Inspirationen auf dem Lebensweg
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Schöne Sprüche und Weisheiten von Johann Hebel

genauer: Johann Peter Hebel (geb. 10.5.1760 in Basel, Schweiz - 22.9.1826), deutschsprachiger Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

Ausgewählte Sprüche von Johann Hebel

Halte das Glück wie einen Vogel

Halte das Glück wie einen Vogel –
so leise und lose wie möglich.
Dünkt er sich selbst nur frei,
bleibt er dir gern in deiner Hand!

Johann Hebel
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Seltsamer Spazierritt

Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. Kommt ein Wanderer und sagt: “Das ist nicht recht, Vater, dass Ihr reitet und lasst Euern Sohn laufen; Ihr habt stärkere Glieder.” Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten.

Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: “Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine.” Da saßen beide auf und ritten eine Strecke.

Kommt ein dritter Wandersmann und sagt: “Was ist das für ein Unverstand: zwei Kerle auf einem schwachen Tier? Sollte man nicht einen Stock nehmen und euch beide hinabjagen?”

Da stiegen beide ab und gingen selbdritt zu Fuß, rechts und links der Vater und Sohn, und in der Mitte der Esel. Kommt ein vierter Wandersmann und sagt: “Ihr seid drei kuriose Gesellen. Ist’s nicht genug, wenn zwei zu Fuß gehen? Geht’s nicht leichter, wenn einer von euch reitet?”

Da band der Vater dem Esel die vordern Beine zusammen, und der Sohn band ihm die hintern Beine zusammen, zogen einen starken Baumpfahl durch, der an der Straße stand, und trugen den Esel auf der Achsel heim.

So weit kann’s kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

Johann Hebel

Diese Kurzgeschichte zeigt, dass es einem zumeist nicht gelingen kann, von allen Anerkennung zu erhalten, wie sehr man sich auch bemühen mag.

Das wahre und sichtbare
Glück des Lebens
liegt nicht außer uns,
sondern in uns.

Johann Hebel

Glück ist für uns ein inneres Erleben. Wir vermeinen, die Quellen des Glücks außerhalb unserer selbst zu finden. Wir wissen aber auch, dass Menschen unterschiedlich leicht glücklich sein können. Denken wir nur an kleine Kinder, wie leicht diese zu begeistern sind. Ein Teil liegt also in uns, der uns erlaubt, das Glücklichsein zu erleben:

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Neujahrslied

Mit der Freude zieht der Schmerz
traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
bange Sorgen, frohe Feste
wandeln sich zur Seiten.

Und wo eine Träne fällt,
blüht auch eine Rose.
Schön gemischt, noch eh wir´s bitten,
ist für Thronen und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.

War´s nicht so im alten Jahr?
Wird´s im Neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken gehn und kommen wieder,
und kein Wunsch wird´s wenden.

Gebe denn, der über uns
wägt mit rechter Waage,
jedem Sinn für seine Freuden,
jeden Mut für seine Leiden
in die neuen Tage.

Jedem auf des Lebens Pfad
einen Freund zur Seite,
ein zufriedenes Gemüte
und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite.

Johann Hebel
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