Inspirationen auf dem Lebensweg
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Schöne Sprüche und Weisheiten von Eduard Mörike

genauer: Eduard Friedrich Mörike (geb. 8.9.1804 in Ludwigsburg - 4.6.1875), deutscher Lyriker, Erzähler und Übersetzer

Ausgewählte Sprüche von Eduard Mörike

Goldener Herbst

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst Du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmen Golde fließen.

Eduard Mörike
Lila-gelbe Veilchen im Frühling

Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
süße, wohl bekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

Man muss gut überlegen,
was man sich wünscht.
Es könnte passieren,
dass man es bekommt.

Eduard Mörike

Die Gelehrten und die Pfaffen
streiten sich mit viel Geschrei,
was hat Gott zuerst erschaffen –
wohl die Henne, wohl das Ei!

Wäre das so schwer zu lösen –
erstlich ward ein Ei erdacht,
doch weil noch kein Huhn gewesen –
darum hat’s der Has gebracht.

Eduard Mörike

Ein netter und witziger Oster-Spruch von Eduard Mörike Erst die Henne oder das Ei? Mit der humorvollen Antwort, woher die Ostereier nun “wirklich” kommen … ;)

Herr, schicke, was du willst,
ein Liebes oder Leides!
Ich bin vergnügt, dass beides
aus Deinen Händen quillt.

Wolltest Du mit Freuden
und wolltest mit Leiden
mich nicht überschütten!
Doch in der Mitten
liegt holdes Bescheiden.

Eduard Mörike
Kosmos mit Pflanze für Neujahrsgedicht

Zum neuen Jahr

In ihm sei’s begonnen,
der Monde und Sonnen
an blauen Gezelten
des Himmels bewegt.

Du, Vater, du rate!
Lenke du und wende!
Herr, dir in die Hände
sei Anfang und Ende,
sei alles gelegt!

Eduard Mörike

Hier ein altertümliches, religiöses (christliches) Gedicht zu Neujahr, das etwas mystisch anmutet. Es erinnert daran, dass wir für das neue Jahr nicht alle Geschicke selber in der Hand haben.

Weihnachten: die heilige Nacht

Die heilige Nacht

Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht!

Wohl unterm lieben Himmelszelt
die Hirten lagen auf dem Feld.

Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.

Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: „Fürcht’t euch nicht!“

„Ich verkünd euch große Freud:
Der Heiland ist geboren heut.“

Da gehn die Hirten hin in Eil,
zu schaun mit Augen das ewig Heil;

zu singen dem süßen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm.

Bald kommen auch gezogen fern
die heilgen drei König‘ mit ihrem Stern.

Sie knieen vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.

Vom Himmel hoch der Engel Heer
frohlocket: „Gott in der Höh sei Ehr!“

Eduard Mörike
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Wer keinen Humor hat,
sollte eigentlich nicht heiraten.

Eduard Mörike
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