobile Payment schon heute breite Akzent. 55 Prozent der Nutzer bezahlen bereits mobil oder möchten es in Zukunft nutzen. Zeit, dass die klassischen Filialbanken nachziehen und dabei unterstützen, den Weg dorthin zu ebnen.

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