Inspirationen auf dem Lebensweg
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Schöne Sprüche und Weisheiten von Karl von Gerok

(geb. 30.1.1815 - 14.1.1890), deutscher Theologe und Lyriker

Ausgewählte Sprüche von Karl von Gerok

Erfüllte Pflicht: Arbeit in Asien

Dein bestes Glück,
oh Menschenkind,
so denke doch mitnichten,
dass es erfüllte Wünsche sind,
es sind erfüllte Pflichten!

Karl von Gerok

Glück und Pflicht scheinen in einem Zusammenhang miteinander zu stehen. Erfüllen wir unsere alltäglichen Pflichten, so kennen wir sicherlich dieses Gefühl der Zufriedenheit. Und natürlich kann diese Zufriedenheit in unserem Leben für uns Glück bedeuten, insbesondere für Menschen, die gerne etwas aufschieben. Wenn sie es schaffen würden, ihre Aufgaben pflichtgemäß zu erfüllen, wäre ihr schlechtes Gewissen verschwunden. Und das kann großes Glück bedeuten!

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Schneeflocken im Winter um eine Laterne in der Nacht

Die Kindlein sitzen im Zimmer –
Weihnachten ist nicht mehr weit –
bei traulichem Lampenschimmer
und jubeln: “Es schneit, es schneit!”

Das leichte Flockengewimmel,
es schwebt durch die dämmernde Nacht
herunter vom hohen Himmel
vorüber am Fenster so sacht.

Und wo ein Flöckchen im Tanze
den Scheiben vorüberschweift,
da flimmert’s in silbernem Glanze,
vom Lichte der Lampe bestreift.

Die Kindlein sehn’s mit Frohlocken,
sie drängen ans Fenster sich dicht,
sie verfolgen die silbernen Flocken,
die Mutter lächelt – und spricht:

“Wisst, Kinder, die Engelein schneidern
im Himmel jetzt früh und spät;
an Puppenbettchen und Kleidern
wird auf Weihnachten genäht.

Da fällt von Säckchen und Röckchen
manch silberner Flitter beiseit,
von Bettchen manch Federflöckchen;
auf Erden sagt man: es schneit.

Und seid ihr lieb und vernünftig,
ist manches für euch auch bestellt;
wer weiß, was Schönes euch künftig
vom Tische der Engelein fällt!”

Die Mutter spricht’s; – vor Entzücken
den Kleinen das Herz da lacht;
sie träumen mit seligen Blicken
hinaus in die zaubrische Nacht.

Karl von Gerok
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Jesuskind - Geburt Jesu

O heiliger Abend,
mit Sternen besät,
wie lieblich und labend
dein Hauch mich umweht!
Vom Kindergetümmel,
vom Lichtergewimmel
auf schau ich zum Himmel
im leisen Gebet.

Da funkelt’s von Sternen
am himmlischen Saum,
da jauchzt es vom fernen,
unendlichen Raum.
Es singen mit Schalle
die Engelein alle,
ich lausche dem Halle,
mir klingt’s wie ein Traum.

O Erde, du kleine,
du dämmernder Stern,
dir gleichet doch keine
der Welten von fern!
So schmählich verloren,
so selig erkoren,
auf dir ist geboren
die Klarheit des Herrn!

Karl von Gerok
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Herbst-Gefühl

Müder Glanz der Sonne!
Blasses Himmelblau!
Von verklungner Wonne
träumet still die Au.

An der letzten Rose
löset lebenssatt
sich das letzte lose,
bleiche Blumenblatt!

Goldenes Entfärben
schleicht sich durch den Hain!
Auch Vergehn’n und Sterben
däucht mir süß zu sein.

Karl von Gerok
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